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Mit dem Trabi Azubis locken

Der Ottendorfer Mühlenbäcker ist für seine Ausbildung mehrfach ausgezeichnet worden. Dennoch sind bei der Azubi-Suche ungewöhnliche Wege nötig.

Sie ist ein Beispiel für die erfolgreiche Ausbildung beim Mühlenbäcker: Konditorin Frederike Bühler. Schon als Azubi gewann sie zahlreiche Preise.
Sie ist ein Beispiel für die erfolgreiche Ausbildung beim Mühlenbäcker: Konditorin Frederike Bühler. Schon als Azubi gewann sie zahlreiche Preise.

Bei der Azubisuche war man beim Ottendorfer Mühlenbäcker vor den Toren Dresdens schon immer ausgeschlafen. Und das nicht nur im übertragenen Wortsinn. Denn um die passenden Auszubildenden zu finden, lädt man den interessierten Nachwuchs regelmäßig schon mal 3 Uhr morgens zum Tag der offenen Tür ein. „Wer so früh aufsteht, meint es wirklich ernst“, sagt Robert Meyer, einer der beiden Geschäftsführer.

Nur keine Socken

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Aber längst stehen in Zeiten des fehlenden Berufsnachwuchses auch an der Backstube in Ottendorf-Okrilla die Schulabgänger nicht mehr Schlange. So beginnt die Azubisuche schon direkt in der Schule. „Wir arbeiten hier in Ottendorf über ein Projekt des Gewerbevereins sehr eng mit der ortsansässigen Oberschule zusammen, stellen dort den Schülern unsere Ausbildungsmöglichkeiten vor, laden Schulklassen zu uns in die Backstube ein, bieten Schulpraktika an“, beschreibt Robert Meyer. „Aber im Prinzip beginnt für uns die Werbung um künftige Mitarbeiter sogar schon im Kindergarten – wir organisieren regelmäßig Plätzchenback-Aktionen für Kitas, sodass die Kinder schon frühzeitig erfahren, wie es bei uns ist – und dass es uns gibt.“ Und natürlich ist der Mühlenbäcker auch auf Berufs- und Ausbildungsmessen präsent. „Außerdem werben wir über die sozialen Medien, um die Jugendlichen dort zu erreichen, wo sie täglich sehr viel Zeit verbringen.“ Und überhaupt versucht der Mühlenbäcker, möglichst originell auf sich aufmerksam zu machen, um Azubis und neue Mitarbeiter zu finden. So parkt der extra passend lackierte „Azubi-Trabi“ mit auffälligen Lehrstellenangeboten vor den Filialen, werden die Brötchentüten mit Ausbildungs- und Jobangeboten bedruckt und seit wenigen Wochen gibt es sogar Kennzeichenhalter für Autos mit Azubi-Werbung für den Mühlenbäcker.

Und noch etwas wird zunehmend wichtiger für eine erfolgreiche Suche nach Lehrlingen, weiß Robert Meyer. „Den Jugendlichen geht es längst nicht mehr ausschließlich um hohe Gehälter, sondern sie wollen ganz andere Angebote“, sagt er. „Wir organisieren zum Beispiel passende Sportkurse für unsere Mitarbeiter.“ Auch am zum Schuljahresstart in Sachsen neu eingeführten Azubiticket beteiligt sich der Mühlenbäcker.

Der Ideenreichtum zahlt sich aus. „Wir konnten im August wieder 15 neue Azubis begrüßen“, freut sich Robert Meyer. Im Bereich Bäckerei, Konditorei, Verkauf, als Kaufleute im Büromanagement oder auch als Lageristen. Mit besten Perspektiven übrigens, fügt der Firmensprecher an. „Die Übernahmequote liegt quasi bei 100 Prozent!“

Die Azubi-Suche bleibt aber ein hartes Stück Arbeit. Ausgeschlafen müssen sie also beim Mühlenbäcker auch weiterhin sein.

Von Jens Fritzsche