merken

Mit der Straßenbahn zum Leihtransporter

CarlundCarla.de will sein Carsharingangebot mit Bus und Bahn vernetzen. Die Stadt fördert das Projekt. Doch es gibt auch Hürden für die junge Firma.

© René Meinig

Von Nora Miethke

Anzeige
Symbolbild Anzeige

Erfinder aus Sachsen, über die man staunt

Vom Labor ins Wohnzimmer - spektakuläre Ideen aus der Region werden zu Produkten. In der neuen Serie "Genial Sächsisch" stellt die SZ Erfinder vor. 

Eine Geschäftsidee funktioniert selten auf Anhieb. Diese Erfahrung machen jetzt auch die Gründer des Dresdner Startups CarlundCarla.de. Der Carsharing-Anbieter gehörte 2017 zu den ersten Gründer-Teams im „Volkswagen Future Mobility Incubator“ in der Gläsernen Manufaktur, um dort sein Konzept für ein Corporate Carsharing auszuarbeiten .

Der Ansatz: Gewerbekunden mieten die Transporter und Kleinbusse langfristig an. Wenn die Fahrzeuge nach 17 Uhr oder am Wochenende nicht gebraucht werden, geben sie diese frei für die Vermietung an private Nutzer, die einen Umzug bewältigen müssen oder bei Ikea einkaufen wollen. „Die Gewerbekunden haben Zugriff auf einen flexiblen Fuhrpark, ohne sich um Finanzierung, Versicherung und Wartung kümmern zu müssen“, erklärt Mitgründer Richard Vetter. Doch der laufende Praxistest an zwei Dresdner Gewerbehöfen zeigt: Für Handwerksfirmen, die ihre Transporter als Lager für Werkzeuge und Material nutzen, ist das nicht praktikabel.

Die Gründer von CarlundCarla.de lassen sich davon nicht entmutigen und suchen nun andere Zielgruppen. Um für Privatnutzer attraktiver zu werden, will CarlundCarla.de ab März/April 2019 allen Kunden einen Rabatt auf die Mietkosten geben, die mit Bus oder Straßenbahn zur Leihstation kommen. Der Nutzer erstellt ein Foto seines Tickets und dieses wird per digitaler Bilderkennung ausgewertet und auf Echtheit geprüft. An einer entsprechenden Softwarelösung wird laut Vetter gerade intensiv programmiert. Die Vernetzung von öffentlichem Nahverkehr und Carsharing begeistert die Dresdner Wirtschaftsförderung so sehr, dass sie das Projekt mit 59 000 Euro Innovationsförderung unterstützt. „Wir wollen Dresden zu einer der führenden Smart Cities in Europa machen. Dazu gehören auch intelligente Lösungen beim Verkehr wie von CarlundCarla.de“, betonte am Dienstag Robert Franke, Chef der Wirtschaftsförderung, bei der Vorstellung im Dresdner Rathaus.

Ein weiterer Kooperationspartner ist Volkswagen Nutzfahrzeuge. Sie übernehmen sechs Monate lang die Leasingkosten für zehn fabrikneue Transporter und helfen bei der Kundenansprache in den Gewerbeparks. CarlundCarla.de hat inzwischen 60 Fahrzeuge an 14 Standorten in der Stadt zu stehen. Der 15. Standort in Leuben wird im Juli eröffnet.

www.carlundcarla.de