merken
Sport

Motorrad-WM fährt am Sachsenring vorbei

Vor den Piloten liegen 13 Rennen in 18 Wochen. Sie müssen hinter verschlossenen Türen ein strenges Corona-Protokoll befolgen. Ein mulmiges Gefühl bleibt.

Der Zirkus gastiert dieses Jahr nicht am Sachsenring.
Der Zirkus gastiert dieses Jahr nicht am Sachsenring. © dpa/Nicole Becker

Von Uli Schember

An Motorradrennen war lange nicht zu denken. Spaß auf zwei Rädern hatte Marcel Schrötter in den vergangenen Wochen aber jede Menge. Der Vilgertshofener erkundete im Fahrradsattel die Heimat, fuhr am Schlier-, Kochel- oder Walchensee. "Seit ich 15 bin, war ich nicht mehr solange am Stück zu Hause, nicht mal in der Winterpause", sagt der Moto-2-Fahrer. Jetzt geht es wieder auf die Rennstrecke.

TOP Deals
TOP Deals
TOP Deals

Die besten Angebote und Rabatte von Händlern aus unserer Region – ganz egal ob Möbel, Technik oder Sportbedarf – schnell sein und sparen!

Gut Monate nach dem Auftakt in Katar, wo Schrötter im März Siebenter geworden war, geht die Saison im spanischen Jerez weiter. Es ist der Start in ein echtes Mammutprogramm. Derzeit sind 13 Rennen in 18 Wochen vorgesehen. Der Sachsenring gehört erstmals seit 1998 nicht zum Kalender. Für die Königsklasse Moto GP steht am Sonntag der erste Lauf in diesem Jahr an.

Damit es weitergehen kann, wurde ein Corona-Protokoll verabschiedet, an das sich alle 1.200 Personen halten müssen, die im Fahrerlager durcheinander laufen. Aus Sicherheitsgründen wurde das Personal reduziert. Da aber hinter für Zuschauer verschlossenen Türen vier Klassen fahren, ist die Zahl dennoch enorm groß.

Daher gilt die Aufforderung, immer einen Gesichtsschutz zu tragen, bei fast 40 Grad Celsius eine echte Herausforderung. "Wenn du bei dieser Hitze mit einer Maske arbeiten oder rumlaufen musst, ist das beim Atmen so anstrengend wie das Klettern auf einem 8.000 Meter hohen Berg ohne Sauerstoff", sagte etwa Moto-3-Teamteilhaber Peter Öttl.

Für das Comeback nehmen die Teams Abstandregeln, Coronatests und Isolation gern in Kauf, auch, dass die Mitarbeiter im Team einem Fahrer fest zugeordnet werden müssen. So ist es etwa verboten, Mechaniker in einem Rennstall zu tauschen. Es gibt feste Crews.

Der ewige Valentino Rossi macht einfach weiter

"Jeder will Rennen fahren", betont Schrötter. Er habe sehnlichst darauf gewartet und "immer daran geglaubt, dass es irgendwann weitergeht". Doch sorglos läuft der Kalex-Fahrer nicht durchs Fahrerlager: "Ein mulmiges Gefühl bleibt. Mancherorts verschlechtert sich die Corona-Situation wieder, und daher werden Einschränkungen wieder verschärft. Auch Spanien ist davon betroffen."

Schon in der vergangenen Woche reiste der 27-Jährige nach Barcelona. Nach dem Test am Mittwoch erwartet er eine Art Kaltstart: "Es geht direkt von 0 auf 100 und mit Vollgas los. Man muss erst mal wieder reinkommen und seinen Rhythmus finden."

Noch spezieller ist die Situation für die Moto-GP-Fahrer. Da der Lauf in Katar abgesagt werden musste, erfolgt der Saisonstart diesmal im Sommer. Valentino Rossi geht in sein letztes Jahr im Yamaha-Werksteam. Italiens Superstar will aber weitermachen.

"Ich kann zu 99 Prozent sagen, dass ich in der nächsten Saison noch auf der Strecke bin", erklärte der 41-Jährige. 2021 wird "The Doctor" vom jungen Franzosen Fabio Quartararo (21) ersetzt. Eventuell übernimmt er dessen Maschine bei Petronas-Yamaha.

Weiterführende Artikel

Was die Absage auf dem Sachsenring kostet

Was die Absage auf dem Sachsenring kostet

Keine Motorrad-WM in diesem Jahr. Das größte deutsche Sportereignis fällt aus. Das trifft vor allem die Menschen vor Ort.

Weltmeister Marc Marquez (27) startet im Honda-Werksteam in die erste und auch letzte Saison an der Seite seines Bruders Alex (24). Der Spanier wird 2021 von seinem Landsmann Pol Espargaro ersetzt. Das steht fest, obwohl Marquez noch keine einzige Bewährungschance hatte. (sid)

Valentino Rossi freut sich auf die Saison, die immer noch nicht seine letzte ist. Er fährt immer weiter.
Valentino Rossi freut sich auf die Saison, die immer noch nicht seine letzte ist. Er fährt immer weiter. © dpa/Gaetano Piazzolla

Mehr zum Thema Sport