SZ + Radebeul
Merken

Sachsen verschärft Schweinepest-Maßnahmen um Radeburg

Seit Freitag gibt es ein Kerngebiet, das Teile von Ebersbach, Radeburg und Thiendorf umfasst. Dort gelten weitreichende Einschränkungen.

Von Sven Görner
 2 Min.
Teilen
Folgen
Ein einem Gebiet bei Radeburg gelten seit Freitag strenge Regeln zur Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest.
Ein einem Gebiet bei Radeburg gelten seit Freitag strenge Regeln zur Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest. ©  SZ-Grafik

Landkreis Meißen. Seit bei einem östlich der A 13 und nördlich der Stadt Radeburg erlegten Wildschwein am 13. Oktober das Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nachgewiesen wurde, sind im Landkreis Meißen und teilweise darüber hinaus umgehend zwei Schutzzonen eingerichtet worden (die SZ berichtete). Diese sollen helfen, die weitere Ausbreitung der für Schweine tödlichen Krankheit zu begrenzen.

In der Sperrzone II - dem 435 Quadratkilometer großen Gebiet um den Fundort des Tieres - dürfen Hausschweine seitdem nur noch in Ställen gehalten werden. Das Verbringen von Schweinen und Schweineprodukten ist verboten. Für das Mitführen von Hunden gilt seitdem Leinenzwang. Allgemeine Beschränkungen für Land- und Forstwirtschaft bestanden nicht.

Seit Freitag ist das nun anders. Wie das Sozialministerium am Nachmittag in einer Presseinformation mitteilte, hat die Landesdirektion Sachsen durch eine Allgemeinverfügung vom 28. Oktober ein Kerngebiet eingerichtet. Dabei handelt es sich um einen speziell ausgewiesenen Bereich innerhalb der Sperrzone II. Die Einrichtung des Kerngebietes diene der Differenzierung der Maßnahmen. Das Kerngebiet, das den Ausbruchsort und seine unmittelbare Nähe umfasst, unterliegt besonderen Restriktionen, die ausschließlich dort gelten und die für die übrige Sperrzone II als nicht erforderlich erachtet werden.

Auch Freizeitaktivitäten sind nicht möglich

Im Rahmen der Allgemeinverfügung der Landesdirektion Sachsen, die am 29. Oktober 2021 in Kraft getreten ist, ist im Kerngebiet die Ausübung der Jagd auf jegliches Wild bis auf Widerruf untersagt. Auch das Betreten des Waldes und der offenen Landschaft für Freizeitaktivitäten wie Wandern oder Pilzesammeln ist im Kerngebiet nicht möglich, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums. Ebenfalls untersagt ist die Nutzung der land- und forstwirtschaftlichen Flächen, wobei auf Antrag Ausnahmen zugelassen werden können.

Konkret umfasst das Kerngebiet Teile der Gemeinden Ebersbach, Radeburg und Thiendorf. Aufgrund der räumlichen Nähe sind auch Teile der Gemeinde Laußnitz im Landkreis Bautzen betroffen (Grafik).

Zaunbau um das Kerngebiet

Staatssekretär Sebastian Vogel, Leiter des ASP-Krisenstabes: „Das Kerngebiet wird zeitnah eingezäunt.“ Die Arbeiten haben bereits begonnen und erfolgen zeitgleich an mehreren Punkten. „Auch die Fallwildsuche mithilfe von Drohnen läuft weiter, dabei stehen Flächen besonders im Fokus, die für Menschen schwer zugänglich sind oder wo eine Beunruhigung des Wildes zwingend zu vermeiden ist.“

Das neue Infektionsgeschehen im Landkreis Meißen mit bisher zwei ASP-positiven Frischlingen liegt über 65 Kilometer westlich des bisherigen Infektionsgeschehens im Landkreis Görlitz. Dazwischen wurden bislang keine infizierten Wildschweine gefunden oder erlegt.