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Moritzburg: Bildhauer und Pferde

Auch dieses Jahr sollen in einer Werkstatt unter freiem Himmel Kunstwerke aus Stein und Holz entstehen. Die Gemeinde gibt diesmal allerdings kein Geld.

Vor zwei Jahren arbeiteten die Teilnehmer der Moritzburger Bildhauerwerkstatt im Garten von Adams Gasthof in Nachbarschaft des Landgestüts. Diesmal soll die Veranstaltung nun dort stattfinden. In der zweiten Septemberhälfte.
Vor zwei Jahren arbeiteten die Teilnehmer der Moritzburger Bildhauerwerkstatt im Garten von Adams Gasthof in Nachbarschaft des Landgestüts. Diesmal soll die Veranstaltung nun dort stattfinden. In der zweiten Septemberhälfte. © Arvid Müller

Moritzburg. Wer aufmerksam durch die Ortsteile der Großgemeinde Moritzburg geht, entdeckt dort sowie im Wald und auf Wiesen zahlreiche Kunstwerke. Entstanden sind diese während der internationalen Bildhauersymposien, die der gleichnamige Moritzburger Verein seit 2002 in der Regel aller zwei Jahre im Ort organisiert. „Fast 80 Arbeiten sind es inzwischen“, sagt Jens Gebhardt vom Verein. Einige kleine und leicht zerbrechliche Werke wurden auch in Gebäuden aufgestellt. Etwa im Foyer der Kurfürst-Moritz-Schule. Dennoch gab es in den zurückliegenden Jahren auch Vandalismusschäden.

Ab 15. September soll nun erneut eine Bildhauerwerkstatt starten. Wie bei ihrer Vorgängerin 2019 werden die teilnehmenden Künstler zwei Wochen gemeinsam arbeiten. Und erneut werden es wie vor zwei Jahren nur einheimische Künstler und auch nur zwischen vier und sechs sein. Die ersten acht Symposien dauerten dagegen jeweils eine Woche länger und führten acht bis zehn internationale Künstler in Moritzburg zusammen.

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Dass die Veranstaltung diesmal erneut gewissermaßen als Sparvariante veranstaltet wird, hat mehrere Gründe. Einige hatte der Vereinsvorsitzende Peter Fidler bereits 2019 genannt. So war nach dem 2017er Symposium überlegt worden, ob man überhaupt weitermachen wolle. Schließlich habe es über all die Jahre einen ständigen Kampf mit den Behörden gegeben, wo die geschaffenen Kunstwerke aufgestellt werden können. Immer wieder gab es Kollisionen mit dem Denkmalschutz und den Bauvorschriften. Und auch der Einsatz von Maschinen beim Gestalten der Arbeiten war teilweise sehr dominant geworden.

Kontakt zum Landgestüt geknüpft

Der Verein hatte sich daher entschlossen wieder etwas mehr Ruhe in die Bildhauerwerkstatt hineinzubringen. Beteiligt waren dann vor zwei Jahren auch nur sehr regionale Künstler, die ihre Arbeiten nur mit klassischen Bildhauerwerkzeugen aus Sandstein und Holz herausarbeiteten. Und noch etwas war wichtig. Von Anfang an war klar, dass die Kunstwerke danach auch am Entstehungsort aufgestellt werden - im Garten von Adams Gasthof.

So soll es auch bei der aktuellen Bildhauerwerkstatt wieder sein, nur dass der Verein diesmal Kontakte zum Landgestüt geknüpft hat. Wo genau dort gearbeitet werden kann, soll noch abschließend geklärt werden. Auch wo die Arbeiten dann stehen könnten. Der anstehende Bau einer modernen Reithalle und die damit verbundene Neugestaltung eines Teils der Anlage am Hengstparadeplatz bietet dafür aber sicher Möglichkeiten. Die Wahl des Themas 2021 verwundert daher nicht: „Menschen und Pferde – eine Begegnung“.

Fördergelder beim Kulturraum hat der Verein - wie schon vor zwei Jahren - nicht beantragt. Wohl aber wieder mit einem Zuschuss der Gemeinde gerechnet. Statt der über Jahre beigesteuerten 5.000 Euro waren im Rahmen der Kulturförderung insgesamt auch 3.000 Euro im Gemeindehaushalt eingeplant worden. Als dann Ende Mai im Gemeinderat die Zuwendung konkret beschlossen werden sollte, stimmten allerdings nur acht Räte dafür. Bei neun Nein-Stimmen und einer Enthaltung wurde die Förderung knapp abgelehnt.

Geld zur Durchführung der Bildhauerwerkstatt kommt damit in diesem Jahr nun nur erneut von der Hermann-Ilgen-Stiftung und der Meißner Sparkassenstiftung. Die Sächsischen Sandsteinwerke und die Wettinische Forstverwaltung sind zudem wieder Material-Sponsoren.

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Das fehlende Geld der Gemeinde mache sich natürlich bemerkbar. Daher sei auch noch nicht abschließend entschieden, wie viele Künstler teilnehmen, so Jens Gebhardt. Die auswärtigen Teilnehmer würden aber auf jeden Fall privat bei Vereinsmitgliedern untergebracht. „Auch das spart Geld.“

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