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Moritzburger müssen weniger zahlen

Der Gemeinderat hat jetzt rückwirkend zum Jahresbeginn eine Senkung der Abwassergebühr um 41 Cent pro Kubikmeter beschlossen. Das ist kein Geschenk.

© Arvid Müller

Von Sven Görner

Moritzburg. Geht es um Veränderungen bei Gebühren und Beiträge gibt es meist nur eine Richtung – nach oben. Allerdings bestätigen Ausnahmen immer mal wieder die Regel. So hat etwa der Abfallzweckverband im Vorjahr verkündet, die Biotonnen auch weiterhin kostenlos zu leeren.

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Nach der jüngsten Sitzung des Moritzburger Gemeinderates gibt es nun für die Bürger der Großgemeinde eine weitere gute Nachricht in Sachen Gebühren. Mit der beschlossenen Änderung der Abwassergebührensatzung sinkt der Gebührensatz von bisher 3,49 Cent pro Kubikmeter auf 3,08 Cent. Und zwar rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres. Eine spürbare Ersparnis. Denn legt man eine durchschnittliche Einleitungsmenge von 35 Kubikmeter pro Person und Jahr zugrunde, zahlt ein Vier-Personen-Haushalt aufs Jahr gerechnet künftig rund 57 Euro weniger.

Vorausgegangen waren diesem Beschluss die Abrechnung der tatsächlich angefallenen Ausgaben und Einnahmen des Kalkulationszeitraums 2012 bis 2016 und das Erstellen einer Vorauskalkulation für die Jahre 2017 bis 2021. Für den neuen Zeitraum hat die beauftragte Firma, die KEM Kommunalentwicklung Mitteldeutschland GmbH, eigentlich eine zu erhebende Gebühr von 3,33 Euro je Kubikmeter Abwasser errechnet. Dass die Moritzburger tatsächlich deutlich weniger bezahlen müssen, hat einen einfachen Grund. „Bei der Abrechnung des zurückliegenden Zeitraums hat sich ergeben, dass die dafür kalkulierte und von den Bürgern gezahlte Abwassergebühr zu hoch war“, sagt Bürgermeister Jörg Hänisch (parteilos). Das von der Gemeinde zu viel eingenommene Geld werde in den nächsten fünf Jahren daher bei der Festsetzung der Gebühr berücksichtigt. Der eigentlich fällige Gebührensatz von 3,33 Euro verringert sich so auf die beschlossenen 3,08 Euro.

Als Ursache für die deutliche Abweichung zwischen der eingenommenen Gebühr und der nachträglich berechneten nennt der Rathauschef vor allem die Umsetzung des Abwasserbeseitigungskonzepts (ABK) der Gemeinde Moritzburg. Vor fünf Jahren habe es noch einige Unsicherheiten gegeben, wie schnell die darin festgeschriebenen Baumaßnahmen umgesetzt werden können. Damit verbunden war letztlich die Frage, wie viel Abwasser tatsächlich eingeleitet wird. Jetzt ist das ABK abgeschlossen. In diesem Jahr soll noch An der Triebe ein Regenwasserkanal gebaut werden. Bisher gibt es dort nur einen umfunktionierten Mischwasserkanal. Im nächsten Jahr sollen dann noch Arbeiten im Bereich der Windmühle folgen. Davon erhofft sich die Gemeinde, dass künftig weniger Regenwasser in Richtung der Kaditzer Kläranlage fließt, was letztlich Kosten senken würde.

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