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Meißen

Mit dem Trecker nach Berlin

Öko-Bauern aus der Region demonstrieren für eine umweltgerechte Landwirtschaft. Dafür ist ihnen kein Weg zu weit und kein Aufwand zu groß.

Gruppenbild mit Hündin Lola. Am Freitag starteten in Klappendorf die Öko-Landwirte Johann Franz, Johanna Scharfstädt, Judith Faller-Moog, Manuel Pick und Josephine Moog mit ihren Traktoren zum Demotrip nach Berlin. Fotos: Claudia Hübschmann
Gruppenbild mit Hündin Lola. Am Freitag starteten in Klappendorf die Öko-Landwirte Johann Franz, Johanna Scharfstädt, Judith Faller-Moog, Manuel Pick und Josephine Moog mit ihren Traktoren zum Demotrip nach Berlin. Fotos: Claudia Hübschmann © Claudia Hübschmann

Lommatzsch. Freitag, 9 Uhr, Treffpunkt Ölmühle Klappendorf. Johann Franz, Landwirt aus Dresden-Gohlis in neunter Generation, trifft mit seinem Traktor und Anhänger in dem Lommatzscher Ortsteil ein. Beladen ist dieser mit ein paar Zentnern Biokartoffeln. Verteilt werden sie ein paar Stunden später in Leipzig, mitten in der Stadt, am Gewandhaus. Doch es ist nur eine Zwischenstation. Danach geht es in einer Art Sternfahrt nach Berlin. Mit dabei sind auch zwei Traktoren des Bio-Landwirtschaftsbetriebes Faller aus Klappendorf. Josephine Moog , eine Tochter von Firmenchefin Judith Faller-Moog,  und Manuel Pick werden am Steuer der 180-PS-starken Traktoren sitzen. Es wird eine lange Fahrt, acht, neun Stunden bis Berlin sind eingeplant. Die Traktoren erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde. Die Autobahn ist damit tabu.  "Klar ist das ein hoher Aufwand, aber wir haben auch ein hohes Ziel. Ich bin das dritte Mal dabei, jedesmal habe ich ein Gänsehautgefühl",  sagt Landwirt Manuel Pick. 

Die Bauern wollen für gutes Essen, eine klimagerechte Landwirtschaft und den Erhalt der Bauernhöfe  am Sonnabend in Berlin auf die Straße gehen. Sie eint das Ziel einer umwelt-und klimaschonenden Landwirtschaft. "Wir treten ein für eine ehrliche Wertschätzung bäuerlicher Arbeit, für eine Reform der Agrarpolitik, für gerechte Preise und ökologische Vielfalt. Das sind gleichzeitig auch die Arbeitsgrundlagen für die Hersteller von Bio-Produkten. Deshalb werden sich die Ölmühle Moog und der Bio-Landwirtschaftsbetrieb Faller aus Klappendorf in der Lommatzscher Pflege gemeinsam an der zehnten Wir-haben-es-satt-Demo beteiligen", sagt Judith Faller-Moog,  die beide Firmen führt. 

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Zwei Tage dauert die Fahrt, übernachtet wird  auf dem Stadt-Gut Blankenfelde, bevor es Sonnabendmorgen weiter Richtung Agrarministerkonferenz und Brandenburger Tor geht. Firmenchefin Judith Faller-Moog wird am Sonnabend dazu stoßen und mit Kollegen bei der Demo durch Berlin mitlaufen. Sie ist überzeugt, dass Landwirte gerade jetzt, wenn über Klimapolitik und die Agrarwende diskutiert wird, ihre Meinung auch öffentlichkeitswirksam Nachdruck verleihen müssen. „Meine persönliche Motivation ist es, dazu beizutragen, Bio-Landwirtschaft als moderne und nachhaltige Form der Landwirtschaft zu etablieren, wir müssen allerdings auch bereit sein, dafür faire Preise zu zahlen.“ so Judith Faller-Moog. 

"Wir wollen Aufmerksamkeit erreichen, suchen den Dialog mit den Bürgern und Verbrauchern, so Johann Franz, der sich "Stadtbauer" nennt.  Am Freitagmorgen war er noch im Stall, hat seine 25 Milchkühe für zwei Tage gefüttert.  Den Betrieb zu verlassen, fiel ihm schwer, doch die Sache ist es ihm wert. Die Mutterkühe sind gerade in der   Abkalbphase, doch sein 80-jähriger Vater kümmert sich übers Wochenende darum.  Für den Dresdner wird die Fahrt noch längern dauern, denn mit Anhänger sind höchstens 40 Kilometer pro Stunde drin. 200 Liter Diesel passen in den Tank. "Ich hoffe, dass ich es bis nach Berlin schaffe", sagt er und lacht. 

