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Protest gegen Stellenabbau

Gegen den geplanten Abbau von 800 Jobs wächst der Widerstand in der Belegschaft des Dresdner Chip-Unternehmens Globalfoundries. Doch die Fronten scheinen verhärtet.

© dpa

Von Annette Binninger

Dresden. Es sind viele junge Familien mit Kindern, die sich an diesem eiskalten Samstag vor dem Dresdner Hauptbahnhof versammelt haben. Aus Sorge um ihren Arbeitsplatz bei Globalfoundries. „Ich will sichere Arbeit für Papa“, steht auf einem Pappschild, das ein Kind um den Hals trägt. „Qimonda reloaded“ erinnert ein Demonstrant an den Untergang eines anderen Chip-Unternehmens in Dresden vor rund sechs Jahren. „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Arbeit klaut“, rufen die rund 300 Demonstranten anschließend bei ihrem Zug durch die Dresdner Innenstadt. Passanten bleiben verdutzt stehen.

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Globalfoundries hatte im Oktober angekündigt, 800 der insgesamt 3 700 Stellen in Dresden zu streichen – wegen des starken Kostendrucks in der Branche. Dabei ist das Management insgesamt dennoch positiv gestimmt: Die Einführung einer neuen Chip-Generation steht am Standort bevor. Mitarbeiter, die jetzt gehen müssten, würden vermutlich bald eine Chance bekommen, wieder an Bord zu kommen.

Gewerkschafter befürchten dennoch, dass der geplante „Kahlschlag“ bei Globalfoundries sogar bis zu 1 300 Jobs kosten könnte. „Wir wollen eine Perspektive statt planlose Konzepte“, fordert Oliver Heinrich, Vorsitzender des Landesbezirks Nordost der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE). Es dürfe nicht einfach „nach Rasenmäher-Methode“ gekürzt werden.

In Tarifverhandlungen sollten Arbeitszeitmodelle gefunden werden, statt nur auf Entlassungen zu setzen, fordert Heinrich. „Alle Möglichkeiten müssen geprüft werden“, fordert der Gewerkschafter. Das Management von Globalfoundries müsse sich bewegen und endlich verhandeln.

Ein klein wenig Hoffnung versucht Wirtschaftsstaatssekretär Stefan Brangs den Demonstranten bei der abschließenden Kundgebung zu vermitteln. „Die sächsische Staatsregierung wird alles tun, damit dieser Standort erhalten bleibt“, sagt Brangs. „Das Mikroelektronik-Cluster Silicon Saxony ist nicht denkbar ohne Globalfoundries.“ Der Freistaat werde in Kürze Gespräche mit dem Eigentümer führen, kündigte Brangs an. Zugleich machte er aber auch klar: „Sachsen braucht mehr Tarifverträge. Die Zeit der Niedriglohnstrategie in diesem Land ist vorüber.“

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Ob das Engagement der Regierung zur Sicherung von Globalfoundries reicht, das bezweifelt unterdessen der Landeschef der Linkspartei, Rico Gebhardt. Er hatte sich als einziger Landtagsabgeordneter in den Zug der Demonstranten eingereiht. „Es wäre fatal für Dresden und Sachsen, wenn erneut eine CDU/SPD-Regierung in einer Krise des Hightechstandortes versagt wie seinerzeit 2009 beim Umgang mit Qimonda“, warnte Gebhardt. „Dieses Desaster darf sich nicht wiederholen!“