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Moritzburg Festival mit digitaler Premiere und erneut Open Air

Am 7. August startet der 29. Jahrgang auf der Schlossterrasse. Die Auftritte der hochkarätigen Musiker sind erstmals weltweit zu erleben.

Im vergangenen Jahr coronabedingt als Spielstätte genutzt, wird die Nordterrasse von Schloss Moritzburg nun dauerhaft zum Hauptspielort des Moritzburg Festivals.
Im vergangenen Jahr coronabedingt als Spielstätte genutzt, wird die Nordterrasse von Schloss Moritzburg nun dauerhaft zum Hauptspielort des Moritzburg Festivals. © Oliver Killig

Moritzburg. Das renommierte Moritzburg Festival für Kammermusik kündigt für seine 29. Saison einige Neuerungen an. Unter der künstlerischen Leitung von Jan Vogler stehen vom 7. bis 22. August 2021 insgesamt 22 Veranstaltungen mit 29 Solisten auf dem Programm. Das Publikum darf sich etwa auf Auftritte von Louis Lortie (Klavier), Pablo Ferrández (Violoncello), Albrecht Mayer (Oboe) sowie auf ein Wiedersehen mit Mira Wang, Kai Vogler (Violine) und Jan Vogler (Violoncello) freuen. Schirmherr des Festivals ist in diesem Jahr S.E. Ricardo Martínez, Botschafter des Königreichs Spanien.

Nachdem im Vorjahr coronabedingt kurzerhand alle Konzerte aus der Kirche und dem Moritzburger Schloss auf dessen Nordterrasse verlegt worden waren, soll aus der Notvariante nun eine dauerhafte Sache werden (die SZ berichtete). Die Open-Air-Bühne wird ab sofort als Hauptspielstätte des Festivals dienen.

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Ermöglicht wird das sommerliche Musikerleben unter freiem Himmel - das im vergangenen Jahr nach Auskunft der Organisatoren bei den Konzertbesuchern überwiegend auf Zustimmung stieß - dank einer einmaligen Förderung durch das Programm „Neustart Kultur“. Mit der Fördersumme in Höhe von 99.000 Euro und einem Eigenanteil des Festivals von 20.000 Euro konnten ein Bühnendach, Podien und Stühle für die neue dauerhafte Spielstätte angeschafft werden. Konzerte im Speisesaal des Schlosses werde es damit auf absehbare Zeit nicht mehr geben.

Moritzburg weltweit für 9,99 Dollar

Eine weitere Neuerung wurde kurzfristig in Kooperation mit „So geht sächsisch“ möglich. Die einmalige Symbiose aus intensivem Musik- und Naturerlebnis beim Moritzburg Festival ist damit in diesem Jahr erstmals weltweit erlebbar: Alle elf Livekonzerte auf der Terrasse, und auch das der Festival-Akademie in Dresden, werden über die internationale Plattform Dreamstage gestreamt und so vom 14. bis 25. August auch digital zugänglich sein. „Wir haben uns für ein zeitversetztes Streamen entschieden, um so mehr Sicherheit zu haben, falls mal das Wlan ausfällt oder ein Gewitter aufzieht“, sagt Festival-Geschäftsführer Tobias Teumer. Die Tickets für jeden Stream kosten 9,99 Dollar. „Wir sind sehr gespannt, wie dieses Angebot angenommen wird. Mit Einnahmen daraus habe ich diesmal noch nicht geplant“, ergänzt der Geschäftsführer. „Dieser Test ist für uns als Festival aber wichtig zur Orientierung.“

Derzeit läuft gerade noch ein, auf Initiative des Moritzburg Festivals entstandenes Projekt, das freien Berufsmusikern in Sachsen über den Kulturlockdown hinweghelfen soll. Dank der Zusammenarbeit mit “So geht sächsisch„ - Kultur digital konnten für die beteiligten Künstler im Rahmen des Projekts alle Kosten für das Streaming übernommen werden. Die Plattform Dreamstage ermöglicht es den Musikern zudem, über virtuelle Tickets Einnahmen für ihr Konzert zu generieren. Alle Teilnehmer bekommen zudem den Konzertmitschnitt nach der Ausstrahlung für ihre weitere Verwendung zur Verfügung gestellt. Eine gute Sache, um sich künftigen potenziellen Veranstaltern zu präsentieren. Den ganzen Juli über wurden so laut Tobias Teumer in der Regel vier Streams produziert. Jeweils zwei Stück an verschiedenen Orten in Sachsen. Seit 10. Juli und noch bis zum 12. August gibt es täglich um 19 und 21 Uhr sächsische Performances aus den Bereichen Klassik, Jazz, Rock, Pop, Weltmusik sowie musikalische Lesungen und einen virtuellen Theaterabend. Insgesamt fast 70 Musiker und Ensembles.

Die Putten auf der Balustrade gehören zur stimmungsvollen Atmosphäre der Konzerte.
Die Putten auf der Balustrade gehören zur stimmungsvollen Atmosphäre der Konzerte. © Oliver Killig

Die Konzerte des Moritzburg Festivals zu streamen sei zunächst gar nicht geplant gewesen. Das wurde erst kurzfristig abgesprochen, „worüber wir uns sehr freuen“, sagt Tobias Teumer. Da die Tontechnik bei den Konzerten in Moritzburg ohnehin vorhanden ist, halte sich der zusätzliche technische Aufwand in Grenzen. „Wir brauchen eigentlich nicht viel mehr als eine Kamera und eine Festplatte.“

Gemeinderatsbeschluss ist schwerer Einschnitt

Getroffen hat das Festival die Entscheidung des Moritzburger Gemeinderats, dieses statt mit 20.000 Euro wie in den vergangenen Jahren nur noch mit dem deutlich geringeren sogenannten Sitzgemeindeanteil zu unterstützen. Dieser ist erforderlich, damit das Festival Fördergelder des Kulturraums erhält. „Das ist für uns bitter und ein schwerer Einschnitt“, so der Geschäftsführer. „Zumal der überregionale Bekanntheitsgrad der Gemeinde durch das Festival weiter steigt und Moritzburg durch Besucher und Teilnehmer auch Einnahmen über die Gewerbesteuer bekommt.“ Weil in diesem Jahr coronabedingt der Lindengarten als Probenort für die Festival-Akademie genutzt werde, „nimmt die Gemeinde damit fast soviel ein, wie wir als Zuschuss bekommen“, ergänzt Tobias Teumer.

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Neben den Auftritten auf der Schlossterrasse ist das Konzert „Moritzburg für alle“ am 21. August im Dresdner Kulturpalast ein Höhepunkt dieses Festivaljahrgangs. Die 40 Teilnehmer der Moritzburg Festival Akademie sind nach einem Jahr pandemiebedingter Pause unter der Leitung von Josep Caballé Domenech dabei erstmals wieder mit einem großen sinfonischen Programm als Moritzburg Festival Orchester zu erleben.

Tickets gibt es unter anderem über die Homepage des Moritzburg Festivals.

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