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Rote Notenständer beim Tag der Sachsen

Warum Probenwochenende, wenn man auftreten kann? Der Frauenchor Cantores übt schon jetzt für die große Sachsenfete.

© privat

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Großenhain/ Torgau. Sie sind ein Ableger der Singgemeinschaft und sie können`s auch auf Englisch, Schwedisch, Ghanaisch oder Afrikaans. All diese Sprachen sind im Lieder-Repertoire des Frauenchores Cantores vertreten. 14 Sängerinnen haben diese Gruppe vor einigen Jahren gegründet, um sich gesanglich von der gemischten Singgemeinschaft abzuheben. „Wir sind früher nur zu besonderen Anlässen aufgetreten“, sagt Chorleiterin Maren Göpel aus Wildenhain. Mittlerweile singen sie da, wo sie angefragt werden. Ihre Cantores bringen Lieder zu Gehör, die außergewöhnlicher und frecher sind als die des großen Ensembles. Gerade richtig für die große Sachsenfete im September.

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„Normalerweise haben wir da immer ein Probenwochenende“, meint Maren Göpel. Doch weil der Auftritt der Cantores beim Tag der Sachsen vor vier Jahren in Großenhain so toll war, haben sie sich diesmal wieder beworben. „Es sieht so aus, dass wir auf einer Chorbühne im Park auftreten werden“, hat eine der Sängerinnen herausgefunden. Das würde den Frauen, die immer in roten Blusen oder T-Shirts und mit roten Notenständern singen, gut gefallen. Auch in Großenhain werden die Sängerinnen zum Tag der Parks und Gärten im Waldpark Kupferberg auftreten.

Singen mit Bewegungen

„Danke für die Lieder“ von Abba, „Probier`s mal mit Gemütlichkeit“ aus dem Dschungelbuch, Gospels und Phantastisches wie „Cantus iteratus“ von Karl Jenkins bringen die Frauen vierstimmig zu Gehör. Es ist eine andere Klangfarbe als die Singgemeinschaft, unterstreicht Sängerin Christel Keil. „Und noch bissel mehr“. Die Frauen sehen sich als eine lustige Truppe, die auch bei privaten Feiern gern ein Ständchen bringt. Die Zahnärztin und die Lehrerin, die Rentnerin und die medizinische Angestellte proben donnerstags noch nach der Singgemeinschaft, von 21 bis 22 Uhr. Dann werden auch kleine Choreografien einstudiert – denn nur so dastehen, das wollen die Sängerinnen nicht. Zum Tag der Sachsen in Torgau hoffen sie, sich stärker bekannt machen zu können. Danach geht es gleich weiter nach Gröditz, wo ein gemeinsames Singen mit dem dortigen Frauenchor geplant ist. Auch in Riesa zum Klostersingen und in Elbflorenz bei „Dresden singt und musiziert“, waren die Cantores bereits vertreten. Im Vorjahr bei der Dresdner Schlössernacht und zu Weihnachten in der Kirche Koselitz gaben sie ihre Visitenkarte ab. Außerdem zur Weihnachtsfeier der Großenhainer CDU und bei Wacker Chemie.

Modern und unterhaltsam

Nun holen sie die Noten von „Der Käfer und die Blume“ aus der Mappe, Maren Göpel begleitet am Keyboard. Immer wieder neue Titel sucht die Inhaberin der Wildenhainer Musikschule Göpel für ihre Cantores aus. Es sind moderne, unterhaltsame Stücke. „Wir könnten zwei Stunden Programm machen“, sagt Chorleiterin Göpel stolz. Dass sie mit ihren Frauen einen guten Faden spinnt, ist deutlich zu spüren.

Nur einen „Nachteil“ hat der Frauenchor: Er nimmt keine neuen Mitstreiterinnen auf – es sei denn, man entscheidet sich auch für die Singgemeinschaft.

www.keyboardorchester.de/frauenchor-cantores