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Es fehlt an Wertschätzung

Peggy Zill über die Bezahlung der Altenpfleger.

Von Peggy Zill
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Peggy Zill
Peggy Zill ©  SZ-Montage

Es geht um mehr als eine Million Beschäftigte: Für die Altenpfleger in Deutschland soll ein einheitlicher Tarifvertrag her. Die Verhandlungen mit der Tarifkommission der Gewerkschaft Verdi sollen bald beginnen.

Bisher sind rund 80 Prozent der Heime und Pflegedienste nicht tarifgebunden und nur zehn Prozent der Pflegekräfte gewerkschaftlich organisiert. Kommt es tatsächlich zu einem Abschluss, kann das Bundesarbeitsministerium diesen für allgemeinverbindlich erklären. Dann dürfte kein Pflegeunternehmen mehr geringere Löhne zahlen, als dieser Tarif vorgibt.

Was ein Altenpfleger verdient, hängt stark davon ab, wo und für wen er arbeitet. Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung bekommt eine Fachkraft in der Altenpflege durchschnittlich 2 620 Euro und eine Hilfskraft 1 870 Euro.

 Das Institut hat auch ausgerechnet, dass Sachsen bis 2030 über 21 000 zusätzliche Altenpfleger brauchen wird. Die Branche steht vor großen Herausforderungen. Um das zu schaffen, muss der Beruf attraktiver werden. Die Bedingungen sollen optimiert, die Arbeitszeiten familienfreundlicher werden.

Aber auch wenn das Drumherum passt, machen die derzeitigen Löhne deutlich, dass es einfach an Wertschätzung mangelt. Am besten bezahlt werden noch immer diejenigen, die sich am meisten um Geld und am wenigsten um Menschen kümmern: Banker und Versicherer. Da darf man sich nicht wundern, wenn zu wenig Absolventen soziale Berufe ergreifen. Nur mit Motivation lässt sich das Leben nicht finanzieren.

E-Mail an Peggy Zill

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