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Marta, Ella und Edgar werden langsam heimisch

Seit gut einer Woche hat die moderne Wildkatzenanlage in Moritzburg neue Bewohner. Noch sind diese aber sehr scheu, trotz fehlender Besucher.

Futter gefunden. Die offenbar Neugierigste der drei neuen Wildkatzen hat sich zuerst aus ihrer Deckung getraut und eines der toten Küken in der großen Anlage im Wildgehege Moritzburg entdeckt.
Futter gefunden. Die offenbar Neugierigste der drei neuen Wildkatzen hat sich zuerst aus ihrer Deckung getraut und eines der toten Küken in der großen Anlage im Wildgehege Moritzburg entdeckt. © Arvid Müller

Moritzburg. Heute Morgen habe ich sie schon gesehen“, sagt Wildgehegeleiter Ronald Ennersch, und schürt damit Hoffnung. Doch diese wird zunächst enttäuscht. Denn keine der drei am Mittwoch vergangener Woche in Moritzburg angekommen Wildkatzen ist zu sehen. Allerdings ist es trotz der vielen großen Glasscheiben auch nicht so einfach, wirklich in jede Ecke der 500 Quadratmeter großen Anlage zu gucken. Von den vielen Möglichkeiten, die die drei Bewohner zum Verstecken haben, mal ganz abgesehen.

Doch plötzlich ist neben einem zum Klettern und Balancieren in dem Gehege platzierten dicken Ast eine kleine Bewegung auszumachen. Dann ist sie zu sehen. Dicht an den Boden gedrückt und wie bei der Jagd alle Muskeln angespannt, setzt eine der Wildkatzen ganz vorsichtig eine Pfote vor die andere. Immer wieder aufmerksam um sich schauend, vor allem in Richtung der drei Schatten hinter den Scheiben.

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Als Ronald Ennersch und der Fotograf die Eingangsschleuse der Anlage betreten, werden die Bewegungen der Katze schneller, aber nicht weniger vorsichtig. Immer am Zaun entlang verschwindet sie schließlich in einem Holzstapel im hinteren Bereich des 2019 eingeweihten Wildkatzengeheges.

„Dort halten sie sich gern auf“, sagt der Forstmann. Sachsens ältester Wildpark gehört zum Staatsbetrieb Sachsenforst. Doch auch die anderen Bereiche der Anlage haben die drei Neuen bereits erkundet, weiß Ronald Ennersch zu berichten. Neben den Verstecken in den Holzstapeln und in hohlen Baumstämmen werden von ihnen aber auch die vier Schlafhöhlen genutzt, die sich in einer Mauer das Geheges befinden. In diese hatten die Tierpfleger bei der Ankunft der im vergangenen Sommer geborenen Katzen extra Stroh aus den Transportboxen gelegt, damit sie einen vertrauten Geruch hatten.

Ein Bad in der wärmenden Frühlingssonne.
Ein Bad in der wärmenden Frühlingssonne. © Arvid Müller
Gruppenbild der drei Geschwister Marta, Ella und Edgar.
Gruppenbild der drei Geschwister Marta, Ella und Edgar. © Arvid Müller

Jetzt sieht es allerdings nicht danach aus, als würde sich so schnell erneut eines der Tiere zeigen wollen. „Sie sind noch sehr scheu“, sagt der Wildgehegeleiter, „und das, obwohl wir ja jetzt nicht einmal Besucher haben.“

Doch Ronald Ennersch weiß, wie er die Samtpfoten vielleicht doch in die warm scheinende Frühlingssonne locken kann. Er verteilt einige tote Küken in der Anlage. Dem von diesen ausgehenden Geruch werden sich die Katzen wohl kaum lange entziehen können. Und tatsächlich: Nach knapp zehn Minuten traut sich die Erste aus der Deckung. Vermutlich ist es die bereits gesehene, und wieder ganz im Jagdmodus.

Nach und nach trauen sich auch die anderen beiden Geschwister aus ihrer sicheren Deckung und genießen ganz offensichtlich die Sonne. Marta, Ella und Edgar sind Geschwister. Wer allerdings wer ist, kann der Wildgehegeleiter nicht sagen. Dafür waren sie bisher einfach noch zu wenig zu sehen, um schon Unterschiede in der Zeichnung des Fells ausmachen zu können.

Zumindest eine der Wildkatzen hat aber auch schon eine ganz praktische Einrichtung der Anlage entdeckt - drei in den Boden eingelassene und für die Besucher gut einsehbare Wärmeplatten.

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Auf diesen hatte es sich auch die bisherige Bewohnerin der Anlage - eine schon etwas betagte Wildkatzendame - gern gemütlich gemacht. Wobei sie sich sogar einschneien ließ. Mit der Ankunft der Neuen ist sie erst einmal in ein Quarantäne-Gehege am Betriebshof umgezogen. Doch jetzt sieht es so aus, als ob sie bald ein neues Zuhause in einem anderen Zoo finden könnte. Dort gibt es bereits eine andere alte Wildkatze.

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