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Neue Drucke fürs Kollwitz-Haus Moritzburg

Der Corona-Lockdown hat auch das kleine Museum wieder getroffen. Jetzt bekommt das Haus erneut Unterstützung.

Diese vier Motive konnte die Malerin und Grafikerin Maja Nagel jetzt von Druckplatten aus den Nachlass des Künstlers Erich Fraaß in kleinen Serien nachdrucken. Die Blätter werden jetzt zugunsten des Käthe-Kollwitz-Hauses Moritzburg verkauft.
Diese vier Motive konnte die Malerin und Grafikerin Maja Nagel jetzt von Druckplatten aus den Nachlass des Künstlers Erich Fraaß in kleinen Serien nachdrucken. Die Blätter werden jetzt zugunsten des Käthe-Kollwitz-Hauses Moritzburg verkauft. © Arvid Müller

Moritzburg. Es sind drei großformatige Landschaften und ein etwas kleineres Porträt. Der 1974 verstorbene Dresdner Maler und Grafiker Erich Fraaß hatte die Motive in Linoleum-Platten geschnitten. Gedruckt wurden sie jetzt von Maja Nagel. Die freischaffende Malerin und Grafikerin ist im Käthe-Kollwitz-Haus seit vielen Jahren mit ihren museumspädagogischen Angeboten präsent.

Zehn Blätter von jedem Motiv sind auf den Pressen in der Druckwerkstatt Dresden in den vergangenen Wochen entstanden. Wichtig war dabei vor allem auch, wie satt - also mit wie viel Farbe - die Linoschnitte gedruckt werden. Schließlich sollen diese möglichst nahe an den Arbeiten sein, die Erich Fraaß selbst gefertigt hat.

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Maja Nagel hat darin Erfahrung. Denn bereits im Sommer konnte sie mit Druckplatten und -stöcken des Künstlers arbeiten. Entstanden waren damals Zehnerserien von insgesamt drei Motiven. Alle Nachdrucke gehen an das Kollwitz-Haus. Mit dem Verkaufserlös wird die Arbeit des kleinen Museums unterstützt.

Hilfe in schwieriger Zeit

Möglich wurde diese Hilfsaktion dank Moritzburgs Alt-Bürgermeister Andreas Timmler. Er ist der Enkel von Erich Fraaß. Der Moritzburger war an die Leiterin des Kollwitz-Hauses, Sabine Hänisch, herangetreten und hatte ihr angeboten, eine begrenzte Anzahl Nachdrucke von Druckstöcken und Druckplatten aus dem Nachlass seines Opas anfertigen zu lassen. Sie sollten helfen, die schwierige Situation des Museums etwas zu verbessern.

Nachdem die Arbeiten aus dem Sommer fast alle verkauft sind, entstanden nun die neuen Serien. „Der Plan war eigentlich, diese erstmals zu unserer traditionellen Veranstaltung am Wochenende des ersten Advents anzubieten“, sagt Sabine Hänisch. Doch die fiel nun Corona ebenso zu Opfer wie die geplante Winterwerkstatt, in der Teilnehmer selbst kleine Grafiken hätten herstellen können. „Auch vielen Schulgruppen, die zu uns kommen wollten, mussten wir absagen. Manche hatten ihren Termin vom ersten Lockdown im Frühjahr in den Herbst verschoben.“

Die Sonderausstellung mit Plakaten aus fünf Jahrzehnten von Jochen Stankowski wurde erst einmal bis 10. Januar verlängert. „Aber vielleicht zeigen wir sie auch noch etwas länger. Es weiß ja derzeit niemand, wann wir wieder öffnen können“, ergänzt die Museumsleiterin.

Wer eine der vier neuen Druckgrafiken oder auch noch ein Blatt der Sommerserien für sich selbst oder als Weihnachtsgeschenk erwerben möchte, soll dazu trotz des geschlossenen Hauses die Möglichkeit haben. „Eine Person können wir in unseren Museums-Shop einlassen“, so Sabine Hänisch. Für die Terminabsprache ist es aber erforderlich, vorher anzurufen oder - noch besser - eine E-Mail zu schicken.

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Die neuen Arbeiten kosten zwischen 150 und 170 Euro. Das teuerste und mit 50 mal 70 Zentimeter zugleich größte Blatt der im Sommer entstandenen Serien - es zeigt einen imposanten Ziegenbock - ist für 200 Euro zu haben.

Kontakt: telefonisch unter 035207 82818 oder per E-Mail an [email protected]

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