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Deutschland & Welt

Morddrohungen wegen Stellenanzeige

Die Diakonie erhält Drohungen weil sie eine Fachkraft sucht, die sich um Kinder in Quarantäne kümmert. Manche sahen das als Beweis für Kindesentzug.

Die Diakonie Köln musste sich für eine Stellenanzeige rechtfertigen.
Die Diakonie Köln musste sich für eine Stellenanzeige rechtfertigen. © Jens Wolf/dpa

Köln. Die Diakonie hat wegen einer Stellenanzeige in Köln Hassmails und Morddrohungen erhalten. In der vergangenen Woche war die Stelle mit dem Titel "Pädagogische Fachkraft (m/w/d) in einer Inobhutnahme für Kinder und Jugendliche in Quarantäne" ausgeschrieben worden. Sie kursiert seit Tagen im Internet als vermeintlicher Beweis dafür, dass der Staat wegen der Corona-Pandemie Kinder ihren Eltern entziehen wolle.

Die Diakonie sah sich nun zu einer Stellungnahme veranlasst: Das Stellenangebot beziehe sich auf Minderjährige, bei denen sowohl eine akute Kindeswohlgefährdung als auch ein Infektionsverdacht vorliege. Die "Neue Westfälische" hatte zuerst berichtet.

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Kinder und Jugendliche können vom Jugendamt auf Grundlage eines Gerichtsbeschlusses in Obhut genommen werden, wenn für sie eine akute Gefahr angenommen werden muss. Bei einem zusätzlichen Corona-Verdacht werden sie übergangsweise in Quarantäne versorgt, bevor sie etwa einen Platz in einer Wohngruppe erhalten. "In unserem Angebot geht es nicht darum, Kinder und Jugendliche aus einem intakten Elternhaus zu nehmen", stellte die Diakonie klar.

Das NRW-Gesundheitsministerium hatte bereits in der vergangenen Woche betont, dass im Falle von Corona-Verdachtsfällen in Nordrhein-Westfalen kein Kindesentzug drohe. Die Diakonie ist der Wohlfahrtsverband der evangelischen Kirche. Er kümmert sich um soziale Zwecke und Menschen in Not. (dpa)

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