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Kamenz

Mit drei Traktoren nach Berlin

Auch aus dem Haselbachtal zogen Bauern zum Protest gegen das Agrarpaket.

Bauern protestieren gegen das Agrarpaket der Bundesregierung.
Bauern protestieren gegen das Agrarpaket der Bundesregierung. © dpa

Gersdorf/Berlin. Mit drei Traktoren rollten auch Bauern aus der Kamenzer Region von der Lausitzer Hügelland Agrar AG am Dienstag mit nach Berlin zu einer groß angelegten Protestaktion. Auch der Chef selbst, Vorstand Marco Habendorf, machte sich selbst mit auf den Weg.

Prokuristin Kerstin Rolle erklärt, warum auch hiesige Bauern in die Bundeshauptstadt gefahren sind. „Wir wollen erreichen, dass das sogenannte Agrarpaket nicht beschlossen wird, insbesondere die Düngeverordnung.“ Das seien Entscheidungen von oben herab, ohne die Bedingungen der Bauern vor Ort wirklich zu kennen. Den Bauern würden die Produktionsgrundlagen entzogen und Jobs gefährdet.

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Aus den Kreisen Bautzen/Görlitz waren um die 200 Traktoren unterwegs, schätzt Mitorganisator Hagen Stark ein. Organisiert wird die Trecker-Demo vom Verein „Land schafft Verbindung“. Hagen Stark ist Vizevorsitzender und erklärt: „Uns geht es erstens um das Agrarpaket, das eine erneute Verschärfung der Düngeverordnung vorsieht, zweitens um die permanente Stimmungsmache gegen uns Bauern und drittens um das geplante Mercosur-Handelsabkommen mit der EU, wo südamerikanische Staaten ihren Markt für Europa öffnen wollen“, erklärt der Landwirt. Gerade bei Letzterem fürchten die Bauern, dass billiges – und keineswegs tier- und umweltfreundlich produziertes – Fleisch den deutschen Markt überschwemmt.

Bemerkenswert an der neuen Bewegung „Land schafft Verbindung“ ist die Einmütigkeit, mit der sich die Bauern versammeln: Sie stammen aus verschiedenen Zweigen der Landwirtschaft – vom Milchbauern bis zum Imker: „Wir haben sowohl Biobauern als auch konventionell arbeitende Landwirte bei uns“, betont Hagen Stark. Die derzeitige Umwelt- und Agrarpolitik in deutschland gefährde nicht die Wirtschaftskraft der Unternehmen, sondern auch den sozialen Frieden.

Der Bauernverband unterstützt Protest und Demo in Berlin ebenfalls. Rainer Peter, Geschäftsführer dieser Vereinigung in der Oberlausitz, bestätigt, dass man bei der Finanzierung von Bussen helfe, um Demoteilnehmer nach Berlin zu bringen. „Die aktuellen Schwierigkeiten betreffen alle Betriebe, egal, ob groß oder klein, wir finden den Protest richtig“, sagt Peter, der auch schon den stillen Protest der grünen Kreuze auf den Feldern in der Region als Achtungszeichen begrüßt hatte. Eines steht zum Beispiel bei Pulsnitz. (SZ/abl/ha)