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Mit Rumba in die Erdbeersaison

Eine der frühen Sorten heißt wie der kubanische Tanz. Ob den Obstbauern zum Saisonende nach tanzen ist, liegt auch am Wetter.

© Dietmar Thomas

Von Heike Heisig

Leisnig. Wer an der Feldverkaufsstelle in Minkwitz nach der bekannten Holzbude Ausschau hält, der wird überrascht. An einem modernen Stand bieten die Leisniger Obstgärtner in dieser Saison die ersten Früchte vom Erdbeerfeld an. Und die heißen in diesem Jahr unter anderem Rumba und Jive – tanzen können sie allerdings nicht. Auch Sonata bringen die Erntehelfer schon ein. Insgesamt werden um Leisnig auf einer Fläche von sechs Hektar fünf Sorten Erdbeeren angebaut.

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Erst ein paar Tage läuft die Erdbeerernte in Sachsen und damit auch im Obstland. Normalerweise ist das die Zeit für die Pflücker, um auf Betriebstemperatur zu kommen, sich langsam an ein steigendes Pensum zu gewöhnen. Doch die Witterung in diesem Jahr lässt das nicht zu. „Wenn es weiter so heiß bleibt, dann werden alle Früchte gleichzeitig reif“, schildert Tina Eichhorn von der Marketingabteilung der Obstland Dürrweitzschen AG, zu der die Leisniger Obstgärtner als Tochterunternehmen gehören. Den Obstbauern gefiele es besser, wenn die Temperaturen auf 20  Grad Celsius fallen würden. Diese Witterung käme einer zeitversetzten Reife der Früchte viel eher entgegen als die gegenwärtige Hitze. Nicht umsonst würden unterschiedliche Sorten mit gestaffelten Reifeterminen angebaut. „Ein Zeitfenster, bis wann wir ernten, lässt sich diesmal nicht abschätzen“, so Tina Eichhorn.

Nach ihren Angaben sind auf den Erdbeerfeldern um Leisnig rund 50 Helfer im Einsatz. Das sind festangestellte Mitarbeiter und Saisonarbeitskräfte, unter anderem aus Rumänien. Weitaus mehr sind es im gesamten Obstland. Dort werden die roten Früchte auf insgesamt 38 Hektar angebaut. Das sind weit mehr als zehn Prozent der Gesamtanbaufläche in Sachsen. Die hat sich im Vergleich zu 2017 um 13 Hektar reduziert. Als Ursachen nennt der Landesverband sächsisches Obst zum einen die steigenden Lohnkosten für die Saisonarbeiter und zum anderen die Schere zwischen dem Verkaufserlös und den Kosten für den Erdbeeranbau. Bei erntefreundlichem Wetter rechnet der Verein mit einem tollen Ergebnis. Dann sollten 2 750 Tonnen der roten Früchte von den Feldern im Freistaat geholt werden. Das wären – trotz reduzierter Anbaufläche – 1 300 Tonnen mehr als im vergangenen Jahr.