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Müglitztal vergibt sein Potenzial

Zwei Jahre ist die Gemeinde im Tourismusverband und nichts passierte. Die Räte hätten fast die falsche Konsequenz gezogen.

Schloss Weesenstein ist das Müglitztaler Aushängeschild, aber nicht das einzige. Doch bisher macht die Gemeinde zu wenig aus ihrem touristischen Potenzial. © Archivfoto: Norbert Millauer

Müglitztal ist wie eine schöne Braut, die ihrem Liebreiz nicht vertraut und sich lieber versteckt. Das, was andere in Entzücken versetzt, lässt die Müglitztaler kalt. Jedenfalls machen sie nicht das draus, was die schöne Braut wert ist. Der ehemalige Bürgermeister Andreas Burkhardt hatte das erkannt. Auf seine Anregung hin wurde die Gemeinde vor zwei Jahren 19. kommunales Mitglied im Tourismusverband Sächsische Schweiz.

Damals hoffte auch Verbands-Geschäftsführer Tino Richter auf frischen Wind aus dem Müglitztal. Stattdessen wehte jetzt wieder eine eisige Böe. Der Gemeinderat diskutierte über den Austritt. Brigitte Starke (CDU) war vor zwei Jahren schon gegen die Mitgliedschaft und ist auch jetzt noch überzeugt, das bringt nichts. „Wir brauchen diese Mitarbeit nicht.“

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Das sehen einige Räte anders. Für Wolfgang Simmert zum Beispiel ist der Tourismusverband fürs Weiterkommen der Gemeinde wichtig. Der Verband habe tatsächlich auch schon geholfen, sagt Tino Richter. Es gab Beratungen zur touristischen Infrastruktur, Müglitztal bekam eine kostenfreie Seite zur Ortsvorstellung im Gastgeberverzeichnis Sächsische Schweiz sowie Ortsporträts im Urlaubsmagazin und auf www.saechsische-schweiz.de.

Doch im Gegenzug sei da nicht viel passiert, merkt Richter an. Es fehle ein touristisches Konzept für die Gemeinde. Auch die enge Zusammenarbeit der Müglitztaler Tourismusanbieter und das Bündeln aller Aktivitäten lasse zu wünschen übrig. „Wir hatten ins Gespräch gebracht, dass im Schloss Weesenstein eine Touristinformation für den Ort und die Anbieter entstehen könnte“, sagt Richter. Das Schloss ist bereits Teil des Netzwerkes der Touristinformationen und in das Beratungs- und Weiterbildungsprogramm des Verbandes integriert. Aber auch da tat sich nichts.

Tino Richter hält die Angebote des Verbandes trotzdem aufrecht. Dazu gehören unter anderem die Beteiligung am Kommunalen Tourismusnetzwerk mit mehreren Abstimmungs- und Weiterbildungsterminen jährlich, die Übernahme der Klassifizierung von Ferienwohnungen und Hilfe beim Aufbau lokaler Tourismusstrukturen. Auch bei Veranstaltungen zum Tourismuskonzept ist man gern behilflich. Voraussetzung natürlich, Müglitztal bleibe Mitglied im Verband.

Das soll nach den Wahlen im Mai der neue Gemeinderat entscheiden, schlug Gemeinderat Dieter Piesold vor. Auf diesen kleinsten gemeinsamen Nenner konnte sich der jetzige Rat nun verständigen. Ein Ergebnis, mit dem am Ende auch Brigitte Starke leben kann. „So können wir das machen“, sagt sie. Müglitztal bleibt also erst einmal Mitglied. Die gewonnene Zeit will Bürgermeister Michael Neumann (parteilos) nutzen, um Vermieter und Gastronomen zum Gespräch einzuladen.

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