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Moritzhaus soll kein Flachdach bekommen

Eine Nürnberger Firma baut am Neumarkt gegen den Willen vieler Dresdner.

© KIB-Gruppe

Von Lars Kühl

Die Kritik am sogenannten Moritzhaus am Neumarkt zieht immer größere Kreise. Längst hat die KIB-Gruppe aus Nürnberg mit dem Bau des Wohn-, Büro- und Geschäftshauses zwischen Kulturpalast und Schützresidenz begonnen. Die Bodenplatte ist bereits im Guss. Trotzdem will die Gesellschaft Historischer Neumarkt noch erreichen, dass der Entwurf, für den die Baugenehmigung vorliegt, angepasst wird.

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Am meisten stören die Wächter über die Entwicklungen auf Dresdens herausragendstem Platz neben der Klotzigkeit des Baukörpers das Flachdach und das Staffelgeschoss an der Ostseite zur Schumachergasse hin. Dabei galt immer die Annahme, dass gerade diese Bauausführung eine Forderung des Grundstücksnachbarn sei, damit es nicht zu schattig wird. Der Swiss Life Asset Management GmbH gehört die Heinrich-Schütz-Residenz seit knapp drei Jahren, bestätigt besagtes Unternehmen. Ein Rechtsstreit mit der KIB gebe es aber nicht, erklärt Sprecherin Martina Brügger auf SZ-Nachfrage. Bei den Planungen für das Moritzhaus sei Swiss Life nicht involviert.

Für Torsten Kulke, Vorstand der Neumarkt-Gesellschaft, ist das eine gute Nachricht. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass die KIB ihre Gestaltung überarbeitet. Nicht nur in Dresden setzt Kulke darauf, öffentlichen Druck aufzubauen. Jetzt hat der Verein auch die Nürnberger Presse informiert. „Der Entwurf wird durch die Dresdner in seiner jetzigen Form abgelehnt“, steht in dem Schreiben. Begründet wird die Aussage mit dem eindeutigen Ergebnis einer Bürgerumfrage vor sechs Jahren. Man werde weiter versuchen, „alle Beteiligten von den Nachteilen der aktuellen Planung zu überzeugen“.

Wenn die KIB ihre Ausführung nicht ändern wolle, sei ein Verkauf des Grundstückes das Beste. Dies hat das Nürnberger Unternehmen bisher immer abgelehnt. Dafür gebe es keinen Grund.