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Sebnitz

Mit schneidendem Humor und gutem Bauchgefühl

Die Burg Stolpen präsentiert eine neue Karikaturenschau. Barbara Henniger stellt sich täglich dem Gelächterkampf.

Geht auch ohne Fernseher. Dass Bauern ihre Frauen suchen, kommt in den besten Familien vor.
Geht auch ohne Fernseher. Dass Bauern ihre Frauen suchen, kommt in den besten Familien vor. © Karikatur: Barbara Henniger

Es darf wieder gelacht werden auf Burg Stolpen. Die Karikaturistin Barbara Henniger hat den Stift gespitzt und ihre Ausstellung spontan unter den Titel „Böse Bilder“ gestellt. Sie betreibt eine sehr unterhaltsame Art der munteren Gesellschaftskritik.

Der Journalist und Autor Peter Ufer, der die Laudatio hielt, sagte: „In ihrem Alter sind Motive aus dem Operationssaal übrigens keine Seltenheit. Eine ihrer Ausstellungen nannte Barbara Henniger kürzlich auch Restlaufzeit. Der Unterschied zu Atomkraftwerken besteht allerdings darin, dass ihre Werke keinerlei Mindesthaltbarkeitsdatum besitzen. Sie sind weder vom Verfallsdatum betroffen, noch muss die Karikaturistin selbst demnächst abgeschaltet werden.“ Die Worte charakterisieren Barbare Henniger treffend. Ihre Arbeiten kitzeln zwar die Lachmuskeln, doch dahinter steckt genau das, was die Betrachter lieben: scharfzüngiger Humor.

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Barbara Henniger hat ihren 80. Geburtstag hinter sich und fühlt sich ausgezeichnet. Sie sagt selbst, dass sie mehr Hochspannung besitzt, als mancher Politiker, der an seiner eigenen Bequemlichkeit zugrunde geht. Und das liegt vielleicht auch daran, dass sie nie zurückschaut, sondern immer nach vorn blickt und mit dem richtigen Gefühl auch etwas bei den Zuschauern erreichen kann, sie zum Nachdenken bewegt. Und das spricht letztlich auch dafür, dass sie sich immer wieder aktuellen Themen widmet, wie in Stolpen gar der Schweinezucht. Denn wer will die schon in der Nachbarschaft haben, und ein Ferkel kommt bekanntlich nicht allein. Die Zuschauer dürfen überrascht sein, wie Barbara Henniger dieses brandaktuelle Thema in Stolpen umgesetzt hat. Sie bringt zahlreiche Themen zu Papier. „Dabei hat sie nie ihr Gesicht verloren, sondern darauf geachtet, dass sie zu allen Zeiten in den Spiegel schauen kann“, sagte Peter Ufer. Ihr Anspruch an ihre Karikaturenkunst entspricht einem Idealismus, bei dem das Menschliche an erster Stelle steht. Und zum Menschlichen gehört immer der Witz, ob heiter, hintersinnig, bitter oder eben unerbittlich als Schwarzer Humor. Hennigers Augenmerk liegt auf dem bösen Witz mit doppeltem Boden. Erlebt hat sie selbst ziemlich viel. Kurz vor dem Krieg kommt sie am 9. November 1938 in Dresden zur Welt. Sie überlebt, und das war die erste Erfahrung in ihrem Leben. Und jeder, der nur daran denkt, den Frieden aufs Spiel zu setzen, könnte sich in einer ihrer Karikaturen wieder finden. Von 1956 bis 1958 studierte sie zunächst Architektur. Ab 1959 arbeitet sie jedoch als Journalistin beim Sächsischen Tageblatt.

1967 zog sie nach Strausberg bei Berlin. Dort entschied sie auch, sich als Karikaturistin selbstständig zu machen. Die Ausstellung ist noch bis zum 27. Oktober auf Burg Stolpen zu sehen. Die Ausstellung wird gemeinsam mit der Galerie Komische Meister Dresden präsentiert.

Für Informationen zwischendurch aufs Handy können Sie sich unter www.szlink.de/whatsapp-regio anmelden.

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