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Herbstmarkt statt Fisch- und Waldfest

Über 30.000 Besucher kommen jährlich zum Abfischen nach Moritzburg. Das Fest wurde im August abgesagt. Doch es soll einen kleinen Ersatz geben.

Mitarbeiter der Teichwirtschaft Moritzburg beim Abfischen des Moritzburger Schlossteichs im Herbst vergangenen Jahres. Das damit verbundene Volksfest gibt es diesmal nicht. Wann die Karpfen herausgeholt werden, sagen die Fischer nicht.
Mitarbeiter der Teichwirtschaft Moritzburg beim Abfischen des Moritzburger Schlossteichs im Herbst vergangenen Jahres. Das damit verbundene Volksfest gibt es diesmal nicht. Wann die Karpfen herausgeholt werden, sagen die Fischer nicht. © Norbert Millauer

Moritzburg. Für das Wochenende sagen die Meteorologen trockenes und mit bis zu 16 Grad angenehmes herbstliches Wetter vorher. Obendrein sind in Sachsen Ferien. Für Moritzburg bedeutet das vermutlich wieder einen kräftigen Besucheransturm. Und das trotz der Absage des normalerweise traditionell am letzten Oktober-Wochenende stattfindenden Fisch- und Waldfestes.

Denn auch in den vergangenen Wochen erfreute sich die nach dem bekannten Jagdschloss der Wettiner benannte Gemeinde eines regen Interesses von Gästen aus nah und fern. An manchen Tagen einschließlich der damit einhergehenden Begleiterscheinungen wie zugeparkten Waldwegen und Stau auf der Schlossallee.

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Und wahrscheinlich kommen an diesem und am nächsten Wochenende sogar noch einige Besucher mehr. Denn die gemeindeeigene Kulturlandschaft Moritzburg GmbH (KLM) plant, am 24. und 25. Oktober sowie am 31. Oktober und am 1. November einen kleinen Herbstmarkt durchzuführen. Jeweils von 10 bis 17 Uhr auf dem hinteren Teil des Schlossparkplatzes.

„Noch haben wir allerdings kein grünes Licht vom Gesundheitsamt des Landkreises Meißen bekommen“, sagte am Dienstagnachmittag Gundula Bleul, die Geschäftsführerin der KLM. Zwar habe man das Hygienekonzept für die Veranstaltung bereits am 8. Oktober eingereicht, „bisher gibt es aber keine Antwort“.

Noch keine Antwort vom Gesundheitsamt

Wie die Geschäftsführerin sagt, sieht das Konzept nicht vor, den Zugang zum Marktgelände auf eine bestimmte Anzahl von Personen zu beschränken. „Wir werden aber gegebenenfalls regulierend eingreifen, wenn es zwischen den Marktständen zu eng wird.“ Ob diese Vorkehrungen angesichts der stark steigenden Infektionszahlen der vergangenen Tage ausreichen, wird das Gesundheitsamt entscheiden.

 „Es wäre auch möglich, an den Zugängen Nachverfolgungslisten auszulegen“, ergänzt Gundula Bleul. „Es wäre nur wichtig, jetzt möglichst schnell eine Antwort vom Gesundheitsamt zu bekommen, damit wird nicht nur mit dem Aufbau beginnen, sondern gegebenenfalls auf Auflagen reagieren und diese umsetzen können“, so die KLM-Geschäftsführerin.

Geplant ist derzeit ein buntes Markttreiben – 20 bis 25 Stände mit verschiedenen Angeboten, ein kleiner Biergarten der Schwerterbrauerei und der Winzergenossenschaft Meißen, ein Kinderkarussell, Live-Musik. Und natürlich wird die Teichwirtschaft Moritzburg GmbH auf den beiden Märkten präsent sein.

Denn während die KLM durch die im August verkündete Absage des Fisch- und Waldfestes einem finanziellen Risiko aus dem Weg gegangen ist und auch der Sachsenforst als zweiter Partner bereits aufgrund der kritischen Situation im Wald für dieses Jahr signalisiert hatte, sich nicht zu beteiligen, trifft der Ausfall des Festes nicht nur die Händler und Künstler, sondern auch die Teichwirtschaft hart.

Abgefischt werden muss der Schlossteich natürlich mit und ohne Fest. Das ist nicht das Problem. Was aber komplett wegfällt, ist die Direktvermarktung der frisch aus dem Wasser geholten Karpfen. „Das bedeutet für uns schon eine erhebliche Einbuße“, sagt Geschäftsführer Henry Lindner. „Schließlich erzielen wir beim Direktverkauf den größten Gewinn.“

Wirtschaftliche Einbuße durch Festausfall

Im Durchschnitt werden an dem letzten Oktober-Wochenende zwischen zwei bis drei Tonnen Karpfen verkauft. „Neben dem Frischfisch ist auch der angebotene Räucherfisch sehr gefragt.“ Je nach Wetter sichert das der Teichwirtschaft so um die zehn Prozent ihres Jahresumsatzes, wie Henry Lindner ergänzt. „Den müssen wir nun in diesem Jahr auf andere Weise hereinholen.“

Bei der Kulturlandschaft Moritzburg und der Teichwirtschaft war daher im August gemeinsam mit der Festabsage der Gedanke entstanden, im Herbst in Moritzburg mehrere kleine Spezialmärkte zu organisieren. „Das ist zwar kein Ersatz für das Fisch- und Waldfest, aber für die Händler und die Teichwirtschaft zumindest in gewissem Umfang eine Alternative“, so Gundula Bleul.

Wie Falk Herrmann von der Teichwirtschaft auf SZ-Nachfrage am Dienstag sagte, wird der Betrieb auf den beiden Märkten jeweils mit zwei Verkaufsständen und einer Gulaschkanone vertreten sein. In dieser wird die beliebte Bärnsdorfer Fischsuppe zubereitet. „An den Ständen bieten wir Räucher- und Backfisch sowie Fischbrötchen an und natürlich auch unseren Karpfen im Bierteig.“ Auch Frischfisch – Karpfen und Forelle – sollen die Besucher kaufen können.

Extra angelegte Parkplätze am Ortseingang – wie beim Fisch- und Waldfest und den Hengstparaden sonst üblich – wird es an den beiden Marktwochenenden nicht geben. Manch Moritzburger Einwohner rechnet daher auch wieder mit reichlich Verkehrschaos im Ort.

Bürgermeister Jörg Hänisch (parteilos) macht sich wegen etwas anderem Gedanken: „Ich habe gewisse Sorgen, dass der Markt zu einem Infektions-Hotspot werden könnte. Ich möchte daher alle Besucher bitten, sich an die vorgegebenen Regeln zu halten.“

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