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Mückas Post-Lotto-Laden schließt doch

Die Übergabe-Pläne sind geplatzt. Lotto hat mit dem Nachfolger keinen Vertrag geschlossen. So ist diese Woche Ausverkauf.

© André Schulze

Von Carla Mattern

Mücka. In Antje Wiericks Geschäft im Parterre des Mückaer Rathaus geht es zu wie im Taubenschlag. Pakete werden abgeschickt, Briefmarken gekauft, Lotto getippt, Stifte, Strampler, Hauspantoffeln, Geschenkpapier und Bürobedarf zur Kasse getragen. Die Tür steht nicht still. In Mücka hat es sich bereits herumgesprochen: Der Post-Lotto-Bestellshop von Antje Wierick schließt doch.

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„Warum eigentlich?“, fragt eine Kundin und fügt hinzu: „Ich bin traurig darüber“. Sie steht am Regal, in dem Damenwäsche, Kinderbekleidung und kleine Geschenkartikel platziert sind. Was sie sucht, ist schon raus. Das ist nicht schön für die Kundin, aber gut für Antje Wierick. Sie kann nach 22 Jahren, die sie für die Mückaer da war, nun doch nicht an einen Nachfolger übergeben. Das heißt: verkaufen so viel wie irgend möglich ist. Denn nur ganz wenig aus den Regalen kann sie an Lieferanten zurückgeben, wie beispielsweise Zeitungen und Zeitschriften. So gut wie alles andere muss sie ausräumen. „Am Sonnabend um 12 Uhr schließe ich zum letzten Mal zu. Dann ist Schluss“, sagt die Kreba-Neudorferin. Bis dahin können die Lottospieler noch ihr Glück an ihrem Schalter versuchen. Nur noch bis Freitagmittag sind die Postdienstleistungen möglich. Ab 13 Uhr wird die Technik abgebaut und abgeholt.

Eigentlich sollten die Mückaer und die kunden aus den Nachbardörfern von dem Inhaberwechsel nicht viel mitbekommen. Ab 1. Februar wollte Birgit Menzel aus Förstgen hinter der Ladentheke stehen. Für einen Kurzlehrgang bei der Post hatte sie sich bereits angemeldet, die Übernachtungen in Leipzig gebucht. Daraus wird nichts. Lotto hat nach einer Prüfung nun doch mitgeteilt, dass Werner Menzel die Lotto-Lizenz nicht erhält. Der Inhaber einer Sandstrahlfirma in Sproitz wollte als Inhaber Antje Wiericks Geschäft übernehmen. Seine Frau Birgit und Kerstin Pietzko sollten in dem Laden stehen, der auch über den Mittag geöffnet hat. Nun wird daraus nichts. „Um den Shop in Mücka wirtschaftlich erfolgreich weiter führen zu können braucht es den Postshop mit Lotto“, sagt Werner Menzel. „Die Enttäuschung ist groß“, sagt Birgit Menzel. Der Mietvertrag mit der Gemeinde und der Vertrag mit der Post liegen unterschriftsbereit vor. Doch nach der Absage von Sachsen Lotto seien auch sie hinfällig, so Birgit Menzel.

Nun geht die Suche nach einem neuen Betreiber von vorne los. Post, Lotto, Gemeinde: Alle seien daran interessiert, dass in den Räumen wieder ein Geschäft eröffnet, sagt Antje Wierick. Die Gemeinde Mücka beispielsweise stellt ihr deshalb die Räume noch für Februar und März mietfrei zur Verfügung. So können die Regale vorerst an den Wänden und die Ladentheke stehen bleiben, ebenso Kasse und Computer. Sollte sich jemand finden, der in den Räumen, in denen früher mal die Deutsche Post residierte, wieder einen Post-Lotto-Shop eröffnen will, dann müsste er oder sie nicht bei Null beginnen. Antje Wierick schätzt, dass es etwa vier bis sechs Wochen dauern würde, bis alle Formalitäten unter Dach und Fach sind. Das wäre natürlich gut für die Mückaer findet sie.

Selbst hat sie mit dem Kapitel abgeschlossen. Die Staatlich geprüfte Betriebswirtin, die auch Vorstandsvorsitzende bei der Sportgemeinschaft Kreba-Neudorf ist, will sich beruflich noch einmal verändern.