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Mit Maiers Neuer ist nicht zu spaßen

Die Verlobte des Dresdner AfD-Bundestagsabgeordneten Jens Maier stand vor Gericht und wurde dort als „Reichsbürgerin“ eingestuft. © dpa

Eine 53-Jährige hat ihren Ex mit derben Beleidigungen bedacht und nennt Deutschland eine „Bananenrepublik“. Nun heiratet sie einen Berufspolitiker.

Für den Richter ist die Angeklagte eine typische Angehörige der Reichsbürger-Szene. Die 53-jährige Deutsche nannte ihre Personalien nicht vollständig und zeigte auch ihren Personalausweis nicht. Stattdessen verlangte sie den Dienstausweis des Richters und bezeichnete Deutschland als „Bananenrepublik“. Der Prozess am Amtsgericht Dresden gegen Christina B. war nach zehn Minuten bereits wieder vorbei.

Eigentlich hatte die 53-Jährige Einspruch gegen einen Strafbefehl eingelegt. Im Frühjahr 2017 hatte sie demnach viermal ihren ehemaligen Ehemann mit hässlichen begriffen bedacht – auf Überweisungsträgern ihrer Unterhaltszahlungen an den Verflossenen. „Intriganter Judenarsch“ soll sie dort etwa geschrieben haben, auch „Penner“, „Versager“ und „Sozialschmarotzer“. Aufgrund der klaren Beweislage hatte das Gericht die Frau, sie arbeitet im öffentlichen Dienst, per Strafbefehl zu einer Geldstrafe von 1 875 Euro verurteilt. Diese Entscheidung sollte nun eigentlich in dem Prozess erneut geprüft werden. Doch nachdem die Angeklagte ihre Personalien nicht nannte, beantragte die Staatsanwaltschaft die Verwerfung des Einspruchs der Angeklagten.

Richter Herbert Dietz kündigte an, die Frau als mutmaßliche Anhängerin der Reichsbürger-Szene dem Verfassungsschutz zu melden. Reichsbürger erkennen die Bundesrepublik und ihre Gesetze nicht an. Wie die Bildzeitung berichtete, bestätigte der Dresdner AfD-Bundestagsabgeordnete Jens Maier, selbst Richter, er sei mit der Angeklagten verlobt. Von dem Prozess habe er nichts gewusst. Seine Frau gehöre „definitiv nicht zur Reichsbürger-Szene“.