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Politik

Morddrohung gegen mehrere Politiker

Nach dem Mord an Walter Lübcke haben mehrere Politiker Drohungen erhalten, unter anderem die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker.

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat eine Morddrohung erhalten.
Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat eine Morddrohung erhalten. © Federico Gambarini/dpa

Köln/Berlin. Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat eine Morddrohung erhalten. Die Polizei in Köln bestätigte am Mittwochabend entsprechende Informationen von "Bild" und WDR. Die Drohung sei nach dem Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke eingegangen, sagte ein Polizeisprecher. Ob es einen Zusammenhang mit dem Verbrechen gebe, könne er nicht sagen. Zuständig sei zentral das Landeskriminalamt Berlin, da neben Reker auch andere Politiker Drohungen erhalten hätten.

Nach Informationen des WDR gibt es innerhalb Deutschlands mehrere Drohungen gegen Politiker, sie sollen sich unter anderem gegen den Bürgermeister der westfälischen Stadt Altena, Andreas Hollstein, richten. Von Landeskriminalamt war am Abend keine Stellungnahme zu erhalten.

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Sowohl Reker als auch Hollstein waren in den vergangenen Jahren zum Ziel von Attentätern geworden. Reker entging 2015 vor ihrer Wahl zur Oberbürgermeisterin nur knapp dem Tod, als ihr ein Rechtsradikaler mit einem Messer in den Hals stach. Auch Hollstein wurde im November 2017 von einem Mann mit einem Messer attackiert, er erlitt eine Verletzung am Hals.

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Steinmeier fordert rasche Aufklärung

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier forderte eine rasche Aufklärung des Mordes an Lübcke. Das Verbrechen müsse "umfassend und schnellstmöglich aufgeklärt werden", sagte er am Mittwochabend zum Start des Evangelischen Kirchentags in Dortmund. Er fügte an: "Auch das entscheidet über Vertrauen in unseren Rechtsstaat und Vertrauen in unsere Demokratie."

Steinmeier betonte, das "abscheuliche Verbrechen" habe Erschütterung ausgelöst. "Schon der Verdacht, dass in diesem Land, einem Land mit dieser Geschichte, jemand, der für die Demokratie gearbeitet hat, hingerichtet wird durch einen politischen Mord, mutmaßlich begangen von einem überzeugten Rechtsextremisten, und dem einige im Netz dann auch noch Beifall klatschen, das ist alles furchtbar und unerträglich."

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach zu Beginn des 37. Deutschen Evangelischen Kirchentages in Dortmund zu den Gästen. Dabei forderte er auch die rasche Aufklärung des Mordes an Lübcke.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach zu Beginn des 37. Deutschen Evangelischen Kirchentages in Dortmund zu den Gästen. Dabei forderte er auch die rasche Aufklärung des Mordes an Lübcke. © Guido Kirchner/dpa

Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni auf der Terrasse seines Wohnhauses im hessischen Wolfhagen-Istha niedergeschossen worden. Unter dringendem Tatverdacht sitzt ein 45-Jähriger in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft stuft das Verbrechen als politisches Attentat mit rechtsextremem Hintergrund ein. (dpa)