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Möbel schrauben fürs Hospiz

Handwerker haben noch viel zu tun. Ohne zusätzliche Helfer wäre die Arbeit bis zum 24. März nicht zu schaffen.

© Dietmar Thomas

Von Elisabeth Weiße

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Das ehemalige Heizkraftwerk in Leipzig Lindenau/Plagwitz hat sich innerhalb von kurzer Zeit in ein Zentrum für digitale Kunst und Kultur verwandelt.

Leisnig. Bis zur Eröffnung des Hospizes am Hasenberg sind nur noch wenige Tage Zeit. Beinahe in jedem Raum ist das spürbar. Während Frank Lohse von Elektroanlagen Reichenbach GmbH gerade die Elektrik überprüft, sind auch Lothar Schreiber und Bernhard Hänel fleißig im Einsatz. Beide Helfer sind Mitglieder im Verein Lebenszeit. „Wir sind Rentner und haben daher Zeit zur Verfügung, in der wir gern hier den Innenausbau unterstützen“, erklären die beiden. So bauen sie zum Beispiel einzelne Möbelstücke zusammen und bringen in den Gängen Bilderleisten an.

Beim Betreten des Gebäudes fällt der Blick direkt auf den großzügigen Aufenthaltsbereich. Bereits jetzt lässt sich ein Ort der Nähe und Geborgenheit erahnen. So ist das gesamte Objekt farblich mit vielen Naturtönen gestaltet. „Warme Farben wurden gewählt, damit sich die Gäste heimisch fühlen“, sagt Karin Kalsen, die künftige Hospizleiterin.

Links vom Aufenthaltsbereich schließt sich der Gang zu den zwölf Gästezimmern an. Diese sind alle als Einzelzimmer angelegt und verfügen über ein kleines behindertengerechtes Bad mit WC, Waschtisch und bodentiefer Dusche. Platzsparend trennen Schiebetüren das Bad vom restlichen Zimmer ab. Zudem gibt es einen Kleiderschrank und einen kleinen Tisch. Die Farbgestaltung variiert in den einzelnen Räumen leicht, wirkt aber immer harmonisch und zum Gesamtkonzept passend. „In den kommenden Tagen werden die zwölf bestellten Pflegebetten geliefert, welche die Zimmer vervollständigen“, so Kalsen.

Ganz bewusst seien für jedes Gästezimmer bodentiefe Fenster mit Türen gewählt worden. So lassen sich die Betten sogar raus auf die Terrasse ins Grüne schieben. Ein weiterer Hingucker in den Zimmern sind die gesprayten Deckenbilder, die der Döbelner Graffitikünstler Frank Schäfer gestaltet hat. Die Landschaftsbilder sind in einem zarten Pastellton gehalten und bilden verschiedene von Wäldern umgebene Burgen ab. „Für bettlägerige Menschen gibt es auch aus deren Perspektive deshalb viel zu entdecken“, erklärt die Leiterin. Ihr Wunsch ist es, dass Malereien an den Wänden später hinzukommen. „Schließlich sind die Gäste der Einrichtung nicht alle so gestellt, dass sie den ganzen Tag im Bett verbringen müssen.“

Die größte Baustelle ist momentan die Küche, bei der neben allen elektronischen Geräten auch noch die Arbeitszeile eingebaut werden muss. Aber bis zur Eröffnung soll auch sie stehen.

Auf der rechten Seite am Eingangsbereich befindet sich der große helle Baderaum, ausgestattet mit einer modernen höhenverstellbaren Pflegebadewanne. Diese erleichtert den Pflegekräften die Arbeit erheblich und bietet größtmöglichen Komfort für die Gäste, sagt Karin Kalsen. Die Schwesternräume und Büros sind ebenfalls freundlich gestaltet und fast fertiggestellt. Ihnen fehlt es lediglich an der nötigen Computertechnik. Im Hospiz ist noch einiges bis zur Eröffnung zu erledigen und auch draußen vor dem Eingangsbereich sind Helfer beschäftigt, damit der Außenbereich einladend wirken kann. Für dessen Ausstattung mit Bäumen, Sträuchern, Mobiliar und anderem sucht der Verein noch Spender (DA berichtete).

Am Tag der Eröffnung, dem 24. März, sind Interessierte von 14 bis 18 Uhr herzlich eingeladen, sich die neuen Räumlichkeiten anzuschauen und sich einen eigenen Eindruck zu verschaffen. Geschäftsführer Eiko Weber, Hospizleiterin Karin Kalsen und Vorstandsvorsitzende des Vereins Lebenszeit, Diana Fischer, werden vor Ort und offen für Gespräche sein. Auch das künftige Pflegepersonal führt Interessierte zur Eröffnung gern durch die Räume.

Ab 3. April sollen bereits die ersten ein bis zwei Gäste einziehen. Die Weiteren sollen dann erst nach und nach kommen, sodass sich das Pflegepersonal einarbeiten kann und noch offene Posten besetzt werden können.

Im weiteren Jahresverlauf sind bereits verschiedene Aktionen geplant. So wird das Hospiz am 28./29. April beim Blütenfest in Leisnig vertreten sein. Außerdem soll es verschiedene offene Abende geben. Der erste ist am 31. Mai als Filmabend angelegt. Zudem will das Hospiz ein Sommerfest und einen Weihnachtsmarkt veranstalten.

Mehr Informationen über das Hospiz, künftige Veranstaltungen und den Kurs für Hospizbegleiter erhalten Interessierte im Internet unter www.lebenszeit-ev.de oder www.hospiz-leisnig.de