merken

Mohnsches Gut verfällt weiter

Es ist das letzte unsanierte Haus an der Hauptstraße. Es gibt eine Auflage der Stadt und Probleme.

© Norbert Millauer

Von Peggy Zill

Coswig. Im Oktober 2013 hat die Stadt das Haus an der Hauptstraße 39 verkauft. Der neue Eigentümer verpflichtete sich, das denkmalgeschützte Gebäude zu sanieren. Nur passiert ist seitdem nichts. Das sogenannte Mohnsche Gut verfällt weiter. Grund ist ein Streit zwischen der Denkmalbehörde und dem Bauherrn, wie viel der historischen Bausubstanz erhalten bleiben kann. In dieser grundsätzlichen Frage, haben die Parteien ganz unterschiedliche Ansichten.

Anzeige
Symbolbild Anzeige

Neues Sofa? Geschenkt!

Kein Aprilscherz - Jede 10. Couch ist kostenlos! Anlässlich der Neueröffnung der Ausstellungsräume möchte Möbel Hülsbusch Danke sagen und Sie können gewinnen!

Pläne für eine Rettung der Gebäude gibt es bislang nur auf dem Papier. © SZ

„Die Bausubstanz ist nicht gut“, erklärt Bauamtsleiter Wolfgang Weimann. „Dazu gibt es mehrere Gutachten.“ Zudem hat das Haus ein Bruchsteinfundament mit Lehm verfugt. „Der Bauherr möchte das Gebäude deshalb abtragen und eine Bodenplatte einziehen. Mit dem alten Fachwerk würde er es wieder aufbauen“, erklärt der Bauamtsleiter.

Für die Denkmalbehörde bleibt so zu wenig von der Substanz erhalten. Seit zwei Jahren wird verhandelt, einen Konsens gibt es bisher nicht. Da es unwahrscheinlich ist, dass es in den nächsten zwei Monaten zu einer Einigung kommen wird, stimmten die Stadträte zu, die Sanierungsverpflichtung zu verlängern. Bis Ende 2017 bleibt dem Eigentümer nun Zeit.

„Wir als Stadt stehen dazwischen und versuchen, zu vermitteln“, sagt Weimann. Ohne die Genehmigung der Denkmalbehörde kann es auch keine Baugenehmigung geben. „Auf der anderen Seite muss eine Lösung her, sonst dauert es noch Jahre und das Haus ist gar nicht mehr zu retten“, fürchtet Weimann.

Von dem ehemaligen Dreiseitenhof konnten zwei Nebengebäude schon nicht mehr erhalten werden. Solche Fachwerkhäuser standen früher viele entlang der Hauptstraße. Die meisten wurden schon 1930 bei der Verbreiterung der Hauptstraße abgerissen. Einige wurden durch Neubauten ersetzt.

Alles eine Frage des Geldes

Der Gutshof, der einst der Familie Mohn gehörte, wurde 1801 erbaut. Vor Jahren hatte Coswig das Gut zusammen mit anderen Flächen im 2005 aufgestellten Plangebiet „Nördliche Hauptstraße“ gekauft, um das Areal selbst zu vermarkten. Am letzten alten Hof im Innenstadtbereich hatte das Rathaus selbst jedoch kein Interesse mehr. Denn die Verwaltung habe schon reichlich Geld in den Erhalt des Guts investiert. Am Haupthaus wurden das Dach geflickt, kaputte Fenster gesichert und Bodenteile ausgetauscht.

Ein Käufer für das Mohnsche Gut fand sich aber nur schwer. Erst nachdem der Preis für das unter Denkmalschutz stehende Haus gesenkt wurde, gab es Interessenten. Der Verkaufspreis wurde auf Grundlage eines neuen Gutachtens von ehemals anvisierten 125 000 Euro um 50 000 Euro gesenkt. Zusätzlich musste der neue Eigentümer außerdem die Ausgleichsbeträge im Sanierungsgebiet Innenstadt von rund 11 000 Euro zahlen.

Falls der Käufer der Sanierungsverpflichtung nicht nachkommt, steht der Stadt Coswig ein Wiederkaufsrecht zum Kaufpreis zu. So weit soll es jedoch nicht kommen. „Wir drücken die Daumen, dass mit mehr Zeit doch noch eine Lösung gefunden wird“, sagt Oberbürgermeister Frank Neupold (parteilos). Denn das Haus sei eines der wenigen Denkmale der Stadt. Für den Eigentümer muss es aber auch wirtschaftlich machbar sein.

Bernhard Kroemer, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler Coswig, versteht das Problem nicht. Wenn das Haus nach den derzeitigen Plänen wieder aufgebaut wird, würde es doch aussehen wie ein Denkmal. „Oder wollen wir noch warten, bis das dritte Haus auch weg ist?“

Osterüberraschung