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Müll bringt Ermittler auf heiße Spur

Spaziergänger stießen in Altgeringswalde auf illegal entsorgten Abfall. Der ruft jetzt das Landratsamt auf den Plan.

© André Winkler

Von Marion Gründler

Geringswalde. Das sei eine Riesenschweinerei, schimpft der Altgeringswalder André Winkler. Am vergangenen Wochenende stießen er und etliche Spaziergänger an der Flemmingener Straße im Ortsteil Altgeringswalde auf einen Müllberg beträchtlichen Ausmaßes. Neben verwitterter blauer Schwimmbadfolie, zersprungenen Pflanzschalen und Blumentöpfen, deformierter Wellpappe, verrotteten Gummistiefeln und großformatigen Plastikteilen fanden sich recht deutliche Hinweise auf den Verursacher.

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„Der Verantwortliche ist aller Wahrscheinlichkeit nach in unserer Nachbarstadt Hartha zu finden“, sagte Geringwaldes Bürgermeister Thomas Arnold (parteilos), nachdem das Ordnungsamt zunächst vor Ort war, um die Lage zu sondieren. In der Ladung Müll seien die Mitarbeiter unter anderem auf einen Adressaufkleber gestoßen. Dieser ermögliche eine recht eindeutige Zuordnung. Dem nachzugehen sei nun jedoch Sache der Abfallbehörde des Landkreises.

Und die ist inzwischen aktiv geworden. „Der Auftrag zur Beseitigung und Entsorgung der Abfälle ist bereits durch unser zuständiges Referat ausgelöst worden“, teilte Sprecherin Cornelia Kluge mit. Zum Verursacher werde derzeit noch ermittelt. Abfall klammheimlich in der Landschaft zu verkippen, könne teuer werden. „Falls dem vermeintlichen Verursacher die Tat nachgewiesen werden kann, muss er mit einem Bußgeld rechnen, das sich im dreistelligen Euro-Bereich bewegt“, ergänzte Kluge. Darüber hinaus sollen die entstehenden Entsorgungskosten in Rechnung gestellt werden.

Dass die Müllsünder für ihr Vergehen zahlen müssen, liegt offenbar ganz im Interesse der Altgeringswalder. „Dass einer hier rausfährt und einfach seinen Müll ablädt, habe ich, solange ich hier lebe, noch nicht erlebt“, konstatierte CDU-Stadtrat Winkler.

73 Tonnen Sperr- und Hausmüll, 2000 Reifen und Räder, ein Elektrogerät und rund eine halbe Tonne gefährlicher Abfall sind 2017 illegal in Mittelsachsen entsorgt worden. Laut Kreisbehörde wurden im Vorjahr 400 Anzeigen wegen unzulässigen Abfallentsorgungen erstattet. Tendenz steigend. 2016 waren es rund 350 Anzeigen zu unzulässigem Entsorgen und Verbrennen von Abfällen sowie zu Bodenverunreinigungen. Werden die Verursacher nicht ermittelt, trägt der Kreis für die Entsorgung die Kosten. 2017 waren das rund 35.000 Euro. FP (mit hh)