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Aus der Wohnung ins Wildgehege

Im Wildgehege Moritzburg gibt es zwei neue kleine Raubtiere zu sehen. Die Frettchen sind in die umgestaltete bisherige Fasanenanlage eingezogen.

Das Wildgehege Moritzburg hat jetzt zwei neue Bewohner. Die beiden Frettchen Laura und Leo.
Das Wildgehege Moritzburg hat jetzt zwei neue Bewohner. Die beiden Frettchen Laura und Leo. © Norbert Millauer

Moritzburg. Vielleicht werden sie im Wildgehege Moritzburg neue Besucherlieblinge. Das Zeug dazu haben die beiden. Gemeint sind Laura und Leo. Die beiden Frettchen sind jetzt im Wildgehege eingezogen. Wobei das nicht ganz stimmt. Denn bevor sie ihr neues Zuhause erkunden konnten, mussten sie erst einmal für einige Tage in das Quarantänegehege auf dem Wirtschaftshof des zum Staatsbetrieb Sachsenforst gehörenden Wildparks. Da dort alles in Ordnung war, konnten sie nun in die eigens für sie hergerichtete Anlage umziehen. Diese befindet sich nicht weit vom Eingang, direkt neben den Luchsen. Zuletzt waren dort Fasane zu bewundern. Die wurden in ein anderes Gehege umgesetzt. Auch das ist nicht mehr als einer der alten Käfige zu erkennen, die zwar noch den Vorgaben entsprachen, in der Vergangenheit aber von Tierfreunden kritisiert worden waren.

Davon übrig geblieben sind jetzt eigentlich nur noch die Behausungen der Füchse. Doch auch für diese gibt es Pläne. „Für sie wollen wir perspektivisch die alte Wolfsanlage umbauen“, sagt Ronald Ennersch der Leiter des Wildgeheges. Noch lebt dort allerdings ein einzelnes Alttier, das nicht mit den anderen beiden zusammengeführt werden kann.

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Die beiden Frettchen komplettieren jetzt das kleine Raubwild. Neben ihnen lebt Joachim, ein zahmer Steinmarder, daran schließt sich das Gehege von Baummarder-Dame Resi an.

Kein bisschen scheu. Kaum ist die Transportbox offen, erkunden Laura und Leo ihr neues Zuhause im Wildgehege Moritzburg.
Kein bisschen scheu. Kaum ist die Transportbox offen, erkunden Laura und Leo ihr neues Zuhause im Wildgehege Moritzburg. © Norbert Millauer
Mit dem Einzug der beiden Frettchen Laura und Leo nahm Tierpflegerin Sandra Kühnel auch das Tuch von der bisher abgedeckten Informationstafel am Gehege.
Mit dem Einzug der beiden Frettchen Laura und Leo nahm Tierpflegerin Sandra Kühnel auch das Tuch von der bisher abgedeckten Informationstafel am Gehege. © Norbert Millauer
Das neue Zuhause der beiden kleinen Raubtiere ist abwechslungsreich eingerichtet. Sie haben viele Möglichkeiten zum Erkunden und Verstecken.
Das neue Zuhause der beiden kleinen Raubtiere ist abwechslungsreich eingerichtet. Sie haben viele Möglichkeiten zum Erkunden und Verstecken. © Norbert Millauer

Den Abschluss bildet die neue komfortable Wildkatzenanlage in die im März mit Marta, Ella und Edgar drei neue Bewohner eingezogen sind. Die schon etwas betagte Olivia, die für sie Platz machen musste, hat inzwischen ein neues Zuhause in Wernigerode gefunden. Der dortige Tierpark hatte aus Moritzburg zwei Spießer - das sind junge männliche Tiere - vom Weißen Damwild geholt und die Katzendame gleich mitgenommen.

Laura und Leo haben bisher bei einem jungen Paar in einer Wohnung gelebt. Weil sie nun aber ein Kind bekommen haben, wurden die beiden Frettchen über die Frettchenfreunde Chemnitz e. V. an Sachsens ältesten Wildpark vermittelt. Normalerweise kümmert sich der Verein um Labortiere, so der Gehegeleiter.

Da sie Menschen gewohnt sind, zeigten sich Laura und Leo auch am Freitag ganz zutraulich. Tierpflegerin Sandra Kühnel brauchte nur die geöffnete Transportbox in das Quarantänegehege stellen und schon kamen die beiden angelaufen. Ein entspannter Umzug. Im neuen Zuhause begaben sie sich dann ohne Scheu sofort auf Erkundungstour. Und zu entdecken gibt es für die Frettchen viel. Ein Mini-Holzpolter, eine kleine Holzhütte, ein Steinhaufen, Stege zum darüber laufen und Rohre zum hindurchkriechen und - eine kleine Hängematte.

Das neue Gehege besteht aus zwei Bereichen, die sich bei Bedarf trennen lassen. Am Freitag stand die Tür allerdings offen, was auch der Normalfall sein soll. Während Laura - sie hat das dunklere Fell - sich neugierig durch eine der Röhren schlängelte, machte sich Sandra Kühnel noch Gedanken, ob der etwas kräftiger gebaute Leo durch das Eingangsloch der Hütte passt. Doch die Sorge ist umsonst.

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Frettchen, so erklärt Ronald Ennersch, sind domestizierte Iltisse. Schon in der Antike wurde sie zu Haustieren, lange vor den Katzen. „Der Vorteil bei Frettchen ist, dass sie anders als Waldiltisse tagaktiv sind.“ Und obendrein wirklich süß aussehen. Einziger Nachteil: Sie sind nicht sehr groß, die Besucher aber ein ganzes Stück weg von ihrem Gehege.

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