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Modellflieger kämpfen weiter

Der Verkehrsminister wollte das Fliegen über 100 Meter verbieten. Nach Protesten kam ein Kompromiss, jetzt neuer Ärger.

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© André Braun

Von Maria Fricke

Roßwein. Noch knapp zwei Monate, dann startet der Modellflieger Sportclub Roßwein in die neue Saison. Was sie dabei Neues beachten müssen, wird zurzeit heftig diskutiert. Dürfen die Hobbyflieger ihre Flugobjekte auch zukünftig über 100 Meter aufsteigen lassen oder nicht?

Ginge es nach Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), dann wäre das in Zukunft verboten. Doch damit wollten sich die Modellflieger nicht abfinden. Deutschlandweit kamen über 128 000 Unterschriften für die Petition „Pro Modellflug – Hände weg von unserem Hobby“ zusammen. Es kam zu einem Kompromiss, die Deckelung auf 100 Meter war vom Tisch. Vorerst. Als Dobrindt am 18. Januar die neue Luftverkehrs-Ordnung vorstellte, hieß es plötzlich: „Man darf nur über 100 Meter auf zugelassenen Modellflugplätzen fliegen“, so Torsten Lehmann, Gebietsbeauftragter für Sachsen und Sachsen-Anhalt des Deutschen Modellflieger Verbandes sowie Modellflugsachverständiger. Neben der Einweisung über die Regeln des Modellfluges war demnach auch eine Ausnahmegenehmigung bei der Luftfahrtbehörde erforderlich. Die ist teuer und zeitintensiv. Fazit: Auch diese Verordnung macht das Modellfliegen unattraktiv.

Entscheidung fällt am 10. März

Doch die Modellflieger aus Roßwein haben noch Hoffnung. Am 22. Februar tagte der Verkehrsausschuss des Deutschen Bundesrates. Dort reichte das Bundesland Nordrhein-Westfalen einen Änderungsantrag ein. In diesem stand: Modellflieger sollen auch künftig über 100 Meter aufsteigen können und zwar dort, wo es erlaubt ist und nach einer Einweisung durch den Verband, jedoch ohne separate Aufstiegsgenehmigung. Elf Bundesländer stimmten in der Sitzung dem Antrag zu, vier enthielten sich, Brandenburg stimmte dagegen. Der endgültige Beschluss soll nun in einer Woche am 10. März gefasst werden. Die Roßweiner Modellflieger sind optimistisch, dass die Änderung durchgeht. .

Probleme bleiben trotzdem, wie die Roßweiner und Torsten Lehmann deutlich machen. Denn immer mehr Leute lassen Modellflieger oder auch Drohnen in die Luft steigen, ohne sich mit den damit verbundenen Pflichten und über die Rechte informiert zu haben. Daher plädieren Jan Porebinski vom Roßweiner Club und Torsten Lehmann zum einen für eine Einweisungspflicht von Modellfliegern. Es sollte demnach nur jemand den Flieger oder eine Drohne bedienen, der zuvor über die damit verbunden Gesetze aufgeklärt wurde. Zum anderen sollte jeder Modellflieger registriert sein, um im Schadensfall einen Ansprechpartner zu haben oder verloren gegangene Flieger einen Adressaten.