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Moritzburg: Hengste schauen trotz Corona

Die Paraden mit Tausenden Besuchern müssen diesmal ausfallen. Die edlen Tiere werden nun in drei Veranstaltungen vor deutlich weniger Besuchern präsentiert.

Training für die Hengstimpressionen: Bei den Programmen auf dem Hengstparadeplatz wird auch dieser Sechsspänner zu sehen sein. Öffentliche Generalproben, wie zu den Hengstparaden, gibt es coronabedingt nicht.
Training für die Hengstimpressionen: Bei den Programmen auf dem Hengstparadeplatz wird auch dieser Sechsspänner zu sehen sein. Öffentliche Generalproben, wie zu den Hengstparaden, gibt es coronabedingt nicht. © Peter Tendler

Moritzburg. Die Absage Ende Juni hatte die große Schar der Pferdefreunde und nicht zuletzt die Züchter getroffen. Schließlich gehören die jährlichen Hengstparaden seit 1924 fest zu Moritzburg. Schauplatz für den Auftritt der Hengste des Landgestüts ist heute wie damals der große Hengstparadeplatz.

Seit dem Umbau vor ein paar Jahren ist dieser selbst für internationale Sportveranstaltungen geeignet. Die überdachten Tribünen bieten fast 5.500 Besuchern Platz. Dazu kommen noch preisgünstige Stehplätze. Im vergangenen September sahen an den drei Paradetagen insgesamt 17.000 Besucher ein vierstündiges Programm mit temperamentvollen und historischen Schaubildern.

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Was jedes Jahr aufs Neue die Fans der edlen Vierbeiner begeistert, lässt sich unter Corona-Bedingungen mit so vielen Besuchern allerdings nicht umsetzen. Mit der Absage der Paraden hatte Kati Schöpke, die Geschäftsführerin der Sächsischen Gestütsverwaltung, aber zugleich drei Veranstaltungen in kleinerem Rahmen angekündigt. Diese Hengstimpressionen – so die Bezeichnung, um eine Verwechslung mit den Paraden zu vermeiden, – finden an den gleichen Tagen statt, an denen diese geplant waren. Am 12., 20. und 26. September, jeweils von 13 bis 16 Uhr, einschließlich einer Pause zwischen den beiden Programmteilen.

Diese werden wie gewohnt die Möglichkeit bieten, Einblick in die Arbeit mit den sogenannten Landbeschälern – den Deckhengsten – im Landgestüt Moritzburg zu gewinnen. „Die Hengstimpressionen sind kein Ersatz für die Hengstparaden, aber uns war wichtig, die Hengste im September vor Publikum zeigen zu können“, sagt Landstallmeisterin Kati Schöpke.

Die Haflingerhengste Winterberg und Studienrat mit Gestütswärter Georg Bohne bei den Hengstparaden 2019. Die Ungarische Post wird auch bei den Hengstimpressionen zu erleben sein.
Die Haflingerhengste Winterberg und Studienrat mit Gestütswärter Georg Bohne bei den Hengstparaden 2019. Die Ungarische Post wird auch bei den Hengstimpressionen zu erleben sein. © Anja Imke

Die Veranstaltung soll den Pferdezüchtern ermöglichen, den gesamten Hengstbestand in Augenschein zu nehmen. Gleichzeitig wird das Kulturgut Pferd in seiner Vielfalt in einem abwechslungsreichen Programm auch für Laien ansprechend präsentiert. „Klassische Programmpunkte der Paraden werden sich auch in diesem, in gewissem Sinne exklusiven Veranstaltungsformat wiederfinden“, so die Gestütschefin. „Gleichzeitig wollen wir die Besonderheit der Situation nutzen, um darüber hinaus neue Ideen zur Präsentation unserer Pferde in die Tat umzusetzen.“

Mit dabei ist wie gewohnt das Polizeiorchester Sachsen, das die Präsentationen musikalisch begleitet. Auch ein Platzkonzert gibt es ab 10.30 Uhr. Allerdings nicht im Hof des Gestüts an der Schlossallee, sondern direkt neben dem Paradeplatz im Gelände des Neuen Gestüts. Dort werden zudem einige Stände mit Kunsthandwerk und Angeboten rund ums Pferd aufgebaut. Die Stallungen sind nicht geöffnet.

„Pro Veranstaltung können 1.000 Besucher auf das Gelände“, sagt die Landstallmeisterin. Etwa die Hälfte davon finden auf der eigentlich 2.000 Besucher fassenden Steintribüne Platz. Die übrigen Karten sind Stehplätze. Wobei diesmal nicht nur der Hang neben der Steintribüne von den Stehplatzkarten-Inhabern genutzt werden kann. „Da wir die beiden temporären Tribünen nicht aufbauen, kann an diesen beiden Seiten direkt an der Bande gestanden werden“, ergänzt Kati Schöpke.Die jährlichen Paraden sind nach dem Zuchtgeschäft die zweite große Einnahmequelle für die Gestütsverwaltung. „Für uns wird es daher ein sehr defizitäres Jahr, trotz der großen Nachfrage nach unseren Hengsten“, sagt die Geschäftsführerin.

Karten zu 25 Euro (Tribüne) und 10 Euro (Stehplatz) gibt es über das Landgestüt Moritzburg. Online unter www.saechsische-gestuetsverwaltung.de/termine/hengstimpressionen oder unter 1 035207 890106 (Montag bis Freitag, 8 bis 16 Uhr).

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