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Mit dem Winter kommt der Feinstaub

Wie sich die hoch gefährlichen Luftschadstoffe auf die Gesundheit auswirken, hat jetzt eine Studie im deutsch-tschechischen Grenzgebiet untersucht. Koordiniert wurde das Projekt von Wissenschaftlern der TU Dresden.

© dpa (Symbolfoto)

Dresden. Unmengen an feinen und ultrafeinen Teilchen werden täglich in die Luft geschleudert. Wie sich solche Luftschadstoffe auf die Gesundheit auswirken, hat jetzt eine internationale Studie im deutsch-tschechischen Grenzgebiet in der Erzgebirgsregion untersucht. Koordiniert wurde das dreieinhalbjährige Projekt „Ultraschwarz“ von Wissenschaftlern der TU Dresden. Die Forscher konnten nachweisen, dass bei erhöhter Belastung der Luft mit bestimmten ultrafeinen Partikeln das Risiko von Atemwegs- oder Herzkreislauferkrankungen steigt.

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Analysiert wurden dabei mithilfe von Messstationen in Annaberg-Buchholz und Usti nad Labem auch die Quellen von Staubteilchen, deren Durchmesser kleiner ist als 2,5 Tausendstel Millimeter. Unter anderem kommen diese aus Abgasen und Reifenabrieb von Fahrzeugen, Streusalz im Winter, vor allem aber aus dem Verfeuern fester Brennstoffe und entfernt liegenden Quellen. Bei den Messungen durch das sächsische Landesamt für Umwelt, Geologie und Landwirtschaft zeigte sich, dass im Winter die Belastung an der deutschen Station um etwa ein Viertel höher liegt als im Jahresdurchschnitt. Auf böhmischer Seite ist es sogar mehr als ein Drittel. Verursacher ist hier vor allem das Heizen mit Kohle, Holz und anderen festen Brennstoffen.

Ultrafeinpartikel passieren Schranke zum Blutkreislauf

Ähnliches gilt für sogenannte ultrafeine Partikel. „Die haben einen Durchmesser von weniger als 0,1 Tausendstel Millimeter und sind damit 1 000-mal kleiner als der Durchmesser eines menschlichen Haares“, erklärt Projektkoordinatorin Anja Zscheppang vom Forschungsverbund Public Health. Deshalb können sie im Körper die Schranke zum Blutkreislauf überwinden und Ruß, Schwermetalle oder andere giftige Stoffe in Organe wie Gehirn, Leber, Nieren oder Herz transportieren.

Doch gerade für diese ultrafeinen Partikel gebe es noch keine EU-Verordnung wie für größeren Feinstaub, der regelmäßig gemessen werden muss, sagt Anja Zscheppang. Das Problem: Hier ist nicht die Gesamtmasse, sondern die Anzahl der winzigen Staubteilchen ausschlaggebend. Die Ergebnisse der Studie sollen deshalb helfen, Grenzwerte für die Konzentration von ultrafeinen Partikeln und Ruß festzulegen. „Um dies machen zu können, sind aber weitere Projekte notwendig“, sagt Anja Zscheppang.

Neben Patientenbefragungen konnten in der Studie auch Daten der Krankenhausstatistik für die Städte Aue, Marienberg und Annaberg-Buchholz ausgewertet werden. Das Fazit der Forscher: Wenn sich die Belastung der Außenluft mit Ruß und ultrafeinen Partikeln der Größen zwischen 20 und 100 Millionstel Millimetern erhöht, steigt auch das Risiko für eine Krankenhausaufnahme. „Das kann auch drei bis vier Tage nach der Belastung noch auftreten“, erklärt Anja Zscheppang. (SZ/fi)