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Geld und Recht

Mit E-Zigarette auf Reisen

Die Ferienzeit wird häufig für entspannte Urlaube in fernen Ländern genutzt, doch Vorsicht: Andere Länder, andere Sitten: 

© Silviarita

Dieses Sprichwort mag man zwar bereits zur Genüge gehört haben, aber auch für E-Zigaretten trifft dies zu. 

Beziehungsweise variiert die Gesetzgebung diesbezüglich von Land zu Land. Damit keine Urlaubsmalheurs während dem Aufenthalt selbst passieren, tut man gut daran, sich ein wenig mit der Situation vor Ort vorweg vertraut zu machen.

Europa gilt grundsätzlich als vergleichsweise liberales Gebiet, was die E-Zigarette als Alternative zum Rauchen betrifft. Hier kann man überall Dampfen, wo man auch Rauchen darf und Liquids sowie Zubehör sind weitgehend frei verkäuflich. In einigen Ländern wurde allerdings vom guten Recht Gebrauch gemacht, die Regeln etwas zu verschärfen. 

Die Schweiz, wie auch Norwegen verbieten beispielsweise nikotinhaltige E-Liquids und in Polen und Finnland ist der „Tabak“ für die E-Zigaretten hoch besteuert und dadurch sehr teuer. Finnland erlaubt überhaupt nur Liquids, die nach Tabak schmecken. In diese Länder nimmt man am besten genug Vorrat mit. 

In Spanien hingegen gelten freiere Regeln. Dort dampft man, wie man raucht und auch der Nachkauf von E-Liquid oder Zubehör dürfte kein Problem darstellen. Das ist natürlich abhängig davon, wo man sich befindet. In Städten sind Vape Stores logischerweise leichter anzutreffen, als in Badeorten oder im idyllischen Hinterland. Tschechien bleibt Raucherland, hier gibt es so gut wie keine Einschränkungen. 

China und Korea sind ganz entspannt und lassen sowohl die Nutzung als auch die Einfuhr geschehen. Keinerlei Befürchtungen braucht man in Russland, der Türkei und Aserbaidschan zu haben - auch hier sind E-Zigaretten und Liquid mit Nikotin komplett legal.

In den Vereinigten Staaten von Amerika gibt es keinen Ärger bei Nutzung und Einfuhr, anders in Mexico: für E-Zigaretten-Nutzer drohen hier hohe Strafen von bis zu 250.000 Pesos.

Generell ist Lateinamerika ein hartes Pflaster, was E-Zigaretten angeht. In Panama und Brasilien drohen hohe Geldstrafen und die Beschlagnahmung der Geräte und Liquids. Ausnahmen sind die Staaten Französisch-Guyana, El Salvador, Paraguay und Guyana, wo das Dampfen in vollem Umfang erlaubt ist. Auch Honduras und Ecuador sind den Dampfern freundlich gesinnt.

Auf der anderen Seite des Planeten geht es strenger zu. Nepal, Myanmar, Nordkorea, Pakistan und Sri Lanka dulden zwar den Besitz von E-Zigaretten, aber die Nutzung in der Öffentlichkeit ist streng verboten. Auch der Verkauf von E-Zigaretten und Liquids wird durch den Staat stark reglementiert.

In der Elfenbeinküste, Eritrea und Gambia sind nikotinhaltige Liquids komplett verboten und das Nutzen von E-Zigaretten in der Öffentlichkeit untersagt. Marokko und Tunesien drücken bei Touristen zwar gerne mal ein Auge zu, aber der Erwerb von E-Zigaretten ist nur in so genannten Blackmarkets möglich.

Viel einfacher ist es in Hong Kong, Australien, Japan und Jamaika; dort sind zwar nikotinhaltige Liquids untersagt bzw. nicht käuflich zu erwerben, aber die Nutzung von E-Zigaretten in der Öffentlichkeit wird akzeptiert. Der Kauf von nikotinfreien Liquids ist unproblematisch, weil genügend Shops Liquids führen.

Ganz anders sieht es in ein paar der Hardlinerländern aus. Insgesamt sind es aktuell 26 Länder, die den Gebrauch von E-Zigaretten im öffentlichen Raum mit hohen Geldstrafen belegen und auch nicht vor Beschlagnahmung und Vernichtung der Geräte zurück schrecken. Zu diesen Ländern zählen unter anderem Brunai, Dubai, Jordanien, Libanon, Katar, Oman und die Arabischen Emirate. Hier sollte man behutsam mit der Dampfe umgehen und vielleicht nicht allzu schwere Wolken über den Marktplatz werfen. 

Am heikelsten ist wahrscheinlich die Anreise. Vor Ort kann man ohnehin in den meisten Destinationen ganz normal der Dampflust frönen, wie man das auch von zuhause gewohnt ist. Probleme bereitet hauptsächlich das Flugzeug und seine Sicherheitsvorkehrungen. Wo darf also welches Teilstück der E-Zigarette in welchen Mengen hin?

E-Liquids im Flugzeug mitführen

Was Liquids betrifft, gelten die ganz normalen Flüssigkeitsregeln. Im Handgepäck darf insgesamt ein Liter in max. 100 ml großen Flaschen mitgeführt werden. Im Koffer ist auch mehr möglich. Zur Sicherheit sollte man die Liquidfläschchen nicht ganz voll lassen, weil sie durch den veränderten Luftdruck auslaufen könnten. Dasselbe gilt für den Tank.

Handgepäck oder doch lieber in den Koffer?

Bei der elektrischen Zigarette ist ein wenig umdenken gefragt, denn während andere Substanzen und Gegenstände tendenziell sicherheitshalber in den Koffer wandern, muss sie ins Handgepäck. Das hängt damit zusammen, dass sie im Frachtraum nicht gelöscht werden kann, sollte sie dort Feuer fangen. Das kann passieren, wenn sie ungünstig liegt und der Feuerknopf aus Versehen betätigt wird. 

Verdampfer und Akkuträger sollten voneinander getrennt ins Handgepäck. Akkus müssen außerdem getrennt vom Gerät aufbewahrt werden und zwar am besten in einem Battery Case. In dieser Form kann man sie auch problemlos im Koffer aufbewahren. Manche Airlines beschränken die Anzahl der erlaubterweise mitzuführenden Akkus.

Dampfen am Flughafen

Bestimmungen fürs Rauchen und Dampfen sind von Flughafen zu Flughafen verschieden. Meistens darf man vor dem Flughafen draußen in bestimmten Zonen Rauchen. Zusätzlich dazu gibt es eigene Raucherkabinen im Inneren des Gebäudes. Das E-Dampfen ist in den meisten Fällen gleich oder zumindest ähnlich geregelt.

Zu beachten ist auch, dass dort die Gesetze des jeweiligen Landes gelten. Am Flughafen der Destination darf man sich also genauso viel erlauben, wie während des rechtlichen Urlaubs.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem externen Redakteur O. König.