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Moritzburg hat ein Brücken-Problem

Das Bauwerk in der Großen Fasanenstraße wackelt. Die jüngste Prüfung bescheinigte den schlechten Zustand. Aber wie geht es nun weiter?

Auf den ersten Blick ein schönes Bauwerk. Doch die Brücke über den Kanal im Zuge der Großen Fasanenstraße ist marode. Die Gemeinde Moritzburg muss dringend handeln. Doch das ist nicht so einfach.
Auf den ersten Blick ein schönes Bauwerk. Doch die Brücke über den Kanal im Zuge der Großen Fasanenstraße ist marode. Die Gemeinde Moritzburg muss dringend handeln. Doch das ist nicht so einfach. © Norbert Millauer

Moritzburg. Warnbaken aus Kunststoff verengen die ohnehin schon schmale Fahrbahn der Brücke zusätzlich. Sie sollen dafür sorgen, das Bauwerk etwas zu entlasten. Denn Fahrzeuge müssen so abbremsen. Schwere Fahrzeuge, wie etwa Busse, sollen die Brücke in der Großen Fasanenstraße gar nicht mehr nutzen, sagt Moritzburgs Bau- und Ordnungsamtsleiterin Susan Lehmann. Allerdings werden immer wieder mal Baken in den Kanal unter der Brücke geworfen.

In den nächsten Tagen soll nun auch noch eine Tonnagebegrenzung ausgeschildert werden. Dann dürfen nur noch Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen über das Bauwerk fahren. Die dafür notwendige verkehrsrechtliche Anordnung liege inzwischen vor, so der zuständige Sachgebietsleiter im Moritzburger Rathaus, Jochen Bauer. Nun müssen noch die entsprechenden Schilder auf beiden Seiten der Straße aufgestellt werden.

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Die jüngste Hauptprüfung der Brücke - diese finden laut Susan Lehmann alle sechs Jahre statt - hatte eine Zustandsnote von 3,3 ergeben. Die Bewertungsskala reicht von 1 bis 4. „Der Bereich von 3,0 bis 3,4 wird als nicht ausreichender Zustand eingestuft“, so die Bauamtsleiterin. Für die Gemeinde Moritzburg bedeutet das, dass umgehend gehandelt werden muss. Zumal die Große Fasanenstraße die einzige offizielle Zufahrt zum Fasanerie-Gelände ist. Von einer Sperrung der Brücke wären neben den wenigen Anwohnern auch die Churfürstliche Waldschänke, das Fasanenschlösschen, das Wildgehege sowie das Marcolini-Haus und die Ausspanne betroffen.

Kernbohrungen sollen mehr Klarheit bringen

Um möglichst im nächsten Jahr die Instandsetzungsarbeiten ausschreiben zu können, wollte die Verwaltung jetzt die notwendigen Planungsleistungen vergeben. Für rund 40.000 Euro. Auch die Baukosten hat sie schätzen lassen: 125.000 Euro. Hinter dieser Summe stehen allerdings gleich mehrere Fragezeichen. Denn wie Susan Lehmann sagt, gibt es im Rathaus kaum Unterlagen zur Brücke, auch das Baujahr ist nicht bekannt. Erst recht nicht, wie es im Inneren des Bauwerks aussieht. Sicher ist dagegen, dass es unter Denkmalschutz steht. Dieser Umstand könnte die Sanierungskosten in die Höhe schnellen lassen und einen möglicherweise kostengünstigeren Neubau deutlich erschweren, wenn nicht gar unmöglich machen.

Die Gemeinderäte sprachen sich aufgrund dieser Unwägbarkeiten dafür aus, zunächst für gut 6.500 Euro nur die ersten beiden von insgesamt neun Planungsphasen zu vergeben. Zusätzlich dazu sollen Vermessungsarbeiten und vor allem auch Kernbohrungen erfolgen, um gewissermaßen wenigsten etwas in die Brücke und den Baugrund hinneinschauen zu können. Danach soll das weitere Vorgehen beraten werden.

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