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Müller auf Wachstumskurs

Die Firma überarbeitet die Pläne für das Gewerbegebiet Leppersdorf. Darin sind Ziele für die nächsten Jahre abzulesen.

© Kristin Richter

Von Thomas Drendel

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Leppersdorf. Die Überschrift ist unspektakulär: „Bebauungsplan Gewerbegebiet Leppersdorf, dritte Änderung“ steht über dem Papier. Doch der Inhalt hat Gewicht. Aus dem Papier lässt sich die Marschrichtung von Sachsenmilch für die nächsten Jahre ablesen. Es wird deutlich, dem Unternehmen geht es gut, die Zeichen stehen auf Wachstum. Gleich auf drei Arealen will Sachsenmilch Veränderungen vornehmen. Auf einer Fläche nördlich der Zufahrt „An den Breiten“, auf einer Fläche hinter dem neu entstandenen Gaskraftwerk – Änderungsbereich Süd genannt – und auf einer Fläche in der Nähe des Verwaltungsgebäudes, Änderungsbereich West genannt. Ziel von Sachsenmilch ist es, Flächen für künftige Erweiterungen zu schaffen. Die SZ nennt die wichtigsten Änderungen.

Hauptzufahrt zum Werksgelände soll verlegt werden

Die größten Veränderungen sind auf der Fläche nördlich der Werkszufahrt vorgesehen. So wird ein Bach, der das Areal zerschneidet, verlegt. Er wird in den weiter östlich fließenden Geräumbach umgeleitet. Ziel der Arbeiten ist die Schaffung von zusammenhängenden Bauflächen. Auf diese Weise werden aufwendige Brücken oder Kanäle vermieden. Hier werden Lkw-Stellplätze geschaffen, auch eine Tankstelle soll vom Werksgelände dorthin umziehen.

Weitere Veränderung ist die Verlegung der Werkszufahrt. Sie wandert etwa 15 Meter in östliche Richtung. Lkw sollen dann von den neuen Flächen geradeaus auf das Werksgelände fahren können. Die Planer haben damit auch ein anderes Projekt im Blick. In einigen Jahren soll die jetzige Zufahrt zur A 4 als Werkszufahrt genutzt werden. Bekanntlich wird mit der Fertigstellung der S 177 zwischen Radeberg und Leppersdorf auch die A-4-Anschlussstelle um einige Hundert Meter Richtung Dresden versetzt. Sachsenmilch will dann Teile der alten Autobahnauffahrt nutzen.

Gewerbegebiet wird an der Südgrenze leicht erweitert

Auch auf der südlichen Fläche soll es einige Veränderungen geben. So muss mit dem stetigen Ausbau des Werkes auch die Kapazität der Kläranlage erhöht werden. Es soll die planungsrechtliche Voraussetzung für eine perspektivische Erweiterung des Kläranlagenstandortes geschaffen werden. Außerdem ist vorgesehen, unter der dort verlaufenden Hochspannungsleitung beispielsweise Parkplätze für Mitarbeiter einzurichten. Sie werden von anderen Bereichen, die für den Ausbau der Produktionsanlagen vorgesehen sind, hierher verlegt. Wegen der Stromleitung dürften an der Stelle ohnehin keine Gebäude errichtet werden. Die Fläche des Gewerbegebietes wird an der Stelle um 1,5 Hektar erweitert.

Neue Rückhaltebecken für Regenwasser entstehen

Auch im westlichen Teil des Gewerbegebietes, also einer in Richtung Leppersdorf gelegenen Fläche, wird es Neuerungen geben. Dort sollen künftig Rückhaltebecken für Regenwasser entstehen. Der Wald, der sich hier noch befindet, wird abgeholzt und westlich und nordwestlich wieder aufgeforstet. Ein weiterer Fingerzeig für das Wachstum der Sachsenmilch ist die Erhöhung der sogenannten Grundflächenzahl. Sie soll nach den Plänen des Unternehmens von 0,8 auf 0,95 steigen. Dann müssen auf dem Gelände nicht mehr 20 Prozent Grünfläche vorgehalten werden, sondern nur noch fünf Prozent. Eine dichtere Bebauung wäre also möglich. Eine baldige Umsetzung der Pläne ist nicht zu erwarten, vielmehr geht es darum, die planerischen Voraussetzungen zu schaffen, sagte die Wachauer Bauamtsleiterin Ines Heinze. Der Wachauer Gemeinderat hat über die Unterlagen diskutiert und einer öffentlichen Auslegung zugestimmt.

Die Enge auf dem Gelände von Sachsenmilch ist ein Ergebnis des Wachstums der vergangenen Jahre. 2011 ging eine neue Anlage zur Verarbeitung von Molke in Betrieb. 2014 wurde das neue Gasturbinen-Kraftwerk hochgefahren. Die Tochterfirma Optipack hat eine zusätzliche Anlage zur Herstellung von Plastikbehältern erhalten. Außerdem entstanden neue Silos für das Kunststoffgranulat. Für die Produktion von Milchzucker wurden eine Trocknungsanlage, eine Mahlanlage und zwei Silos zur Lagerung errichtet. Das sind nur einige Beispiele der zurückliegenden Investitionen. Die Molkerei verarbeitet jährlich rund 1,7 Millionen Tonnen Milch und stellt daraus alles von Desserts über Käse, Butter und haltbare H-Milch her. Mittlerweile arbeiten rund 2 500 Menschen am Standort. Seit 1994 hat die Müller-Gruppe rund eine Milliarde Euro in Leppersdorf investiert.