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Wie weiter mit der Baumwiesen-Kreuzung?

Die Moritzburg, der Freistaat und Dresden arbeiten gemeinsam am Projekt. Denn auch der Boxdorfer Hochwasserschutz muss mit gelöst werden.

Seit 1999 beschäftigen sich Fachleute mit der Neugestaltung des Knotenpunkts an der ehemaligen Baumwiese. Dabei geht es auch um Hochwasserschutz.
Seit 1999 beschäftigen sich Fachleute mit der Neugestaltung des Knotenpunkts an der ehemaligen Baumwiese. Dabei geht es auch um Hochwasserschutz. © Arvid Müller

Moritzburg. Es ist eine dieser gefühlt unendlichen Geschichten, wie sie bei Straßenbauvorhaben leider oft die Regel sind. So hatte beispielsweise der Ausbau der Ortsdurchfahrt in Volkersdorf auch einen Vorlauf von über zehn Jahren. Die Kreuzung an der ehemaligen Baumwiese am Fuße des Boxdorfer Berges ist auf dem besten Weg, das noch deutlich zu übertreffen.

Bereits seit 1999 beschäftigen sich Fachleute mit diesem Knotenpunkt der Staatsstraße 179 zwischen Dresden und Moritzburg und der Kreisstraße 6205 nach Radebeul, da es dort auch häufig zu Unfällen kam. Wer im Berufsverkehr da entlangfährt, braucht meist viel Zeit und Geduld. Ohne die vor rund zehn Jahren aufgestellte provisorische Ampel hätten Autofahrer kaum eine Chance, aus Richtung Radebeul auf die Staatsstraße aufzufahren oder von dieser aus Dresden kommend abzubiegen.

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Die Ampel entschärft die Situation zwar etwas, grundsätzlich löst sie das Verkehrsproblem an dieser viel befahrenen Stelle aber nicht. Denn die derzeitigen Straßen, sowohl die zwischen Dresden und Boxdorf als auch die nach Radebeul, sind einfach zu schmal, um Abbiegespuren mit genügend langen Aufstellflächen anzuordnen.

Am Ende des vergangenen Jahres hat der Moritzburger Gemeinderat nun einer vom Landesamt für Straßenbau- und Verkehr (Lasuv) ausgearbeiteten sogenannten Ortsdurchfahrtsvereinbarung zugestimmt. In diese ist auch die Landeshauptstadt Dresden mit einbezogen, da auch sie von dem Vorhaben betroffen ist, das unter Federführung des Freistaats umgesetzt wird.

Erneute Verzögerung

Die Vereinbarung regelt unter anderem die Kostenteilung für die Baumaßnahme und wer künftig welchen Beitrag zur Unterhaltung der neu geschaffenen Anlagen beisteuert. Zu diesen gehören neben dem Straßenbau, Nebenanlagen, öffentliche Beleuchtung, der in Abschnitten zu verlegende Lumpengrundbach, weitere Hochwassermaßnahmen und Ingenieurbauwerke. Für die Gemeinde Moritzburg ergibt sich daraus nach jetzigem Stand eine Kostenbeteiligung von rund 1,79 Millionen Euro. Hinzukommen noch anteilige Grunderwerbskosten.

Das Vorhaben wurde vom Lasuv zur Planfeststellung bei der Landesdirektion Sachsen eingereicht. Wann ein Planfeststellungsbeschluss vorliegt, ist noch unklar. Wie Moritzburgs Bürgermeister Jörg Hänisch (parteilos) sagt, erfolgt die Ausschreibung erst nach schriftlicher Bestätigung der gesicherten Finanzierung aller Vertragsparteien. Eine Grundvoraussetzung für den Ausbau des Knotenpunktes ist die Errichtung von Regenrückhaltebecken in Boxdorf. Der Grunderwerb dafür, so der Bürgermeister, ist angelaufen, konnte aber noch nicht vollständig realisiert werden.

Und noch etwas steht offenbar einer baldigen Umsetzung des Vorhabens im Weg. Nach Information der SZ hat die Stadt Dresden, anders als Moritzburg, der Ortsdurchfahrtsvereinbarung bisher nicht zugestimmt.

Förderung noch ungewiss

Nach den 2017 vorgestellten Planungen soll es an der Baumwiese statt der jetzigen Ampel nach dem Ausbau einen Kreisverkehr geben. Mit einem großen Regenrückhaltebecken und einem dort eingebauten Drosselbauwerk soll erreicht werden, dass künftig nur noch maximal 390 Liter pro Sekunde in die Junge Heide abfließen. Der natürliche Ablauf beträgt 680 Liter. Die derzeit geplante Kapazität des großen Beckens reicht aber nur aus, wenn die Gemeinde zeitnah auch zwei kleinere Rückhalteeinrichtungen im oberen Bereich des Lumpengrundbaches planen und umsetzen kann.

Und natürlich braucht Moritzburg auch das erforderliche Geld, um die geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen realisieren zu können. Die Kostenschätzung ging vor gut drei Jahren von immerhin fast drei Millionen Euro aus. Mit wie viel Fördergeldern sie dabei rechnen kann, ist noch ungewiss.

Die Ampel wird daher wohl noch auf längere Zeit ihren Dienst tun müssen. Und die Autofahrer brauchen auch weiterhin Geduld.

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