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Neues Eingangshaus für Wildgehege Moritzburg

Das jetzige Gebäude steht erst 22 Jahre, hat aber Statik-Probleme. Der Neubau soll flacher werden. Ein großer Veranstaltungssaal ist nicht mehr geplant.

Das Eingangsgebäude des Wildgeheges wurde 1998 eingeweiht. Nun soll es einem Neubau weichen. Der wird nur noch eingeschossig und damit deutlich flacher sein.
Das Eingangsgebäude des Wildgeheges wurde 1998 eingeweiht. Nun soll es einem Neubau weichen. Der wird nur noch eingeschossig und damit deutlich flacher sein. © Arvid Müller

Moritzburg. Geht es nach dem Staatsbetrieb Sachsenforst, dann sind die Tage des Eingangsgebäudes des Wildgeheges in Moritzburg gezählt. Bis Ende 2022 muss das für einen Ersatzneubau zur Verfügung stehende Geld verbaut sein, sagt Markus Biernath. Er ist der Leiter des Forstbezirks Dresden, zu dem Sachsens ältester Wildpark gehört. Dabei ist das Haus, das zwei Sälen, Gastronomie, Toiletten und einem Büro Platz bietet, gerade einmal 22 Jahre alt.

Als das Eingangsgebäude im Dezember 1998 feierlich eingeweiht wurde, war es mit seiner effektiven Nutzfläche von 600 Quadratmetern nach Aussage des Staatsforstes das größte Holzgebäude Sachsens. Verbaut worden waren 540 Kubikmeter verschiedenes Holz. Damit sollte auch gezeigt werden, dass Holz nicht nur schön ist, sondern auch vielseitig einsetzbar.

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Für die zahlreichen Schulklassen, die regelmäßig die Einrichtung besuchten, verbesserten sich so die Bedingungen für ihren Unterricht im Grünen. Vor allem der große Saal im Obergeschoss wurde zudem über viele Jahre auch für Ausstellungen, Schulungsveranstaltungen und private Feiern genutzt.

Bis sich statische Mängel an dem Bauwerk zeigten. Danach stand der Raum nur noch eingeschränkt zur Verfügung. Seit mehreren Jahren gibt es daher bereits Pläne, das Eingangsgebäude zu sanieren und zu erweitern. Denn auch die Größe und Anzahl der Toiletten entsprechen kaum dem Besucheransturm, den das Wildgehege nicht nur bei schönem Wetter erlebt.

Inzwischen ist aus den Plänen ein konkretes Projekt geworden, für das der Sachsenforst Ende vergangenen Jahres den Bauantrag bei der Gemeinde Moritzburg eingereicht hat. Demnach soll nun ein Neubau errichtet werden, der sich, laut Markus Biernath, dem vorhandenen finanziellen Rahmen anpasst.

„Es war ja zunächst angedacht, das Geld in die Ertüchtigung des bestehenden Gebäudes zu stecken. Es gab aber keine Garantie, dass es reichen würde.“ Wie der Forstbezirksleiter weiter sagt, stehen eine Million Euro zur Verfügung. Geld kommt aus der nächsten Tranche aus dem Vermögen der einstigen Parteien und Massenorganisationen der DDR. Der Forst hatte sich darum beworben, da mit diesen Geldern Projekt der Erinnerungskultur, der Bildung und des Tourismus gefördert werden.

Nur noch eingeschossig

Das neue Gebäude soll nur noch einstöckig sein. Das es sich so mehr in die denkmalgeschützte Kulturlandschaft ein- und unterordnet, ist ein Aspekt. Der andere sind die Kosten. Denn an das vorhandene Haus hätten, für die weitere Nutzung im Rahmen der Sanierung, auch ein zweiter Fluchtweg und ein Aufzug angebaut werden müssen.

Damit alles, was benötigt wird, dennoch in dem neuen Gebäude untergebracht werden kann, soll der Neubau etwas länger als das bestehende Haus werden. „Und es wird etwas geschwungen gebaut, damit die historische Wildgehegemauer wieder mehr freigestellt wird“, sagt Markus Biernath. Der große Saal, den es jetzt im Obergeschoss gibt, fällt ganz weg. „Größere Veranstaltungen, für die ein solcher Raum gebraucht würde, sind künftig nicht mehr vorgesehen.“ Auch ein Büro für den Leiter des Wildgeheges wird es in dem Neubau nicht mehr geben. Das kommt mit in den Wirtschaftshof.

Geplant ist dagegen wieder ein Raum für waldpädagogische Angebote. Und auch die Besucherversorgung wird durch ein Bistro mit Freisitzen weiter gewährleistet. Die Kasse soll mit einem kleinen Shop kombiniert werden, in dem Infomaterial und kleine Mitbringsel angeboten werden.

Gemeinderäte stimmen gegen Bauantrag

Mehr Platz soll es für die Toiletten geben, auch wenn nach wie vor an dem Vorhaben festgehalten wird, weitere im Areal des Wildgeheges zu schaffen. Bisher scheiterte das am fehlenden Einverständnis der Denkmalbehörden. Zu den jetzigen Bauplänen habe es Vorgespräche mit dem Landratsamt gegeben. Auch mit der Denkmalpflege. Dabei sei auch über die Freiraumplanung gesprochen worden. So sollen Eichen und Ulmen gepflanzt werden.

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Die Gemeinde hat eigentlich nichts gegen den geplanten Ersatz des Eingangsgebäudes. Sorgen bereitet den Räten und der Verwaltung etwas anderes.

Der Technische Ausschuss des Moritzburger Gemeinderats hat im Dezember den Bauantrag allerdings einstimmig abgelehnt (die SZ berichtetet). Dabei ging es allerdings nicht um das Gebäude, sondern um die Parkplatzsituation. Nicht nur am Wildgehege, sondern auch im Fasanengarten. Die Gemeinde erwartet, dass sich der Freistaat an der Umsetzung einer gemeinsam für das Gebiet erarbeiteten Konzeption auch finanziell beteiligt. Schließlich gibt es im Ort mit dem Wildgehege, dem Schloss und dem Gestüt gleich drei Besucher-Einrichtungen des Freistaats.

Ob gebaut werden kann, entscheidet allerdings nicht Moritzburg, sondern das Landratsamt in Meißen. Notfalls auch gegen den Willen der Gemeinde.

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