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Modepreis verliert Finalteilnehmer

Zwei Designerinnen stoßen sich an frauen- und fremdenfeindlichen Äußerungen des Görlitzer Kaufhaus-Besitzers Winfried Stöcker und ziehen Konsequenzen.

© privat

Von Sebastian Beutler

Görlitz. Mit Bedauern haben die Organisatoren des zweiten Euro Fashion Awards am 21. April im Görlitzer Kaufhaus auf die Absage von zwei jungen Designerinnen reagiert. „Wir bedauern das sehr, da wir gerade jungen Talenten der Branche mit dem Award helfen wollen“, erklärt Kaufhaus-Projektleiter Jürgen Friedel der SZ, „bekannt zu werden und eine Existenz aufzubauen. Zuvor hatten Lisa Mann und Hagar Sophia Rieger ihre Teilnahme am Finale des Award wegen frauen- und fremdenfeindlicher Aussagen von Kaufhaus-Besitzer Winfried Stöcker zurückgezogen. Diesen Schritt erklärten sie bereits Ende Februar gegenüber den Organisatoren, am Dienstag machte ihn die Universität der Künste Berlin in einer Presseerklärung öffentlich und stellte sich damit auch hinter die Entscheidung der beiden Designerinnen. Beide Frauen hatten an dieser Universität ihr Studium absolviert. Unterdessen sind sie von der Internetseite des Modepreises aus der Liste der Nominierten entfernt worden; sie umfasst nun neun Designer, die sich um den Modepreis bewerben.

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In ihrer Erklärung teilen die beiden Designerinnen mit, dass sie erst nach der Bewerbung erfuhren, wer als Geldgeber hinter dem Award steht, nämlich der Görlitzer Kaufhaus-Besitzer und Euroimmun-Geschäftsführer Winfried Stöcker. „In seinen Texten und Reden offenbart sich eine Weltsicht, die allem widerspricht, wofür wir persönlich und in unseren Arbeiten einstehen.“ Stöcker gehöre zu den Menschen, die zwar beteuern weder Rassist, Ausländerfeind noch Chauvinist zu sein, den anschließenden Satz jedoch mit einem gewichtigen „aber“ einleiten und darin jegliche Zweifel an ihrer Geisteshaltung durch rassistische, ausländerfeindliche und chauvinistische Aussagen ausräumen. Es sei ihnen aus moralischen Gründen nicht möglich, Preisgelder von Stöcker entgegenzunehmen.

Jürgen Friedel verteidigt das Recht Stöckers, sich gegen die herrschende Meinung zu äußern. „Meinungsfreiheit ist für uns ein hohes Gut“. Weitere Absagen erwartet Friedel jetzt genauso wenig, wie einen Imageschaden. „Wir wollen den Preis von politischen Dingen frei halten. Für uns geht es um einen Modewettbewerb.“