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Bautzen

Mitstreiter für Schwesternhäuser gesucht

Ein neuer Verein soll helfen, die historischen Gebäude zu erhalten und den Ort Kleinwelka zu beleben. Dafür sind Ideen und Talente gefragt.

Die Schwesternhäuser in Kleinwelka.
Die Schwesternhäuser in Kleinwelka. © Steffen Unger

Bautzen. Um das historische Ensemble der Schwesternhäuser in Kleinwelka wieder mit Leben zu füllen, soll ein Verein gegründet werden. Über die nächsten Schritte informiert am Sonnabend die Brüder-Unität. Die SZ sprach dazu mit dem Baureferenten Simon Schulze.

Herr Simon, die Brüder-Unität lädt zur Gründung eines Schwesternhäuser-Vereins ein. Welche Idee steht dahinter?

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Die Schwesternhäuser standen lange leer, auch weil es an einem Nutzungskonzept mangelte. Mike Salomon hat vor einigen Jahre das Ensemble wiederentdeckt und mit seinen Veranstaltungen gezeigt, welches Potenzial in der Region beim Thema Kulturarbeit steckt. Dieses Konzept hat uns inspiriert, die Häuser wieder zum Leben zu erwecken – mit Kunst, Kultur, aber nicht losgelöst von der Bevölkerung. Aus diesen Grund wollen wir nun einen Verein gründen, um zu schauen, wer sich mit welchen Ideen einbringen möchte.

Es gibt bereits den Remise-Verein, der die Kultursommer organisiert hat. Wozu braucht es einen zweiten Verein?

Wir haben mit Mike Salomon darüber gesprochen und gemeinsam entschieden, einen zweiten Verein zu gründen. Der Remise-Verein hat eine bestimmte Zielgruppe. Wir wollen indes ein breiteres Spektrum ansprechen. Wir wünschen uns aber eine enge Zusammenarbeit zwischen den beiden Vereinen. Es wird ein Miteinander und keine Konkurrenz geben.

Warum braucht es zum Erhalt der Häuser überhaupt einen Verein?

Wir als Brüder-Unität sind Gebäudeeigentümer. Erste zaghafte Sanierungsschritte laufen. Wir wollen aber keine leere Hülle erhalten. Unser Ziel ist die Nutzung, verbunden mit einem Trägerkonzept. Dessen Gestaltung würden wir gern in die Hände des neuen Vereins legen. Und ganz weit in die Zukunft geschaut, könnte der Verein auch Träger der Schwesternhäuser werden.

Wer ist zum Mitmachen eingeladen?

Alle Personen aus der Region, gern auch einige von weiter weg. Hauptsächlich suchen wir aber Mitmacher und Mitgestalter aus der näheren Umgebung. Die Schwesternhäuser sollen sich zu einem Projekt für die Menschen hier vor Ort entwickeln. Und dabei sind viele Talente gefragt: Wir suchen Leute, die sich mit Finanzen auskennen, jemanden, der die Sanierung begleitet. Es sind auch Leute mit Nutzungsideen gefragt, vielleicht hat jemand Lust, ein Lesecafé ins Leben zu rufen. Oder ein Kunsthandwerker sucht nach einer Werkstatt. Der Verein ist auch offen für nichtkirchliche Konzepte und Ideen.

Das hört sich ja schon nach zahlreichen Nutzungsideen an...

Bei einem Workshop haben wir schon einige Vorstellungen zusammengetragen. Sie sind als Anregung zu sehen. Von dem neuen Verein wünschen wir uns, dass er Ideen sammelt, sortiert und daraus ein tragfähiges Konzept entwickelt. Denn nur mit konkreten Projekten können wir Fördermittel, zum Beispiel für ein Seminarhaus, beantragen. Auch das war eine Idee für die Schwesternhäuser. Das Schöne ist ja, dass dort ganz viel nebeneinander passieren kann.

Sie sprachen vorhin schon die Sanierung an. Wie weit sind die Arbeiten?

Mit den ersten Schritten bei der Sanierung der Holzkonstruktion und des Dachs im sogenannten alten Waschhaus sind wir fertig. Das Gebäude ist erst einmal wieder dicht, die endgültige Dachdeckung kann in einem späteren Schritt erfolgen. Derzeit setzen Zimmerleute das Fachwerk im Mittelteil des alten Schwesternhauses instand.

Und was ist noch geplant?

Parallel läuft ein Antrag beim Amt für Denkmalschutz für die Dacherneuerung. Dafür planen wir 400 000 Euro, auch bei der Stiftung Denkmalschutz haben wir Förderung beantragt. Zudem sind wir im Gespräch mit dem Landesamt für Denkmalschutz, die Schwesternhäuser als „Denkmal von nationalem Interesse“ einzustufen. Damit hätten wir ganz andere Förderungs- und Unterstützungsmöglichkeiten.

Wie sieht der weitere Zeitplan aus?

Wir hoffen auf einen positiven Förderbescheid, dann könnte im kommenden Jahr das Dach gebaut werden. Die Vereinsgründung streben wir für den 23. November an. Wir investieren in die Schwesternhäuser richtig viel Geld. Was wäre schöner, wenn wieder richtig Leben im Ortskern wäre?

Gespräch: Miriam Schönbach

Info-Veranstaltung zur Vereinsgründung am Sonnabend, 17 Uhr, in der Remise, Zinzendorfplatz 7, Kleinwelka

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