Merken

Moritzburger Wölfe ziehen zusammen

Aus den Wölfen im Moritzburger Wildgehege soll möglichst bald ein kleines Rudel werden. Dann könnten die Tiere auch gemeinsam alle Ecken der im Sommer eingeweihten fast zwei Hektar großen neuen Freianlage nutzen.

Teilen
Folgen

Von Sven Görner

Aus den Wölfen im Moritzburger Wildgehege soll möglichst bald ein kleines Rudel werden. Dann könnten die Tiere auch gemeinsam alle Ecken der im Sommer eingeweihten fast zwei Hektar großen neuen Freianlage nutzen. Noch müssen sich nämlich die beiden 2008 zur Welt gekommenen Rüden Moritz und August und ihre ein Jahr jüngere Schwester Lilly mit dem Eingewöhnungsgehege (Grafik) begnügen. Die drei 2006 in Bayern geborenen Altwölfe – zwei Rüden und eine Fähe – nutzen dagegen derzeit das Hauptgehege.

Tore sollen sich öffnen

„Bevor wir die Tore zwischen den beiden Bereichen der Anlage öffnen können, müssen wir zunächst das weibliche Alttier wieder in das bis zum Sommer genutzte Wolfsgehege zurückbringen“, sagt Wildgehegeleiter Rüdiger Juffa und erklärt auch gleich den Grund dafür: „Diese Wölfin ist die Chefin der Alttiergruppe. Sie würde die kleine Lilly als Konkurrentin nicht neben sich dulden.“ Ernsthafte Probleme wären so möglicherweise vorprogrammiert.

Wegen dieser Rangstreitigkeiten musste bereits die zweite Altwölfin aus der neuen Anlage zurück in die bisherige. Die Gefahr, dass sich diese zwischen den beiden Wolfsdamen dann dort fortsetzen, besteht laut Juffa indes nicht. „Das passiert nur, wenn ein oder mehrere männliche Tiere dazu kommen.“

Künftig kein Nachwuchs mehr

Damit die Wölfin umziehen kann, muss sie allerdings zunächst betäubt werden. Daraus wird derzeit allerdings nichts. „Bei zu niedrigen Temperaturen platzen die Kapseln mit dem Betäubungsmittel beim Austritt aus dem Lauf des Gewehrs“, weiß Juffa. Die Tiere würden so nur unnötig beunruhigt werden. „Außerdem kostet jeder Schuss etwa 50 Euro.“

Der Wildgehegechef geht davon aus, dass sich die vier Rüden und Lilly gut vertragen werden. „Natürlich müssen sie auch eine Rangordnung untereinander festlegen. Dabei kann es durchaus auch mal zu kleinen Kämpfen kommen. Aber das ist in der Natur ja auch nicht anders.“

Überraschenden Wolfsnachwuchs soll es künftig übrigens nicht mehr geben. „Aller vier Rüden sind jetzt kastriert“, so Juffa.