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Moritzburg: Corona-Test im Kosmetikstudio

Claudia Ulbrich hat sich schulen lassen und bietet nun Antigen- Schnelltests in Boxdorf, Moritzburg und Niederau an. Die Nachfrage nimmt zu.

Claudia Ulbrich testet auch ihre Mitarbeiterin Angela Roch mit einem Antigen-Schnelltest. Wenn ab Montag im Kosmetik-Studio in Boxdorf wieder Fußpflege-Behandlungen möglich sind, sind diese wie in Friseursalons wöchentlich Pflicht. Doch die Kosmetikeri
Claudia Ulbrich testet auch ihre Mitarbeiterin Angela Roch mit einem Antigen-Schnelltest. Wenn ab Montag im Kosmetik-Studio in Boxdorf wieder Fußpflege-Behandlungen möglich sind, sind diese wie in Friseursalons wöchentlich Pflicht. Doch die Kosmetikeri © Arvid Müller

Moritzburg. Anja Francke ist am Mittwoch die erste Kundin, die sich im Kosmetik-Studio von Claudia Ulbrich auf der Dresdner Straße in Boxdorf angemeldet hat. Allerdings nicht, um sich schön machen oder die Füße behandeln zu lassen. Letzteres ist erst ab Montag wieder möglich.

Die junge Friseurin kommt, weil sie in der nächsten Wochen endlich wieder ihren Salon in Niederau öffnen möchte. Denn die vergangenen Wochen waren für die alleinerziehende Mutter hart. Von den versprochenen Hilfsgeldern hat sie nichts bekommen. Und damit sie wieder arbeiten kann, muss sie nun erst einmal für einen Corona-Test in die Tasche greifen. Die Tests sind mit der Wiedereröffnung vorerst wöchentlich für Friseure vorgeschrieben.

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Claudia Ulbricht bietet seit Kurzem einen der zugelassenen Antigen-Schnelltests an. „Hergestellt in Jena und nicht in China, das war mir wichtig“, sagt die Kosmetik-Studio-Inhaberin. Für die Niederauerin kostet der von Claudia Ulbrich oder ihren beiden ebenfalls zertifizierten Mitarbeiterinnen durchgeführte Test 29,95 Euro. „Das ist der Preis für Gewerbetreibende.“ Wer sich testen lassen möchte, weil er vereisen oder die Oma besuchen will, zahlt 5 Euro mehr.

Nach Möglichkeit für Geschäftsöffnung gesucht

Stellt sich die Frage, wie die gelernte Kosmetikerin und Fußpflegerin darauf gekommen ist, Corona-Tests anzubieten? „Eigentlich wollte ich im vergangenen Jahr am 1. November mein 20. Betriebsjubiläum feiern. Stattdessen musste ich mein Studio erneut schließen“, sagt Claudia Ulbrich. Das habe sie schon runtergezogen. Zunächst.

„Doch dann habe ich überlegt, wie ich mein Geschäft wieder öffnen könnte. Vielleicht mit einer Sondergenehmigung.“ So sei sie auf die Idee gekommen, sich um eine fachliche Schulung zu kümmern, damit sie sich und ihre Mitarbeiterinnen und auf Wunsch auch ihre Kunden testen könnte. „Das war zunächst das Ziel.“

Erst danach sei dann der Gedanke entstanden, diese Testmöglichkeit auch anderen anzubieten. „Unterstützung habe ich bei diesen Überlegungen auch von Frau Dr. Bergmann bekommen“, sagt Claudia Ulbrich. Seit nun regelmäßige Schnelltests in verschiedenen Bereichen gefordert werden, wächst auch die Nachfrage.

Die Ankündigung von Gesundheitsminister Jens Spahn, dass für alle ab Anfang März kostenlose Schnelltests zur Verfügung stehen sollen, habe sie dann allerdings schon überrascht. Schließlich hat sie 200 Stück gekauft. Doch inzwischen steht ja nun fest, dass das kostenfreie Angebot nicht nur später kommt, sondern auch von geschultem Personal durchgeführt werden muss. Apotheken und Hausärzte können diesen zu erwartenden Aufwand kaum allein leisten. Schließlich wird pro Test etwa eine Viertelstunde benötigt. „Der Tester legt dabei kompletten Vollschutz an“, ergänzt Claudia Ulbrich.

Das große Banner am Kosmetik-Studio in Boxdorf weist auf die Testmöglichkeit hin.
Das große Banner am Kosmetik-Studio in Boxdorf weist auf die Testmöglichkeit hin. © SZ/Sven Görner

„Ich werde mich jetzt bemühen, auch an die kostenlosen Tests heranzukommen.“ Der Bund, der diese bezahlen will, hat dafür Kosten von bis zu 9 Euro für den Test und weitere 9 Euro für die Testabnahme sowie das Ausstellen einer entsprechenden Bescheinigung angesetzt.

Diese stellen Claudia Ulbrich und ihre Mitarbeiterinnen auch jetzt bei einem negativen Befund aus. „Bei einem positiven Testergebnis müssen wir das umgehend an das Gesundheitsamt melden.“

Während die meisten Bürger noch auf kostenlose Schnelltests warten müssen, bekommen diese beispielsweise Mitarbeiter in Kitas. Weil auch dafür geschultes Personal erforderlich ist, hat Claudia Ulbrich mit den Gemeindeverwaltungen in Moritzburg und Niederau gesprochen. „Nächste Woche Mittwoch werde ich dort erstmals die Tests durchführen. Rund 70 Stück.“ Da diese Tests gestellt werden, bekomme sie dafür eine Entschädigung für die aufgewendeten Stunden.

Tests an drei Orten

Neben ihrem Kosmetikstudio - wo man sich Montag, Dienstag und Donnerstag testen lassen kann - bietet die 43-Jährige diesen Service auch mittwochs im Moritzburger Lindengarten und freitags im Vereinshaus Oberau an. „Aber ausschließlich nach vorheriger Terminabsprache.“ Die notwendigen Informationen dafür sind auf einer eigens eingerichteten Internetseite zu finden.

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Anja Francke hat das Test-Prozedere für diesmal hinter sich. Der notwendige Abstrich war dabei schnell erledigt. „Dieser muss nicht mehr tief in der Nase vorgenommen werden, sondern es reicht ein Abstrich im vorderen Bereich der Nase“, erklärt Claudia Ulbrich. Dann dauert es noch ein paar Minuten, bis das Testergebnis vorliegt. Bei der Niederauerin lautet es: negativ. Der Öffnung ihres Friseursalons ab Montag steht damit nichts mehr im Weg.

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