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„Mit der Kirchturmpolitik ist Schluss"

Bis 2013 will der Freistaat rund 926 Millionen Euro Fördermittel für die Entwicklung des ländlichen Raums ausgeben.

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Dresden - Für die Entwicklung des ländlichen Raumes in Sachsen stehen bis 2013 insgesamt rund 926 Millionen Euro aus dem Europäischer Landwirtschaftsfonds (ELER) zur Verfügung. Davon sollen etwa 422 Millionen Euro der Entwicklung der Dörfer zugute kommen, teile Agrarminister Stanislaw Tillich (CDU) am Mittwoch mit. Der Rest sei zur Entwicklung von Landwirtschaft und Naturschutz vorgesehen.

Vorfahrt hätten Wert schöpfende und beschäftigungswirksame Maßnahmen, Grundversorgung und soziale Dienstleistungen. „Geöffnet werden die Fördertöpfe nur dort, wo hohe Eigenanteile sichergestellt sind“, sagte Tillich. Damit sollten Eigeninitiative und Ehrenamt gestärkt werden.

Laut Tillich flossen seit 1991 mehr als 2,4 Milliarden Euro Fördermittel in den ländlichen Raum. Dieses Geld habe Investitionen von 4,4 Milliarden Euro nach sich gezogen. Sächsische Dörfer seien eine Augenweide, meinte der Minister. So wurden rund 40 000 ortstypische Gebäude und 600 dörfliche Gemeinschaftseinrichtungen saniert sowie 980 Kilometer Wege gebaut. Positiv sei auch die Bilanz beim Umweltschutz, wo 800 Kilometer neue Abwassernetze, 310 Kilometer Bachrenaturierung und 900 Kilometer Hecken zu Buche stünden.

Entscheidend für die nächste Förderperiode ab 2007 sei die demographische Entwicklung der Dörfer. Ein Bevölkerungsrückgang um zehn bis 15 Prozent und ein deutlich höherer Altersdurchschnitt erforderten eine veränderte Förderpolitik. „Mit der Kirchturmpolitik der vergangenen Jahre, also der konzentrierten Förderung einzelner Dörfer, ist jetzt Schluss“, sagte Tillich. Die Zusammenarbeit solle künftig übergemeindlich und Ressort übergreifend laufen. (dpa)