merken

Mittelsachsen sparsam beim Müll

251 Kilo Abfall pro Kopf wurden 2014 im Kreis entsorgt. Es landen 70 Kilo Restmüll weniger in der Tonne als bundesweit.

© DA-Archiv/André Braun

Von Tina Soltysiak

Döbeln. Die Mittelsachsen trennen ihren Müll – und produzieren auch noch weniger, als die übrigen Deutschen. „Müllsparer leben hier. Das geht aus der Abfallbilanz des Landkreises Mittelsachsen 2014 hervor, die jetzt vorliegt“, teilte Solveig Schmidt von der Entsorgungsdienste Kreis Mittelsachsen GmbH (EKM) am Freitag mit. Am häufigsten landete bei den Menschen Restmüll in den Tonnen – nämlich 92 Kilogramm pro Kopf. „Das sind 33 Kilo weniger als im übrigen Sachsen. Und sogar 70 Kilogramm weniger als im bundesdeutschen Durchschnitt“, so Schmidt.

Stars im Strampler aus Döbeln
Stars im Strampler aus Döbeln

Hier werden Fotos von Neugeborenen gezeigt, die aus Döbeln oder aus der Region kommen. Vielleicht ist auch Ihr Bild bald dabei?

Jeder entsorgt jährlich etwa 110 Honiggläser

Umgerechnet etwa 110 Honiggläser hat jeder erwachsene Mittelsachse 2014 zum Glascontainer getragen. Dieser Rohstoff wird nach Farben getrennt gesammelt und ist beliebig oft recycelbar.

Mittelsachsen essen anscheinend sehr gern Joghurt

„Sachsen und insbesondere die Mittelsachsen sammeln mehr Leichtverpackungen als der Durchschnittsbundesbürger“, so EKM-Sprecherin Solveig Schmidt. Im Mittelsachsen würden jährlich 44 Kilogramm pro Kopf Joghurtbecher und Ähnliches entsorgt. Das entspreche ungefähr sechs vollen gelben Tonnen. „Im Freistaat werden drei Kilo und im Bundesdurchschnitt elf Kilo pro Kopf und Jahr weniger in die gelbe Tonne geworfen“, ergänzte sie.

Private Sammler machen Papier zu Geld

Etwa ein knappes Kilogramm pro Woche Altpapier und Pappe wirft ein Mittelsachse weg. Diese Zahl trügt allerdings. Denn Altpapier ist ein begehrter Rohstoff. „Hochwertige Zeitungen und Zeitschriften werden privaten Sammlern zum Kauf angeboten, die die Mengen gern abnehmen“, erklärte Solveig Schmidt von der EKM. Auch Kitas und Schulen sammeln Papier. Mit dem Geld, das sie dafür bekommen, finanzieren sie Ausfahrten oder Projekte. Das Bewusstsein fürs Recyceln steigt. So hat die EKM den Abfallkalender für dieses Jahr erstmals aus Altpapier fertigen lassen.

Biomüll wird als Dünger in Gärten genutzt

Die EKM befürwortet die Kompostierung von Grünschnitt im eigenen Garten. Die sei wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll. Schließlich werden die Pflanzenreste, von denen im Durchschnitt jeder Mittelsachse etwa 19 Kilogramm pro Jahr produziert, durchs Verrotten zu Dünger.

Mittelsachsen zahlen die geringsten Müllgebühren

„Der Landkreis kann trotz gestiegener Preise für die Abgabe seiner Abfälle beim Abfallwirtschaftsverband Chemnitz die Preise relativ stabil auf niedrigem Niveau halten“, so Solveig Schmidt. In der Abfallgebührenstudie des Landes Sachsen von 2014 sei Mittelsachsen Spitzenreiter in puncto Minimalgebühren. Etwa 34 Euro musste jeder Einwohner des Kreises dafür ausgeben.