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Neue Räume für wechselnde Ausstellungen

Seit Aschenbrödel auf Schloss Moritzburg die Besucher begeistert, gab es keine Räume mehr für Sonderausstellungen. Das ist nun Geschichte.

In neuem Glanz: Schloss Moritzburg hat jetzt wieder Räume für Sonderausstellungen. Diese sind sehr farbenfreudig gestaltet. Neben einem blauen, einem roten und einem beigefarbenen gibt es auch zwei grüne Salons. Die erste Schau wird gerade vorbereitet.
In neuem Glanz: Schloss Moritzburg hat jetzt wieder Räume für Sonderausstellungen. Diese sind sehr farbenfreudig gestaltet. Neben einem blauen, einem roten und einem beigefarbenen gibt es auch zwei grüne Salons. Die erste Schau wird gerade vorbereitet. © Arvid Müller

Moritzburg. Die Bauleute sind verschwunden. Dennoch herrscht in den Räumen im zweiten Obergeschoß des Moritzburger Schlosses am Freitag rege Geschäftigkeit. Denn noch fehlen die Gardinen und der Lichtschutz an den Fenstern. Und außerdem wird gerade die erste Ausstellung vorbereitet. Hier, im südwestlichen Teil des Barockbaus, hat der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) in den vergangenen Monaten das sogenannte Quartier 9 zu einem Sonderausstellungsbereich umgebaut.

Von den Schlossmitarbeitern wurde dieser herbeigesehnt. Denn seit die Schau zum Kultfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ zum winterlichen Besuchermagneten wurde, gab es im einstigen Jagdschloss August des Starken keinen speziellen Ort mehr, an dem Sonderausstellungen gezeigt werden konnten. Das war im Winter 2009/10. Die Schlossmannschaft platzierte daher in den vergangenen Jahren mehrere Sonderschauen sehr erfolgreich in den Sälen der barocken Dauerausstellung.

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Doch nicht jedes Projekt lässt sich dort verwirklichen. Und so wurde nun der genannte Bereich für rund 1,26 Millionen Euro vom Freistaat Sachsen hergerichtet. Erste Arbeiten waren dabei schon vor ein paar Jahren im Zusammenhang mit den darunter gelegenen Kurfürstenzimmern erfolgt. Diese sind seit 2016 komplett restauriert wieder für Besucher zugänglich. Um die Decke in den Zimmern vor Schwingungen zu schützen, waren damals in den jetzt fertiggestellten Räumen die Fußböden stabilisiert worden.

Neue Räume bieten viele Möglichkeiten

Der neue Sonderausstellungsbereich besteht aus zwei großen repräsentativen und drei kleineren Räumen, dem oberen Kapellengang, einem kleinen Flur und einem Nebengelass. Um die Räume für Besucher überhaupt zugänglich zu machen, war die erwähnte statische Ertüchtigung erforderlich. Zudem wurde für die museale Nutzung modernste Technik verbaut.

Ohne den Charakter der Räume wesentlich zu beeinträchtigen, sind dort zukünftig Ausstellungen von historischem bis modernem Charakter möglich. Um eine flexible Ausstellungsgestaltung zuzulassen, wurde gemeinsam mit dem Schlossbetrieb nach aufwendigen Bemusterungen von Stoffen entschieden, dass die Wände mit farblich unterschiedlichen textilen Wandbespannungen ausgestattet werden. So gibt es jetzt einen blauen, einen roten, einen beigefarbenen und zwei grüne Salons.

Aus dem blauen Salon hat man diesen herrlichen Blick. Noch ist das Schloss allerdings coronabedingt geschlossen.
Aus dem blauen Salon hat man diesen herrlichen Blick. Noch ist das Schloss allerdings coronabedingt geschlossen. © Arvid Müller

Ursprünglich waren auch diese Räume, die um 1900 von der königlichen Familie als Wohnbereich genutzt wurden, zum Teil mit Ledertapeten ausgestattet. Allerdings sei davon nur noch ein kleiner Rest gefunden worden.

Eine besondere Herausforderung für die Restauratoren waren die neobarocken Deckenmalereien. Dabei handelt es sich um eine schwer zu konservierende Öl-Wachs-Malerei. Diese wurden gereinigt, konserviert und die Fehlstellen behutsam und zurückhaltend retuschiert. Das historische Parkett wurde geborgen, restauriert und abschließend wieder eingebaut.

Eine Botschaft aus vergangener Zeit

Die beiden Fayence-Öfen aus dem frühen 18. Jahrhundert wurden ebenfalls abgebaut, restauriert und nach dem Verlegen des Parketts wieder aufgestellt. Ein Ofen bekam einen Vasenaufsatz aus den Schloss-Beständen wieder. Der dritte Ofen, vermutlich aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, konnte vor Ort restauriert werden.

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Ende des 19. Jahrhunderts war das Quartier 9 für die königliche Familie umfassend umgebaut worden. Neben dem Einbau von Bad und WC wurden mehrere Trennwände aus Holzständern und Verkleidungsbrettern, die lediglich verputzt bzw. mit einer Wandbespannung versehen waren, eingezogen. Auf einer dieser Wände war vermerkt: „Diese Wand wurde gemacht im Juli 1899 von Eduard Schröter, Moritz Schröter, ... Zimmermann.“ In diese Umbauphase gehören vermutlich auch die handwerklich sehr hochwertigen Deckenmalereien.

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