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RB Leipzig mit Losglück

RB Leipzig kann sich durchaus berechtigte Hoffnungen auf das Weiterkommen in der Champions League machen. Die Gegner sind gut, das war klar - aber sie sind nicht die Stärksten der Starken.

© dpa-Grafik

Jens Marx und Sandra Degenhardt

Monte Carlo Für die Wunschgegner muss RB Leipzig nun auch noch die Gruppenphase der Champions League überstehen. Statt eines Lionel Messi mit dem FC Barcelona oder einem Cristiano Ronaldo mit Real Madrid bekam der Neuling in der Champions League den AS Monaco, den FC Porto und Besiktas Istanbul zugelost. „Ich denke, es hätte schlimmer kommen können“, sagte Kapitän Willi Orban am Donnerstagabend in Leipzig.

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„Gewünscht haben wir sie uns nicht“, meinte allerdings Vorstandschef Oliver Mintzlaff beim TV-Sender Sky Sports News. Er räumte angesichts der sportlichen Machbarkeit gegen den französischen Meister, den portugiesischen Tabellenzweiten und den türkischen Titelträger aber auch ein, dass man „jetzt auch nicht unglücklich mit der Gruppe“ sei.

Entgegen der eigentlichen Planung war Sportdirektor Ralf Rangnick nicht mit Mintzlaff nach Monte Carlo gereist. Rangnick hatte sich vor allem eines gewünscht: Keine Partien mit den entsprechenden Reisen gegen Spartak Moskau oder Schachtjor Donezk.

Dennoch mischte sich in die Reaktionen auch der Spieler ein bisschen Ernüchterung, weil es nichts mit den Duellen mit den Allerbesten der Besten wurde. „Wir hätten von den Namen her auch eine Hammergruppe erwischen können“, meinte Dominik Kaiser. „Gewünscht habe ich mir relativ wenig, aber wenn man am Ende sieht, was es hätte sein können, ist es schon eine gute Gruppe. Wir müssen dennoch sagen, dass es alles gestandene Mannschaften sind“, sagte Orban, der Kaiser als Kapitän abgelöst hat.

Die Mannschaft verfolgte die Auslosung am Donnerstag in der Trainingsakademie. Eine Weile mussten sie sich gedulden, bis sie in Top 4 als Neuling auf der internationalen Bühne drankamen.

Gleich als erstes zog AS-Rom-Ikone Francesco Totti das Los mit den Leipzigern. Danach wurden sie ebenfalls per Los, diesmal gezogen von Andrej Schewtschenko, Gruppe G zugeordnet. „Vier gleichwertige Mannschaften, würde ich sagen“, kommentierte TV-Experte und Rekordnationalspieler Lothar Matthäus bei Sky Sports News: „RB Leipzig muss sich vor keiner Mannschaft verstecken.“

Klar war zumindest schon nach der zweiten Losrunde, dass es nichts mit einem Duell mit Titelverteidiger Real Madrid würde, als die Königlichen Borussia Dortmund zugelost bekamen.

Los geht es für die Leipziger am 12./13. September. Zwei Wochen später findet der nächste Spieltag statt. Spätestens am 5./6. Dezember steht fest, ob der erst im Mai 2009 gegründete Verein seine wundersame Reise auch in Europa fortsetzt und in die K.o.-Phase einzieht.

Damit kommt es in Leipzig zum ersten internationalen Pflichtspiel seit dem 26. Oktober 1988, als der 1. FC Lok Leipzig in der 2. Runde des UEFA-Pokals 1:1 gegen den SSC Neapel angeführt von Argentiniens Weltmeister Diego Armando Maradona spielte. Das Rückspiel verlor Leipzig 0:2 und schied aus.

Die RB-Profis wollen weiterkommen, auch vor den großen Namen gleich zum Auftakt wäre ihnen nicht bange gewesen. So aber haben sie die Möglichkeit, sich an die neuen Umstände und Belastungen erstmal zu gewöhnen und nicht gleich auf die absoluten Kracher treffen.

„Wir werden uns jetzt mit jedem Gegner beschäftigen. Grundsätzlich freuen wir uns auf die Gruppe und auf jedes Abenteuer, was uns da erwartet“, sagte Mintzlaff. „Wir wollen zeigen, dass wir mithalten können. Wir freuen uns, wenn die Hymne das erste Mal erklingt. Wir sind richtig heiß. Für uns ist sicher alles möglich. Wir können auch gegen europäische Mannschaften beweisen, dass wir punkten können“, sagte Kaiser. (dpa)