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Balanceakt für die Kunst

Nächste Woche startet am und im Roten Haus am Dippelsdorfer Teich die neunte Auflage des Kunstsommers Moritzburg. Gleich mit zwei Premieren.

Dirk Hessel, Michael Melerski, Viktoria Braun, Hartmut Dorschner und Alexandra Wegbahn (v.l.) freuen sich vorm Roten Haus in Friedewald auf Kunstsommer Moritzburg. Der startet unter dem Motto „Paradies einfach lassen“ am 19. Juni.
Dirk Hessel, Michael Melerski, Viktoria Braun, Hartmut Dorschner und Alexandra Wegbahn (v.l.) freuen sich vorm Roten Haus in Friedewald auf Kunstsommer Moritzburg. Der startet unter dem Motto „Paradies einfach lassen“ am 19. Juni. © Norbert Millauer

Moritzburg. Bisher war ein Markenzeichen des von der gemeindeeigenen Kulturlandschaft Moritzburg (KLM) getragenen Projekts, dass es jedes Jahr von anderen Künstlern gestaltet wurde. Das ist diesmal anderes. Der Grund dafür ist wie so oft in den vergangenen Monaten die Corona-Pandemie. Denn als das Programm für den Kunstsommer 2020 fertig war, bremste diese zum ersten Mal alles aus. Niemand wusste damals, wie es weitergeht. Kurzentschlossen erarbeiteten die beteiligten Künstlerinnen und Künstler um Alexandra Wegbahn und Michael Melerski damals eine coronataugliche Kleinvariante, die dann auch tatsächlich erfolgreich umgesetzt wurde. Mit einem Sommeratelier im Roten Haus und verschiedenen Workshops.

Bereits bei der Präsentation vor einem Jahr waren sich die KLM-Verantwortlichen und die Künstler einig gewesen, das 2020er Projekt als eine Art Testlauf zu sehen und das eigentlich Vorhaben dann beim zum neunten Kunstsommer in diesem Jahr umzusetzen. Nicht ahnend dass sie erneut mit der Ungewissheit klar kommen müssen.

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Doch inzwischen besteht dank deutlich gesunkener Inzidenzen und den ab Montag geltenden neuen Coronaregelungen in Sachsen die berechtigte Hoffnung, dass sich der Balanceakt der vergangenen Wochen gelohnt hat. Und so wurde am Donnerstag im Roten Haus das diesjährige Programm des Kunstsommers vorgestellt der vom 19. Juni bis 31. August stattfinden soll.

Käthe Kollwitz und Brücke-Maler vereint

Und das hält dann auch gleich noch eine zweite Premiere bereit, die allerdings nur indirekt etwas mit Corona zu tun hat. Erstmals wird das Käthe-Kollwitz-Haus Moritzburg in das Projekt eingebunden, was zwar schon für 2021 geplant war, aber aus den genannten Gründen verschoben wurde. Dass dies mehr ist, als eine bloße räumliche Erweiterung, erschließt sich möglicherweise erst auf den zweiten Blick. Sabine Hänisch, die Leiterin des Kollwitz-Hauses freut sich über die nun zustande gekommene Kombination. „Es sind beides geweihte Orte.“ Zum einen der Dippelsdorfer Teich, den die Brücke-Künstler bewusst als Schaffensort wählten, mit dem vor einigen Jahren neu gebauten Roten Haus in Anlehnung an das in den Werken der Maler verewigte frühere Badehaus. Und zum anderen der Rüdenhof als letzte Zufluchtsort der großen Künstlerin Käthe Kollwitz. Diese hatte die Werke der Brücke-Maler anfänglich übrigens als „talentvolle Schmierereien“ bezeichnet. Sich dann aber zehn Jahre später in ihrem Tagebuch ganz anderes über Arbeiten von Schmidt-Rottluff, Pechstein und Heckel geäußert: „...viele interessante und gute Sachen. In der Mehrzahl ultramodern. Aber meine Augen haben sich sehr gewöhnt, ich kann mit vielem mit, was ich früher gar nicht verstanden hätte.“

Plakativ und mehrdeutig

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Der Moritzburger Kunstsommer ist zu einer festen Größe auf dem Areal am Dippelsdorfer Teich geworden. Wegen Corona wäre er diesmal fast ausgefallen.

Durch das Einbeziehen des Kollwitz-Hauses bieten sich deutlich mehr Möglichkeiten für die Programmgestaltung des Kunstsommers. Und so bietet das nicht nur sehr zahlreiche, sondern vor allem auch abwechslungsreiche Angebote. Von den beiden Ausstellungen im Kollwitz- und im Roten Haus, über Workshops und Vorträge bis hin zu Rundgängen für die Sinne, Kunstwanderungen und Kunstkino. Den Besuchern bieten sich dabei viele Möglichkeiten zum Mitmachen, sei es nun in Form von Gesprächen oder beim sich selbst kreativ Ausprobieren. Mit einem Philosophischen Salon und einem Vortrag von einem der bekanntesten Hirnforscher Deutschlands bekommt das Projekt eine neue Dimension.

Alles steht dabei unter dem diesjährigen Motto des Kunstsommers „Paradies einfach lassen“ das plakativ und mehrdeutig zugleich ist.

Das Programm und Anmeldungen zu den Workshops unter www.kunstsommer-moritzburg.de

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