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Mühlchen-Design am Louvre

Eine Neugersdorferin mit viel Heimatliebe wagt jetzt den Schritt auf internationales Parkett.

© Matthias Weber

Von Gabriela Lachnit

Ebersbach-Neugersdorf. Auf drei internationalen Messen für Design und Kunsthandwerk in Frankreich ist Petra Mühlchen demnächst präsent. Dass sie mit ihren Produkten „mal woanders hinmüsse“, sei der Neugersdorfer Korbmachermeisterin seit einiger Zeit klar. Dennoch fertigt sie weiterhin viele schöne Dinge, die sie in Neugersdorf in ihrem Geschäft anbietet. „Auch wenn ich mich jetzt auf internationales Parkett wage, bleibe ich dennoch Ebersbach-Neugersdorf und dem Oberland sehr eng verbunden“, erklärt sie.

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Von der Handwerkskammer Dresden (HWK) war sie zu Jahresbeginn zu Kunsthandwerkertagen in München eingeladen worden. Dort bewarb sie sich um zwei der ausgeschriebenen Preise. „Da hatte ich aus dem Osten keine Chance“, erläutert sie mit einem vielsagenden Lächeln. Aber wie es der Zufall wollte, war das Glück ihr in anderer Weise hold: Sie bekam dort das Angebot, auf der Design-Messe „Maison & Objet“ in Paris dabei zu sein. „Das ist der beste Handelsplatz in Europa für Produkte, wie ich sie herstelle“, erklärt die Neugersdorferin. Mit Unterstützung durch die HWK und Förderung durch die Sächsische Aufbaubank kann die Korbmachermeisterin in Paris ihre kunsthandwerklichen Produkte auf einem 15 Quadratmeter großen Stand in Halle 5A, Stand M 64 vorstellen. Sie wird dort eine Art Wohnzimmer einrichten, alles in edlem Design aus geflochtenem Material. „Auf dieser Messe geht es wirklich oberedel zu“, berichtet Petra Mühlchen.

Im November ist die Korbmachermeisterin dann im französischen Val de Marne zu Gast bei der Kunsthandwerkermesse „Salon de L‘Artisanat“. Dort teilt sie sich einen Stand mit dem Radeberger Wichtel, einem Kunsthandwerker aus der Bierstadt. „Hier war ich sehr angenehm überrascht über die Zusammenarbeit mit dem Mann“, erklärt sie und betont, dass sie das an die Zusammenarbeit erinnere, wie sie früher zu DDR-Zeiten üblich gewesen sei.

Und schließlich bietet sie ihre Produkte Anfang Dezember auf der Messe „Le Carousell de Paris“ am Louvre an. „Da freue ich mich besonders drauf, denn das ist eine Verbrauchermesse. Auf einer Einkaufsmeile will ich mit den Leuten ins Gespräch kommen“, berichtet die Neugersdorferin. Darauf ist sie nun auch sprachlich vorbereitet. Erst vor Kurzem ist sie von einer zweiwöchigen Sprachreise aus Nizza zurückgekehrt. „Wenn du in Frankreich die Sprache nicht kannst, hast du keine Chance“, war sie sicher und hat einen Intensivkurs absolviert. „Dort war ich zwar die älteste Teilnehmerin, aber damit hatte niemand ein Problem“, erzählt sie. Mit ihrer lockeren, unkomplizierten Art kommt die Neugersdorferin auch bei jungen Leuten an. „Sie waren begeistert von dem, was ich mache und haben mir angeboten, für den Schmuck, den ich als Korbmacherin herstelle, Modell zu stehen.“ Für die Beach-Kollektion entstanden in Nizza tolle Modefotos mit Ketten, Armreifen und anderem Schmuck von Petra Mühlchen. Die Fotos wird sie in ihren Katalog aufnehmen.

Auf die Messe am Louvre begleitet sie eine Freundin. Damit das Outfit der beiden Frauen stimmt, haben sie sich mit den gleichen Sachen und Schuhen eingekleidet. „Das haben wir alles in Neugersdorfer Geschäften bekommen“, freut sich die Designerin und will damit ermutigen, öfter vor Ort und nicht nur im Internet einzukaufen.

Voll des Lobes ist die Korbmachermeisterin über die Unterstützung „der Mädels von der Handwerkskammer Dresden“, unterstreicht sie. „Sonst ist man ja bei Behörden eher Bittsteller, aber das war hier völlig anders“, erklärt sie. „Die Mitarbeiterinnen der Handwerkskammer haben mir beim Ausfüllen der Formulare im Internet geholfen – ich habs ja nicht so mit der Technik“, erläutert Petra Mühlchen. Ebenso dankbar ist sie für die vielen Ermutigungen und die Ratschläge, die ihr die Mitarbeiterinnen mit auf den Weg gegeben haben. Nun hofft die Neugersdorferin, dass ihr mit den Messeteilnahmen in Frankreich der internationale Durchbruch als Designerin gelingt. Ob sie von den Messen viele oder gar keine Aufträge mitbringt, das weiß sie nicht. „Mal sehen“, sagt die kreative Frau. Hoffnung schwingt dabei mit.