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Mit der Kamera auf der Jagd nach Betrügern und Ganoven

Moderator Ulrich Meyer ist ein Pionier des privaten Rundfunks und seit 15Jahren das Gesicht der „Akte“-Sendungen auf Sat1.

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Von Carsten Rave

Wenn einer hinter unseriösen Schlüsseldiensten her rennt, dann ist es Ulrich Meyers Reporter von der „Akte“. Wenn jemand einen Internet-Abzocker ins Privathaus verfolgt, dann ist es auch Ulrich Meyers Mitarbeiter. Und wenn jemand bis auf die Kapverdischen Inseln reist, um einen betrügerischen Reiseveranstalter zur Rede zu stellen? Richtig: dann ist es wieder die Abteilung Meyer. Seit 15Jahren rücken der heute 54-Jährige und seine Mannschaft Betrügern auf die Pelle. Meyer startete auf Sat1 am 4. Januar 1995 mit der „Akte95“, seine Jubiläumssendung – „Akte 10“ – läuft heute Abend. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Eine wechselvolle Geschichte hat der Moderator Meyer hinter sich. Mehrfach wechselte Sat1 seinen Sendeplatz. Doch trotz dieses Zickzackkurses nahm der Selfmade-Mann aus Köln mit Arbeitsplatz in Berlin seine Zuschauer mit. Im Fußballer-Jargon würden die Fans sagen: „Unabsteigbar“ oder „unkaputtbar“. Rund drei Millionen Menschen sitzen dienstags vor den Bildschirmen, in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen betrug 2009 der Marktanteil 11,8 Prozent.

„Unser Magazin hat vor dem Hintergrund der Wirtschafts- und Finanzkrise einen hohen Zuspruch“, sagt Ulrich Meyer. Allerdings muss auch er mit Einschränkungen leben: „Die Erlöse der Sendung sind nicht mehr vergleichbar mit denen, die wir vor Jahren einmal hatten.“ Auslandsreisen seien so kaum mehr möglich. „Aber wir halten es mit dem rasenden Reporter Egon Erwin Kisch: Die wahren Abenteuer ereignen sich um die Ecke.“ Doch auch da lauern die Probleme, meist juristischer Natur: „Die Leute wissen heutzutage sehr wohl, dass sie verlangen können, die Kamera ausschalten zu lassen.“

Mit seinem Standbein „Akte“ kann der Moderator, der seine Karriere bei RTL begann und später mit dem Krawall-Talk „Einspruch“ bei Sat1 landete, zufrieden sein. Ein weiteres Standbein hat er mit der Sendung „Escher – Der MDR-Ratgeber“. Einige Jahre lang sendete Sat1 auch die „Fahndungsakte“, eine Privat-TV-Version des Eduard-Zimmermann-Klassikers „Aktenzeichen XY...“. Auf ein positives Echo hofft Meyer nun für seine „Akte Schicksal“, die 2009 bereits testweise lief.

Weitere Pläne hat der Mann, der getrost als einer der Pioniere des Privatfernsehens bezeichnet werden darf, derzeit nicht. Doch wünscht er sich, wenn er eines Tages die Bühne als Moderator verlässt, soll das Magazin mit dem Untertitel „Reporter kämpfen für Sie“ weiterbestehen. (dpa)