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Mordprozess um zerstückelte Leiche beginnt am 22. August

Im Fall der zerstückelten Leiche von Reichenau (Osterzgebirge) beginnt am 22. August im Dresdner Landgericht der Prozess gegen den unter Mordverdacht stehenden Kriminalbeamten.

Dresden. Ein grausiger Fall für Richterin Wiegand: Das Dresdner Landgericht verhandelt ab Mitte August wegen der zerstückelten Leiche von Reichenau (Osterzgebirge). Der Mordprozess gegen einen vom Dienst suspendierten Beamten des Landeskriminalamtes beginnt am 22. August, wie die Justizbehörde am Freitag mitteilte. Der 56-Jährige soll am 4. November 2013 in seiner Pension im Gimmlitztal einen Geschäftsmann aus Hannover nach zuvor gemeinsam gefasstem Plan getötet, dessen Leiche zerstückelt und im Garten vergraben haben.

Der Polizist, der seit über einem halben Jahr in Untersuchungshaft sitzt, ist auch wegen Störung der Totenruhe angeklagt. Die von der Vorsitzenden Richterin Birgit Wiegand geleitete Strafkammer hat 15 Verhandlungstage bis Anfang November, um sich ein Urteil zu bilden.

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Laut dem rechtsmedizinischen Gutachten, das erst nach Monaten vorlag, erstickte der 59-Jährige durch Erdrosseln. Die Ermittler gehen von vorsätzlicher Tötung aus, Verteidiger Endrik Wilhelm dagegen von Suizid. Die Anklage unterstellt mit dem Mordmerkmal „Befriedigung des Geschlechtstriebs“ sexuelle Motive und dass der Beschuldigte eine Leiche zerstückeln wollte.

Hinweise auf Kannibalismus hat die Staatsanwaltschaft nicht, auch wenn die Leiche trotz tagelanger Suche nicht ganz vollständig ist. Entsprechende Spekulationen waren aufgetaucht, weil sich die beiden Männer über eine bei Kannibalen beliebte Internet-Plattform kennengelernt und miteinander gechattet hatten.

Nach seiner Festnahme Ende November 2013 hatte der verdächtige Kriminalhauptkommissar angegeben, seinen Gast auf dessen eigenen Wunsch getötet zu haben, kannibalistische oder sexuelle Motive aber bestritten. Im Januar widerrief der Schriftsachverständige dann aber Teile seines Geständnisses. Anwalt Wilhelm legte mehrfach ohne Erfolg Haftbeschwerde ein und zum Beweis einer Selbsttötung ein von seinem Mandanten gedrehtes Video vor. An Suizid hält der Verteidiger weiter fest. Er hat zudem erneut die Aufhebung des Haftbefehls für seinen Mandanten beantragt. Über die nach sechs Monaten übliche Haftprüfung hat das Oberlandesgericht bisher noch nicht entschieden. (dpa)