Auch Landwirte des Ökohofes Mahlitzsch sind am Freitag mit ihren Traktoren nach Berlin gestartet. Sie alle eint ein Ziel, das Judith-Faller Moog so formuliert :  "Es geht uns um eine bäuerliche, nachhaltige, alternative Landwirtschaft. Die sollte unserer Meinung nach bio sein." Der Termin der Demonstration ist nicht zufällig gewählt. Neben der Agrarministerkonferenz findet derzeit in Berlin auch die Grüne Woche statt. Zur Demonstration werden Zehntausende Menschen erwartet. Für Manuel Pick  sind Zahlen aber zweitrangig. "Wichtig ist nicht Quantität, sondern Qualität", sagt er. Und das gilt auch für die Bio-Landwirtschaft. 

Der Landwirtschaftsbetrieb Faller beschäftigt zurzeit fünf Mitarbeiter sowie einen Lehrling und einen Studenten. Angebaut werden auf mehr als 400 Hektar Fläche in der Lommatzscher Pflege Erbsen, Kartoffeln und Ölsaaten wie Raps und Sonnenblume. Grundsätzlich sind der Landwirtschaftsbetrieb und die Ölmühle zwei getrennte Unternehmen mit derselben Inhaberin. Der Bio-Hof liefert  seine Ölsaaten an die Ölmühle. Als erste reine Bio-Ölmühle Europas stellt die Ölmühle Moog seit mehr als 30 Jahren aus Samen, Früchten und Nüssen Bio-Öle her. 1984 begann Franz J. Moog in Bram im Südwesten Frankreichs, seine Vision von ökologischer Landwirtschaft zu verwirklichen. Seine Tochter Judith Faller-Moog lebt diese Vision bis heute.

Nachdem 2004 in Klappendorf in der Lommatzscher Pflege ein zweiter Unternehmensstandort auf dem Bio-Landwirtschaftshof Faller gegründet wurde, beschäftigt die Ölmühle Moog heute insgesamt etwa 140 Mitarbeiter. Das Sortiment umfasst mehr als 70 verschiedene kaltgepresste Öle in Bio-Qualität: Von Klassikern wie Raps- und Sonnenblumenöl über Gourmet-Produkte wie Walnuss- oder Kürbiskernöl bis hin zu Lein- und Schwarzkümmel-Vital-Ölen.

Mit 40 Sachen Richtung Hauptstadt: Acht bis neun Stunden Fahrt liegen vor den Bauern.
Mit 40 Sachen Richtung Hauptstadt: Acht bis neun Stunden Fahrt liegen vor den Bauern. © Claudia Hübschmann

Auch Landwirte des Ökohofes Mahlitzsch sind am Freitag mit ihren Traktoren nach Berlin gestartet. Sie alle eint ein Ziel, das Judith-Faller Moog so formuliert : "Es geht uns um eine bäuerliche, nachhaltige, alternative Landwirtschaft. Die sollte unserer Meinung nach bio sein." Der Termin der Demonstration ist nicht zufällig gewählt. Neben der Agrarministerkonferenz findet derzeit in Berlin auch die Grüne Woche statt. Zur Demonstration werden Zehntausende Menschen erwartet. Für Manuel Pick sind Zahlen aber zweitrangig. "Wichtig ist nicht Quantität, sondern Qualität", sagt er. Und das gilt auch für die Bio-Landwirtschaft.

Der Landwirtschaftsbetrieb Faller beschäftigt zurzeit fünf Mitarbeiter sowie einen Lehrling und einen Studenten. Angebaut werden auf mehr als 400 Hektar Fläche in der Lommatzscher Pflege Erbsen, Kartoffeln und Ölsaaten wie Raps und Sonnenblume. Grundsätzlich sind der Landwirtschaftsbetrieb und die Ölmühle zwei getrennte Unternehmen mit derselben Inhaberin. Der Bio-Hof liefert seine Ölsaaten an die Ölmühle. Als erste reine Bio-Ölmühle Europas stellt die Ölmühle Moog seit mehr als 30 Jahren aus Samen, Früchten und Nüssen Bio-Öle her. 1984 begann Franz J. Moog in Bram im Südwesten Frankreichs, seine Vision von ökologischer Landwirtschaft zu verwirklichen. Seine Tochter Judith Faller-Moog lebt diese Vision bis heute.

Nachdem 2004 in Klappendorf in der Lommatzscher Pflege ein zweiter Unternehmensstandort auf dem Bio-Landwirtschaftshof Faller gegründet wurde, beschäftigt die Ölmühle Moog heute insgesamt etwa 140 Mitarbeiter. Das Sortiment umfasst mehr als 70 verschiedene kaltgepresste Öle in Bio-Qualität: Von Klassikern wie Raps- und Sonnenblumenöl über Gourmet-Produkte wie Walnuss- oder Kürbiskernöl bis hin zu Lein- und Schwarzkümmel-Vital-Ölen.

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