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Mit Etappenerfolg ins Gelbe Trikot

Geraint Thomas gewinnt die erste Bergankunft bei der Tour de France und liegt jetzt vorn.

© dpa

Von Christoph Leuchtenberg und Emanuel Reinke

Nach dem Rennen seines Lebens schlüpfte Geraint Thomas überglücklich ins Gelbe Trikot. Von einer Wachablösung bei der Tour de France wollte die Nummer zwei der Sky-Mannschaft aber nichts wissen. „Christopher Froome ist noch immer unser Kapitän“, sagte Thomas, nachdem er als Edelhelfer seinen Leader bei der ersten Bergankunft mit dem Tagessieg in den Schatten gestellt hatte. Enttäuschung herrschte dagegen bei Sprint-Star Marcel Kittel, der außerhalb des Zeitlimits blieb und gemäß Reglement aus dem Rennen genommen wurde. Eine schwache Frankreich-Rundfahrt fand für den Arnstädter ein bitteres Ende.

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Thomas versuchte nach seinem Triumph die schwelende Debatte über die Führungsrolle im erfolgsverwöhnten Sky-Rennstall zu ersticken. „Wenn es darauf ankommt, lasse ich Chris den Vortritt“, sagte der Waliser. Er hatte Froome am Schlussanstieg abgehängt und die stallinterne Hackordnung offenbar umgeworfen. „Es ist etwas Spezielles, am Berg zu gewinnen. Ich habe nicht damit gerechnet“, sagte Thomas. „Ich musste auf den Sieg gehen. Es wäre dumm gewesen, es nicht zu tun.“ Thomas löste auf dem Teilstück über vier Alpenpässe den Belgier Greg Van Avermaet nach gut einer Woche als Spitzenreiter ab.

In der Vergangenheit hatten Froomes Domestiken sportlich gegen die Nummer eins aufbegehrt. Schon 2017 wirkten die Spanier Mikel Landa und Mikel Nieve bei der großen Schleife phasenweise stärker als ihr Boss. Besonders Landa hätte seinen Chef in den Bergen wohl stehen lassen können. Beide traten nach der Saison die Flucht an, spielen aber bei dieser Tour de France nicht die erhoffte Rolle.

In erster Linie kennt Froome die Position von Thomas aus eigener Erfahrung: 2012 wirkte er als damaliger Debütant bei der Frankreich-Rundfahrt stärker als sein Sky-Kapitän Bradley Wiggins. Doch der deutlich bekanntere Wiggins sollte unbedingt die große Schleife als erster Brite gewinnen. Froome musste sich mit dem zweiten Platz begnügen. Erst 2013 bekam er den Freifahrtschein.

Am Donnerstag manifestiert sich das Klassement weiter. Die 12. Etappe mit Start in Bourg-Saint-Maurice endet nach 175,5 Kilometern auf der berühmt-berüchtigten Ski-Station L’Alpe d’Huez. Hunderttausende Fans sorgen entlang der steilen Serpentinen für eine Stadionatmosphäre, wie sie im Radsport wohl einmalig ist. (sid)