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Moritzburg: Schulweg soll sicherer werden

Das Bau- und Ordnungsamt der Gemeinde hat ein Projekt erarbeitet, mit dem vor allem parkende Autos von der Schulstraße verbannt werden sollen.

Diese Hindernisse in der Schulstraße sorgen nur bedingt für die dort gewollte Verkehrsberuhigung. Doch jetzt gibt es ein neues Projekt.
Diese Hindernisse in der Schulstraße sorgen nur bedingt für die dort gewollte Verkehrsberuhigung. Doch jetzt gibt es ein neues Projekt. © Norbert Millauer

Moritzburg. Sie sind manchmal eine Reaktion auf fehlende sichere Schulwege, gleichzeitig aber auch ein Teil des Problems. Die Rede ist von den sogenannten Elterntaxis. Während die eigenen Kinder mit dem Auto möglichst bis direkt vor die Schule gebracht werden, damit sie sicher dort ankommen, wächst damit gleichzeitig die Gefahr für die Schüler, die den Schulweg allein zurücklegen.

Erst recht, wenn die Straße vor der Schule eng und unübersichtlich ist und - auch das ist immer wieder zu beobachten - die Kinder in Eile kurz vor dem Pausenklingen abgesetzt werden.

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Obwohl schon seit Jahren als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen, ist die Schulstraße im Ortsteil Moritzburg derzeit solch ein unsicherer Schulweg. Das hat mehrere Gründe. Zum einen gibt es keinen Fußweg. Und zum anderen sind mehrere Parkflächen ausgewiesen, die sowohl für die dort entlanglaufenden Kinder als auch für durchfahrende Autofahrer die Sichtbeziehungen erschweren. Hinzu kommt, dass sich direkt neben der Grundschule das Kinderhaus Kleiner Moritz befindet, was vor allem morgens und am Nachmittag für zusätzlichen Autoverkehr und Parkprobleme sorgt.

Einbahnstraße würde Geschwindigkeit erhöhen

Ein Fußweg könnte mehr Sicherheit bringen, löst allerdings nicht das wochentägliche Parkchaos vor Schule und Kinderhaus. Der Ortschaftsrat befürwortet diese Lösung. Die Anwohner sehen das allerdings anders. Aus für sie gutem Grund. Die Zufahrt zu den Grundstücken würde bei einem normgerechten Gehweg erheblich erschwert, wenn nicht ganz unmöglich. Verschwinden müssten mit dem Gehweg auch die Parkplätze, was nicht allen Anliegern gefallen würde.

Allerdings sollten diese dort ohnehin schon lange nicht mehr sein. „Der Grund für die markierten Stellplätze war seinerzeit der Bau der Mitarbeiterparkplätze auf dem Gelände des Kleinen Moritz“, hat Anwohnerin Silvia Mehlich herausgefunden. „Nach der Fertigstellung sollten die Markierungen wieder entfernt werden - das ist nie geschehen.“

Mit dem Gehweg würde auch der jetzige verkehrsberuhigte Bereich wegfallen. Autos dürften dann in der Schulstraße selbst bei 30 km/h deutlich schneller fahren als jetzt. Bei einer Ausweisung als Einbahnstraße - eine weitere Forderung des Ortschaftsrates - vermutlich sogar noch mehr, weil die Fahrer dann mit keinem Begegnungsverkehr rechnen müssen.

Vor dem Haus des Pferdes und auf der gegenüberliegenden Seite der Schlossallee sollen Haltestellen für Elterntaxis ausgewiesen werden.
Vor dem Haus des Pferdes und auf der gegenüberliegenden Seite der Schlossallee sollen Haltestellen für Elterntaxis ausgewiesen werden. © Norbert Millauer
Die jetzt gekennzeichneten Parkflächen auf der Schulstraße soll es künftig nicht mehr geben. Fußgänger und Autofahrer haben so eine bessere Sicht.
Die jetzt gekennzeichneten Parkflächen auf der Schulstraße soll es künftig nicht mehr geben. Fußgänger und Autofahrer haben so eine bessere Sicht. © Norbert Millauer

Das Bau- und Ordnungsamt der Gemeinde hat jetzt eine andere Variante erarbeitet, mit der der fließende Verkehr reduziert und der ruhende neu geordnet werden soll. Gleichzeitig ist geplant, die Verkehrserziehung für die Kinder zu fördern und auch die Eltern für das Thema Schulwegsicherheit mehr zu sensibilisieren. Gedacht ist das Ganze als Pilotprojekt, denn nachfolgend sollen auch die Schulwege der anderen Schulen in der Gemeinde sicherer werden.

In der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses des Moritzburger Gemeinderats hat Amtsleiterin Susan Lehmann das Vorhaben jetzt vorgestellt. Vorgesehen ist, dass die Schulstraße weiter verkehrsberuhigt und in beiden Richtungen befahrbar bleibt. Die ausgewiesenen Parkflächen sollen verschwinden und in Richtung Schule ein Parkverbot gelten.

Ein Gehweg ist indes nicht geplant. Um die Straße einzuengen und so die ausgeschilderte Verkehrsberuhigung zu erreichen, sollen Pflanzkübel aufgestellt werden, die den Laufweg der Kinder von der Fahrbahn abgrenzen. Im unteren Bereich, zwischen Berg- und Schulstraße ist dagegen geplant, einen sicheren Fußweg mit Leitschwellen abzugrenzen. Ein neuer Fußgängerüberweg soll dann direkt vor der Schule das sichere Queren der Schulstraße ermöglichen.

Haltestellen für Elterntaxis an der Schlossallee

Damit die Eltern erst gar nicht mehr in die Schulstraße fahren, sollen auf beiden Seiten der Schlossallee jeweils vier Haltestellen für Elterntaxis ausgewiesen werden. Genutzt werden dafür die vorhandenen Parkbuchten vor dem Haus des Pferdes und in Höhe der ehemaligen Drogerie jeweils montags bis freitags von 7 bis 9 Uhr und 15 bis 16 Uhr. Die Kinder können dann von dort den rund 250 Meter langen Weg selbstständig zurücklegen.

Die Eltern sollen mit Informationsbroschüren für das Thema sensibilisiert werden, während die Vorschulkinder aus dem Kleinen Moritz den Weg bereits vor ihrem ersten Schultag gemeinsam mit den Erzieherinnen ablaufen und so das richtige Verhalten üben. Für die Schüler der ersten und zweiten Klassen sieht das Projekt laut Susan Lehmann zudem einen Besuch des Polizeidinos Poldi vor.

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Die Gesamtkosten für die Umsetzung belaufen sich auf 12.200 Euro. Nach der Zustimmung durch den Technischen Ausschuss hat die Gemeinde das Projekt beim Dresdner Heidebogen zur Förderung eingereicht. Stimmt dieser zu, müsste Moritzburg nur einen Eigenanteil in Höhe von 2.440 Euro aufbringen. Das Ja vom Heidebogen vorausgesetzt, soll das Vorhaben bis zum Start des neuen Schuljahres umgesetzt werden. Im Herbst würde dann eine erste Auswertung und - falls erforderlich - auch Nachbesserung erfolgen.

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