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Mockritz bekommt einen Funkmast

Nach langer Auseinandersetzung stimmt die Gemeinde dem Bau zu. Wann begonnen werden soll, steht noch nicht fest.

© Dietmar Thomas/Archiv

Von Eric Mittmann

Großweitzschen. Er wird kommen, der Funkmast in Mockritz. In der vergangenen Sitzung des Gemeinderates Großweitzschen kam das seit Langem diskutierte Thema einmal mehr zutage, wobei die Räte dieses Mal eine Entscheidung treffen mussten. „Wir haben das Anliegen nun schon mehrfach behandelt. Es geht um ein Flurstück mit einer Fläche von 500 Quadratmetern, das Vodafone im Gewerbegebiet pachtet“, erklärte der erste kommissarische Bürgermeister Sven Burkert (Freie Wähler). Der Bauausschuss habe eine Empfehlung für das Projekt gegeben. Am Ende wurde der Antrag mit nur einer Gegenstimme des CDU-Bürgermeister-Kandidaten Sebastian Wloch beschlossen.

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Dieser hatte bereits im September scharfe Kritik an dem Vorhaben geübt. Damals war erkannt worden, dass an der Fläche, die zunächst an Vodafone vergeben war, die die TransPak GmbH Döbeln-Verpackungen bereits seit mehr als einem Jahr Interesse bekundet hatte (DA berichtete). „Das sind beides Sachen, die den Bauausschuss betreffen. Aber wir haben davon keine Ahnung. Über solche wichtigen Vorhaben werden wir nicht informiert. Dann können wir den Ausschuss auch auflösen“, erklärte Wloch. Auch allen anderen Gemeinderäten war damals augenscheinlich nicht klar gewesen, dass sie die Entscheidung zum Standort des Vodafone-Mastes so nicht hätten treffen dürfen, denn diese hatte Folgen für die Gemeinde.

Damit Großweitzschen alle Flächen, an denen TransPak Interesse hat, im Komplex verkaufen konnte, musste Vodafone mit seinem Mast umziehen. Der neue Bauplatz befindet sich nun zwischen den Firmen Polenz und Hämmerling. „Wir waren bereits mit Mitarbeitern von Vodafone vor Ort. Sie sind damit einverstanden“, sagte der kommissarische Bürgermeister Burkert während der Sitzung im September. Der Haken an der Sache: Aufgrund des neuen Standortes musste der Mobilfunkanbieter einen neuen Bauantrag einreichen und eine neue Planung anfertigen. Beides war bereits perfekt. Vodafone hätte bereits damals mit dem Bau des Mastes am alten Standort beginnen können. Für die Mehrkosten in Höhe von rund 10 000 Euro, die durch die zusätzlichen Papiere entstanden, musste die Gemeinde aufkommen.

Damit waren nicht alle Räte einverstanden. Schließlich spare der Mobilfunkanbieter am neuen Standort Erschließungskosten für diverse Medien, die dort bereits anliegen. Am alten Standort wären noch etwa 70 Meter vom letzten liegenden Kabel bis zum Mast zu überbrücken gewesen. Letztendlich entschieden sich die Räte jedoch auch damals schon für das Projekt. Der Differenzbetrag wurde an Vodafone gezahlt.

Wann mit dem Bau des Mastes begonnen werden soll, steht derzeit noch nicht fest. Den Ratsmitgliedern bereiteten zudem Hochspannungsleitungen Sorgen, die angeblich sehr nahe an dem geplanten Funkmasten vorbeiführen werden. „Das wurde alles bereits ausgemessen“, erklärte Burkert. „Die Verantwortlichen hatten dazu keine Bedenken geäußert.“

Der Vertrag mit TransPak sollte im Januar bei Notar Thomas Preißler unterzeichnet werden. Ihm gegenüber habe die Firma zugesichert, dass sie im nächsten Jahr baut. Weil die Gemeinde Fehler wie im Falle der Vodafone-Fläche künftig vermeiden möchte, sollen Kaufverträge künftig eine Investitionspflicht enthalten. Burkert erklärte im Januar, dass er dies bereits veranlasst habe.